Die vierundzwanzig Variationen von Sergej Rachmaninoff erfreuten sich beim Publikum aufgrund ihrer reichhaltigen Melodik, hinreißenden Virtuosität und schwelgerischen Klangfülle großer Beliebtheit. Wenn sich dann noch eine Pianistin von allerhöchstem Format dieses Werkes annimmt, steht einer überragenden Darbietung nichts mehr im Wege. War Paganini ein Teufelsgeiger, so ist Anna Vinnitskaya eine Teufelspianistin. Die junge Künstlerin erwies sich als grandiose Virtuosin, die diesen Variationen mit künstlerischer Eigenwilligkeit und überirdischer Klaviertechnik zu Leibe rückte.
Mit ihrer reifen Spielkultur vereint Vinnitskaya einen kraftvollen, dennoch weichen Anschlag mit technischer Brillanz. Uneitel und selbstlos entlockte sie dem Werk selten gehörte Nuancen, verzauberte die, auch als Solostück populäre 18. Variation mit intensiver, schwärmerischer Emotionalität, jederzeit authentisch, weit von jeglichem Kitsch entfernt. Mit geradezu verschwenderischer Bravour meisterte die Pianistin alle Schwierigkeiten und animierte damit auch die Philharmoniker, die sich gemeinsam mit Maestro Christopoulos als kongeniale Partner erwiesen. Das Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester kulminierte in einem hinreißenden Finale. Die strahlende Pianistin durfte sich über einen triumphalen Erfolg freuen, den sie mit einer technisch brillant vorgeführten Zugabe krönte.
Dennoch erwies sich das Gedenkkonzert im Konzerthaus am Ende doch als ein dahindonnernder Hymnus auf die einzigartige Größe und Bedeutung von Béla Bartók. Die unglaubliche Anna Vinnitskaya schlug mit ihren jungen, schier unermüdlichen Händen sein 2. Klavierkonzert derart bravourös in die Tasten, dass man ganz beiläufig anfing, sich zu fragen, in welches Museum man das kostbare Instrument hinterher wohl entsorgen könne. Die Vinnitskaya hatte das Klavier durch ihren Vortrag derart geadelt wie einst nur Franz Liszt die seinen.
Der Held des Abends war nicht, wie vermutet, Anton Bruckner, dessen berühmte 7. Sinfonie auf dem Programm des Konzerthausorchesters stand, sondern die zierliche, junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya, die sich Prokofjews 2. Klavierkonzert ausgespäht hatte und es sich nun buchstäblich auf den Tasten leichthändig, aber kraftvoll unwiderstehlich vorknöpfte.
Prokofjew war noch blutjung, als er es schrieb. Zu allem Überfluss spielte er auch noch die Uraufführung selber und packte nach altem Brauch viele Schwierigkeiten hinein, um pausenlos durchgehend glänzen zu können. Ihr Vortrag gelang der Vinnitskaya mit Vollkommenheit.
Sergej Rachmaninov schrieb sein 2. Klavierkonzert in noch jungem Alter von 27 Jahren. Nichtsdestoweniger hatte er in den drei Jahren davor das Komponieren ganz eingestellt – wegen Depressionen. Die schwerblütige, schwermütige Veranlagung floss unweigerlich ein in seine Kompositionen, was wir Westler dann gerne als „russische Seele“ etikettieren.
Imposant – und eben „russisch“ – waren zu Beginn die „Glockenschläge“ des Klaviers. Brausend übernahm die Phalanx der Streicher. Nach einem beklemmenden „Trott“ im Klavierpart, alsbaldigem mächtigem Crescendo der Streicher hielten diese sich zurück und gaben dem Horn eine Chance, dass seine wunderbaren Solo-Töne zu hören waren. Bald schwelgte wieder das Klavier und trat in einen Dialog mit den Celli. Im zweiten Satz – Adagio sostenuto – kamen solistisch vor allem Holzbläser zur Geltung. Gar eine kurze Stille gelang nach wilden Sechzehnteln des Klaviers, gefolgt von bombastischen Akkorden. Anna Vinnitskaya schien ständig unter Strom, spielte also engagiert, mit viel Körpereinsatz.
Die ohnehin gut beschäftigten Schlagwerker sorgten im dritten Satz – Allegro scherzando – für besonders viele eindrucksvolle Effekte. Neben sentimentalem Lamento begeisterten auch dramatische Partien, eilend, beschleunigend, mit Synkopen und dynamischen Wechseln, sodass nach munterem Holz-Intermezzo und finalem schwelgerischem Rausch das Publikum minutenlang klatschte und damit eine Zugabe erreichte.
Ein atemberaubendes Ereignis war der Auftakt mit Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18. Hatte man anfangs nach den verhaltenen ersten Akkorden, die wie Glockentöne aus der Ferne heranwehten, befürchtet, der gewaltige Klangkörper könnte das Soloklavier erdrücken, vermochte sich die Solistin Anna Vinnitskaya mit ihrem brillanten Feuer rasch durchzusetzen. In fesselnder Energie und ebenso zarter Innerlichkeit führte sie durch die leidenschaftlichen und lyrischen Themen des Kopfsatzes. Immer wieder erglühten Momente von besonderer Schönheit, so im Zusammenspiel von Klaviersolo und Celli.
Nach der Rasanz des ersten Satzes fesselten im anrührenden Adagio die vielfach nuancierten Farben, die zarte Melodie, zu der sich eine Flöte erhob, die Naturstimmung, die das ganze Orchester atmete. Die ruhigen Gesten des Dirigenten verrieten eine große Vertrautheit und es war – wie auch später in der Sinfonie – faszinierend zu erleben, zu welcher Homogenität und zugleich Transparenz ein so großer Klangkörper fähig ist. Zum stimmungsvollen, klangschönen Tongemälde wurde der dritte Satz, der mit einem Dialog von Klavier und Orchester, mit virtuosen Läufen begann. Ein letztes Wogen im Orchester, ein letzter Aufruhr am Klavier, der die Haare der Pianistin fliegen ließ, und ein Bravo-Sturm brach los. Mit Alexander Silotis perlender Bearbeitung eines Bach-Präludiums dankte die sympathische Pianistin.
Bach auf einem Konzertflügel und Musik der Barockzeit auf modernen Instrumenten - jetzt, wo sich die Aufführungspraxis mit altem Instrumentarium fest etabliert hat? Reinhard Goebel, die renommierte Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und die junge, begabte Pianistin Anna Vinnitskaya gaben die Antwort darauf. [...]
Ein so lebenssprühender, opulenter Klang, wie er hier zu erleben war, kann mit historischen Instrumenten eben doch nicht ganz erreicht werden. Anna Vinnitskaya, die junge russische Pianistin, holte mit flüssigem, kraft- und klangvollem Spiel auf einem modernen Konzertflügel die zwei Klavier- bzw. Cembalo-Konzerte in f-Moll und A-Dur von Johann Sebastian Bach in unsere Zeit und eroberte mit ihrer Frische die Herzen der Zuhörer. Für den enthusiastischen Applaus bedankte sie sich mit dem b-Moll-Präludium aus Bachs "Wohltemperiertem Klavier II" in vollendeter Linienführung der Stimmen.
Vinnitskaya achieves an unforgettable shimmering play of light and shade (though with a powerful undertow when required). Her 'Ondine' from Gaspard is as scintillating and seductive as you could wish and her poise and focus in 'Le gibet' excel any other on record, wondrously alive to every harmonic and rhythmic twist...Beautifull recorded, this is Ravel-playing of a very special distinction.
The soulful portrait of Anna Vinnitskaya on her new Ravel recital catches the almost alarming intensity of the performances therein. Last year, the Russian pianist gave us breathtaking Prokofiev and Ravel concertos; now she is in more intimate surroundings, meticulously captured by producer Philipp Nedel.
Ravel's Pavane for a Dead Princess sets up a beguiling calm. Vinnitskaya creates a dreamy languor, with a sensuality that makes one feel like chiding veteran pianist Alfred Cortot for dismissing the piece's "slightly syrupy charm".
The 1925 Miroirs is the soul of subtlety. Moths flutter with just the right Ravelian articulation while birds give out their mournful songs in the sort of mists that only come through immaculate pedalling.
The 1908 Gaspard de la Nuit contains three of Ravel's most sharply etched evocations. The beautifully mediated flow of Vinnitskaya's opening Ondine would have impressed the great Vlado Perlemuter, for whom the composer wrote the advice "more melting" on the score of this piece.
Ravel regretted not having orchestrated the final Scarbo but, such are the colours that emerge from Vinnitskaya's Steinway, he need not have worried.
Die in Hamburg lebende russische Pianistin Anna Vinnitskaya nimmt sich für ihre Karriere Zeit, will nicht verbrennen im Musikmarkt, der auch im Klassik-Sektor zu einem sich schnell drehenden Bereich geworden ist. Das bedeutet: Wenn Vinnitskaya mit einer CD an die Öffentlichkeit geht, dann hat sie etwas zu sagen. Nun also Maurice Ravel, mit den beiden berühmtesten Zyklen "Miroirs" und "Gaspard de la nuit". Schon in der vorangestellten "Pavane" erkennt man, dass Anna Vinntskaya einer inneren Klangvorstellung folgt, die von Ruhe und Wärme wie auch von rauschhaften Spitzen geprägt ist. Und genau mit dieser Einstellung und geschicktem Pedalspiel verschafft die knapp 30-jährige den Charakterbildern in Ravels Tonsprache eine dramatische Plastizität, die changiert, funkelt und rauscht. Grandios ihr "Une barque sur l´ocean" als Beispiel. Dabei übertreibt sie - trotz ihrer offensichtlichen Virtuosität - die Tempi nicht, kann im Gegenteil den Zuhörer in einen Sog des Bilderrausches ziehen, der ihn diese Welt erleben lässt. [...]
Und in "Scarbo" ist dann wieder die volle Überzeugungskraft vorhanden, die das Spiel von Anna Vinntiskaya so besonders macht: Sie kann auch dann, wenn man nicht immer vollauf ihren Sichtweisen folgen möchte, so überzeugend sein, dass man Neues, Persönliches und Spannendes zu hören bekommt.
Le plus grand interprète de Maurice Ravel fut sans contredit l’énigmatique pianiste François Samson. Par un esprit de synthèse et une compréhension parfaite de l’œuvre, il domine outrageusement : Pavane pour une infante défunte ainsi que Gaspard de la nuit, tous les deux présents dans cette nouveauté. À vingt-neuf ans, la pianiste russe Ann Vinnitskaya tire bien son « épingle du jeu », par l’intermédiaire d’une poésie intrinsèque et un équilibre profond dans le jeu. Sans être une virtuose, mais donnons-lui le temps, elle maîtrise bien son sujet, évoque la tendresse comme les atmosphères. Bravo !
Die russischen Pianistin Anna Vinnitskaya hat das geschafft, wovon viele ihrer Kollegen nur träumen können. Sie ist nicht nur regelmäßig mit beutenden Orchestern, wie dem Londoner Royal Philharmonic oder dem Israel Philharmonic Orchestra unterwegs. Für ihre CD mit dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin wurde die mit dem Echo -Klassikpreis ausgezeichnet. Jetzt hat Anna Vinnitskaya ein neues Album mit Werken von Maurice Ravel herausgebracht.
Mit dem Zyklus Miroirs und dem Dreiteiler Gaspard de la Nuit hat Vinnitskaya zwei Hauptwerke von Ravel eingespielt.
Der Pianistin gelingt alles
Komplexe Rhythmusverschiebungen im Boot auf dem Ozean, empfindsame Melodiebögen im Tal der Glocken, donnernde Akkordfolgen im Scarbo aus Gaspard de la nuit. Bei diesen hochvirtuosen Stücken spielt sie sowohl geradlinig als auch detailreich. Allen voran stellt sie Ravels traurig-schöne Pavane pour une infante défunte – ungewohnt schlicht und fast schon mit einer barocken Strenge.
Genau diese nüchterne Herangehensweise macht das Album so charmant. Anna Vinnitskaya setzt nicht auf Emotionen, viel mehr betont sie die intellektuelle Seite an Ravels Musik, ohne dabei allzu analytisch zu werden. Hier wird kein Ton vom Pedal verwischt und auch mit Tempoverzögerungen hält sich Vinnitskaya vornehm zurück. Eine eigenwillige Interpretation, die sich in ihrer Direktheit aber sofort erschließt.
Ist es politisch inkorrekt, vom wunderschönen Haar einer Künstlerin zu schwärmen? Anna Vinnitskaya, die junge Klavier-Professorin aus Hamburg, nennt solches ihr eigen. Aber noch viel mehr erregt ihre Pianistik Bewunderung, die erlesenen Geschmack und Eleganz, Gefühl und hinreißende Anschlagskultur in sich vereinigt. Bei ihrem Konzert in der Alten Aula beim Heidelberger Frühling mit Kompositionen von Ravel, Prokofjew und Skrjabin hat die 28-Jährige ihren Rang in der ersten Garde untermauert.
Ihr zuzuhören ist ein Erlebnis, wenn sie ihren Auftritt mit Ravels Dreiteiler "Gaspard de la Nuit" krönt, den man in dieser Qualität während der letzten Jahre in Heidelberg nicht gehört hat. Die Delikatesse der Farbenspiele in "Ondine", die schauerlich bildhafte Mär vom Gehenkten in "Le Gibet" und die lustvolle Mechanik des skurrilen "Scarbo"-Gnoms, der sich aufplustern will, werden bei Vinnitskaya zu einem perfekten, artistischen Drahtseilakt, der Pianistik extrem ausreizt und dabei immer aus sensibler Betrachtung heraus argumentiert.
Die Souveränität, mit der die Pianistin Prokofjews d-Moll-Klaviersonate (op. 14) aufstellt, ist bemerkenswert, weil sie das vom Metrum getriebene Grundmuster, das Pianisten oft zu metallischer Härte verleitet, zu einer eleganten Balance musikantischer Spiellaune auflöst. Darin haben Glut und Übermut, Elegie und Schwung, Perpetuum mobile und spritzige Pointen ihren genau zugeordneten Platz. Alexander Skrjabin hat in seinem Werk Weltanschauung und russische Seele, klaviertechnische Freude und inhaltliche Sinnsuche zusammengefasst. Solche Elemente listet Anna Vinnitskaya mit fünf Préludes (op. 16) mustergültig auf, und die gis-Moll-Sonate (op.19) wird zu einem genialen Webteppich aus Zartheit und Begehren. In diesem Klavierspiel kann sich der Hörer freudvoll verlieren.
La photo de la pochette nous l'indique : le regard prenant et puissant de Anna Vinnitskaya est là pour nous séduire. Et le Premier Prix du CMIREB (Concours Musical International Reine Elisabeth de Belgique) 2007 y réussit. Dès les premières notes de la Pavane pour une infante défunte, on est plongé dans une atmosphère inhabituelle; la lenteur peu traditionnelle avec laquelle Vinnistkaya aborde la pièce nous situe d'emblée dans la continuité fauréenne. Pourtant, Nichols (voir plus bas) nous rappelle que Ravel estimait la durée de cette pièce de jeunesse entre 6 et 7 minutes; Vinnitskaya nous l'interprète en 6 minutes et 29 secondes. Les Miroirs de 1905 marquent par leur nouveauté et leur étrangeté une transition dans l'évolution musicale de Ravel. Ce sont la grâce et la musicalité que Vinnitskaya décide de mettre en avant, laissant l'aspect virtuose au second plan ; elle n'a plus à faire ses preuves dans ce domaine. Enfin, du Gaspard de la nuit créé en 1909, c'est la magie sinon la sorcellerie de la pianiste que nous retiendrons jusqu'à l'apothéose finale du "Scarbo, lorsqu'à minuit la lune brille dans le ciel comme un écu d'argent sur une bannière d'azur semée d'abeilles d'or" comme le rappelle le poème d'Aloysius Bertrand. Une superbe interprétation qui, par ses partis pris, ne fera sans doute pas l'unanimité mais qui saisit bien Ravel comme un maître de la couleur, de la poésie et de la sensualité musicale.
Première lauréate du Reine Elisabeth en 2007, Anna Vinnitskaya est "une nature" : puissante, sensuelle, spontanée, aussi à l’aise au clavier que dans cette forêt où elle aime se balader. Sa profonde musicalité associée à une virtuosité confondante lui permet de se fier à son instinct, ça marche généralement mais pas toujours, Ravel faisant office de pierre de touche sur la question. La "Pavane", par la simplicité et la poésie décalée de son écriture, se révèle un piège, les "Miroirs" - en particulier "Alborada" - sont éblouissants de dynamisme et de couleurs, "Gaspard" culmine dans les assauts de "Scarbo".
Dem Motto des Abends, "Schwärmereien", trug sie direkt zu Beginn mit Ravels Sonatine fis-Moll Rechnung. Hier spielte die grazile Russin verträumt und perlend und entführte die Zuhörer so in Ravels Klangwelten.
Ganz anders wirkt da Prokofjews zweite Klaviersonate, die zwar auch lyrische Abschnitte enthält, die meiste Zeit aber eine so treibende Kraft entwickelt, dass Musiker und Publikum kaum Möglichkeit zum Luftholen haben. Anna Vinnitskaya spielte in der Tat wie eine Getriebene, mit gebeugter Haltung und den - fast wilden - Blick in den Flügel gerichtet.
Nach der Pause konnten sie und das Publikum sich bei schwärmerischen Klängen Alexanders Skrjabins entspannen. Den mächtigen Abschluss bildete Ravels Gaspard de la Nuit, in dem Vinnitskaya abschließend die ganze Vielfalt ihres Könnens unter Beweis stellen konnte: So erzählte sie die Geschichte der Meerjungfrau mit tieftrauriger Schwermut, in "Le Gibet" hatte man den Eindruck, sie würde mehr als nur ein Instrument spielen - so vielschichtig war ihr Spiel.
Mit einem spitzbübischen, aber grimmigen Zwerg "Scarbo" beendete sie den Abend, in dem sie noch einmal die ganze Klangvielfalt des Klaviers nutzte. Für den begeisterten Applaus bedankte sie sich mit Ravels "Pavane pour une infante défunte" und einer Bagatelle von Beethoven.
Anna Vinnitskaya hat eine Beziehung zur Musik Maurice Ravels, bei der gut gewählte Worte allein nicht ausreichen; hier passt ein allen verständliches „Wow!“. Bei der russischen Pianistin, die 2007 den Brüsseler Wettbewerb Reine Elisabeth gewann, scheint das Klavier zu einem Medium zu werden, das Visuelles in Klang verwandelt. Das Lautmalerische der fünf Titel in „Miroirs“ (1904/05), sei es das Geflatter von Motten, die Zurückgezogenheit ermatteter Vögel, das gleißende Licht auf dem Wasser, das Lied des Hofnarren oder die paradiesischen Klänge versunkener Glocken – all das erschließt sich im souveränen Spiel der Pianistin augenblicklich und eindeutig. Auch im Dreiteiler „Gaspard de la nuit“ (1908) meint man die Bilder plastisch vor Augen zu haben: die Nixe („Ondine“), den Gehängten in der Abenddämmerung („Le gibet“) und den Dämon, der die Menschen mit Albträumen quält („Scarbo“). Das ist zeitgemäße Ravel-Interpretation auf allerhöchstem Niveau. Da es zudem den Tontechnikern gelungen ist, den Klang des Flügels vom üppig-voluminösen Ton bis zu den feinsten Facetten wunderbar abzubilden, haben wir hier eine Aufnahme, die in jeder Hinsicht neue Maßstäbe setzt.
Le chic d’Anna Vinnitskaya, c’est de ne pas laisser la fulgurance de sa technique prendre le dessus sur ses choix d’interprétation. La Russe aborde Ravel avec une candeur, presque une simplicité, qui ravit. Son rapport aux clairs-obscurs est moins frénétique que chez Argerich, moins solitaire que Perlemuter. Justement. Il y a chez cette lauréate du Concours Reine Elisabeth un naturel qui appartient à ceux qui acceptent de se laisser surplomber par la musique. Les Miroirs étendent leurs contrastes dans la contemplation, Gaspard de la nuit étreint sa poésie comme en dedans et les éclats soigneusement réservés sont aussi puissants que fugaces. Vinnitskaya pourrait s’enivrer de gouaches fauve ou charbon. Elle choisit le pastel.
Quand commence la Pavane pour une infante défunte, le cœur adoucit ce que le savoir sermonne: trop lente, certes, mais tendre, distanciée, discrète, Anna Vinnitskaya tutoie immédiament Ravel, qui ne se livre pas toujours si facilement. Les Miroirs sont d´une autre tempe. Les Noctuelles appraissent tellement inaisissables qu´à vrai dire elle se révèlent, au pied de la lettre, ininterprétables. Gare à celui qui prétendrait les attraper. Vinnitskaya ne s´y risque pas, et elle a raison : les flammèches, les ailes miroitantes passent en tous sens qui s´engouffrent en silence dans le bec des Oiseaux tristes joués „de l´intérieur“, d´une façon très perlemutérienne, sans la désolation cependant qu´y mettait ce grand ravélien. Vient Une barque sur l´Océan, pièce dont la difficulté pianistique n´est pas de celles que l´on résout par le travail des doigts : il faut savoir quoi dire pour donner une direction aux flux et aux reflux incessant. Vinnitskaya se coule dans le texte avec une délicatesse de touche incroyable : quelle grâce habille ces déferlements aqueux ! L´Alborada? Ouf ! La pianiste ne la traite pas comme un bis mai comme uns scène tragique, ce qu´est cette aubade de bouffon. Et quand il faut enfin sortir le grand jeu, elle attrape les glissandos avec maestria ! Reste La Vallée des cloches, qu´elle aborde avec moins de sens tragique et de sensualité que Perlemuter, plutôt dans un esprit de douceur résignée, de mise en espace sonore.
Gaspard de la nuit, œuvre bien plus enregistrée que Mirois, est sans doute plus facile à réussir et plus payant. Mais que celui qui s´y attaque fasse le malin et Ravel se venge. Ondine ets caressante, empoisonneuse sous le doigts d´une sorcière dont la magie méticuleuse fait sonner le piano comme s´il n´avait pas de marteaux : cela semble si naturel, si loin de toute volonté de plaire que l´on en écarquille les oreilles quand arrive la fin de la pièce et que le jeu prend, d´un coup, une ampleur fabuleuse. Du Gibet, rien à dire si ve n´est que la mort rôde avec ce si bémol effrayant, avant que ne surgisse Scarbo. Vinnitskaya se permet le pianissimo, l´insinuation, les éclats aussitôt refrénés, elle ose ne pas montrer ses doigts qu´elle a supérieurement agiles pourtant. Et l´œuvre prent tout son sens.
Bête de concours, lauréate sans équivoque du Reine Elisabeth 2007, la jeune Anna Vinnitskaya a déjà marqué le public par des concerts incandescents caractérisés par une personnalité musicale exceptionnelle. Pour son troisième album, elle se consacre à Maurice Ravel, qu’elle interprète volontiers en concert.
Techniquement, il n’y a rien à redire dans les doigts de la jeune femme sont assurés et permettent de surmonter les plus redoutables difficultés de l’Alborada del gracioso ou de Gaspard de la nuit. Coté interprétatif, la pianiste tire Ravel vers ses zones d’ombres dans une optique noire et pessimiste. Des Miroirs, Vinnitskaya, plonge dans un monde de reflets et d’interrogations, où l’éclat se veut plus mat et brut que farouchement coloré et explosif. Elle ne retient que le « triste » des « Oiseaux tristes » et le ton est délibérément nostalgique et songeur. Une Barque sur l’Océan frappe par la puissance de ses lignes de basses, comme si le navire était embarqué dans une houle tumultueuse et destructrice. L’Alborada del gracioso défile à une vitesse vertigineuse et dans des couleurs tirées vers le doute et les abysses, le malaise perce derrière cette Espagne si éloignée des cartes postales trop bigarrées et fauvistes. Il en va de même d’un Gaspard de la nuit, tendu aux extrêmes, éclot d’un rêve cauchemardesque de son auteur. Ravel devient ici symboliste, comme sorti d’un tableau de Degouves de Nuncques ou de Fernand Khnopff. Le Pavane pour une infante défunte, convient à cette optique et l’on y salue la pianiste qui ne verse jamais dans le pathos facile.
L’artiste propose donc un Ravel hautement personnel, qui se trouvera une place d’outsider dans une discographie très encombrée. Les amateurs continueront de chérir les légendaires versions de Martha Argerich (DGG), de Vlado Perlemuter (Nimbus), de Jean Doyen (Accord), de Samson François (EMI), de Walter Gieseking (EMI), sans oublier les lectures contemporaines passionnantes de : Jean-Efflam Bavouzet (MDG), Alexandre Tharaud (Harmonia Mundi), Roger Muraro (Accord) ou l’excellent Steven Osborne (Hyperion). Mais l’originalité de la musicienne et ses incroyables compétences pianistes possèdent leurs arguments pour séduire le public. On regrette juste, comme trop souvent avec Naïve, une prise de son qui manque de clarté et de précision.
Sie ist jung, sympathisch und erfolgreich: die Pianistin Anna Vinnitskaya. Sie stammt aus Russland und spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier. Nach Studien in ihrer Heimat kam sie 2002, mit 19 Jahren, nach Deutschland, um bei Evgeni Koroliov an der Musikhochschule Hamburg zu studieren. Mit erst 26 Jahren, 2009, wurde sie selbst dort Professorin für Klavier - eine der jüngsten in Deutschland.
[...] Jetzt ist ihre dritte CD erschienen, wieder ein Soloalbum, wo sie sich ausschließlich der Musik von Maurice Ravel gewidmet hat.
Es ist eine faszinierende Aufnahme, die auf magische Art und Weise Ravels Musik präsentiert: die berühmte "Pavane pour une infante défunte", der Zyklus "Miroirs" und das dreiteilige Klavierwerk "Gaspard de la nuit". [...]
Anna Vinnitskaya legt das alles wunderbar frei, macht es hörbar, schärft und kantet die Töne, lässt sie dennoch spielerisch in ihrem Verbund stehen. Denn diese Töne wollen auch träumen, wie in der "Pavane". Oder rennen, kämpfen, klagen wie in "Miroirs". Es sind klingende Bilder: der Nachtfalter, das auf dem Ozean treibende Boot, der wilde Kobold. Dabei muss VInnnitskaya manchmal über die Tasten tanzen, jagen, treiben, immer den oft vertrackten Rhythmen hinterher, die sie perfekt zu setzen weiß. Dass die russische und die französische Musikseele offenbar verwandt sind, hat sie schon auf ihrer CD mit Werken von Prokofiew und Ravel bewiesen. Wie sehr ihr dieses Repertoire liegt, diese strukturierte, oft zarte Wildheit, die mehr Bilder malt, als dass sie sich Befindlichkeiten hingibt, das zeigt die Pianistin auf dieser CD in einmaliger Weise.
In Beethovens 4. Klavierkonzert G-Dur beeindruckte die 28-jährige russische Solistin des Abends, Anna Vinnitskaya, durch ihr virtuoses und gefählvolles Klavierspiel. Mit zarter, lyrischer Schönheit trug sie die leise bebenden Akkorde im ersten Satz vor. Im Dialog der Pianistin mit dem Orchester meisterte sie mühelos schillernde Triller, gewaltige, kraftvolle Akkorde und perlende Läufe.
Die Pianistin türmte die Kadenz zu einem wunderbar pianistischen Sonnenaufgang auf. Im Mittelsatz überzeugte, wie [...] die Pianistin das innige Klavierthema an Selbstbewusstsein steigerte. Im heiteren, tänzerischen Rondo entfalteten die Musiker ein schillerndes, brilliantes Finale. Das faszinierte Publikum bedachte diese Leistung zu Recht mit großem Beifall.
La seconde partie du concert est plus réussie. La jeune pianiste Russe Anna Vinnitskaya sait prendre son temps et ne cherche pas, comme tant de ses collègues masculins à imposer un style morbide et agressif à la musique de Rachmaninov. Son toucher est sans dureté et son cantabile est de grande tenue et enfin, elle a le jeu d’octaves qu’il faut avoir pour les variations finales. Les tempi plus naturels permettent à l’orchestre de s’équilibrer avec elle avec soin et on peut profiter des harmonies de l’œuvre qui si elles ne sont pas très modernes restent quand même très agréables et riches.
Brahms’ Klaviermusik zu spielen ist ein bisschen wie den "Ironman" zu laufen. Der Ausdauer-Extremsport fordert vom Aktiven so ziemlich alles: Zu Fuß, per Rad und im Wasser werden enorme Entfernungen zurückgelegt. Das braucht Kondition, Technik, Strategie - und tut manchmal ganz schön weh. Aber wer es ins Ziel schafft, wird mit einer Endorphin-Ausschüttung der Extraklasse belohnt. Auch Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 ist schon von seiner Länge her etwas für Durchhalte-Typen. Zudem muss der Pianist ein echter Teamplayer sein: Denn der Part des Solisten ist in dem 1853 entstandenen Werk aufs engste verwoben mit dem Orchesterteil.
Das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester hat sich für diese Musik hohen Besuch eingeladen: Die 27-jährige Anna Vinnitskaya ist der neue Stern am internationalen Pianisten-Himmel, Leonard-Bernstein-Award-Preisträgerin 2008, seit kurzem Hamburgs jüngste Klavier-Professorin; und am Sonntag erhält sie den Echo-Klassikpreis als "Beste Nachwuchskünstlerin". Dass sie all diese Ehrungen zu Recht erhält, demonstrierte sie in Flensburgs Deutschem Haus beim ersten Sinfonie konzert der Saison mehr als eindrucksvoll. Dass Brahms’ technische Gemeinheiten - wie mächtige doppelte Oktavläufe, brillante Terz- und Sextenketten oder ausladende, sanft perlende Arpeggien - ihr mühelos gelingen, wundert einen kaum. Aufmerken lässt ein ungeheuer homogenes Zusammenspiel mit dem unter der Leitung des Hamburger Gastdirigenten Christof Prick hellwach und präzise aufspielenden Sinfonieorchester, das zuvor schon mit Webers Oberon-Ouvertüre und Beethovens 4. Sinfonie zwei Musterstücke an dramaturgisch höchst geschickt gewobener orchestraler Gestaltungskunst abgegeben hatte.
In einem hinkt der "Ironman"-Vergleich aber wirklich. Denn Vinnitskaya ist alles andere als eine Eiserne Lady am Klavier. Sie gewinnt dem Werk eine jugendliche Frische und Elastizität ab, die den bei der Uraufführung etwa 20-jährigen Brahms im ungemein schön singenden Klang des Flügels wieder auferstehen lässt. Zugleich gelingt ihr eine lyrische Tiefe und eine Schwermut, die daran erinnert, wem dieses Werk ge widmet war - Brahms’ unter schweren Depressionen leidendem Freund Robert Schumann. So kommt’s am Ende zur musikalisch motivierten Endorphin-Aussschüttung: Stehende Ovationen für ein außer gewöhnliches Konzert.
Die Solistin bei Johannes Brahms' Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 (1859) war die in Russland aufgewachsene Anna Vinnitskaya, eine Pianistin, der man beides abspürt: die Liebe zur Musik und brillantes technisches Vermögen. Sie ist zu Hause an den schwarzen und weißen Tasten des Klaviers. Es war eine Freude zu sehen und zu hören, wie sie sowohl bei den energisch-ausufernden als auch den sehr ruhigen, zu Herzen gehenden Passagen agierte. Sie warf sich hinein in dieses kräfteraubende Werk, nahm sich vor allem im zweiten Satz, dem Adagio, viel Zeit, den brahmsschen "Text" zu gestalten, spielte die Triller und Arpeggien im abschließenden Rondo so zauberhaft leicht, dass ihr zu Recht nach fast einer Stunde (!) lang anhaltender Beifall geschenkt wurde. Das Orchester ließ sich - nach einem recht verhaltenen Beginn - schließlich anstecken von so viel Spielfreude. Es war ein Geben und Nehmen.
Le Concerto en sol de Ravel expose ensuite le style impeccable de la pianiste Anna Vinnitskaya justesse lumineuse de l'esprit, du mouvement intérieur. Son jeu très fluide écarte toute raideur ou précipitation Surtout, le son n'est jamais empreint d'une quelconque dureté. Un superbe achèvement, serti par une formation puissante et réactive. Que Levi soit un coloriste-né nous était connu depuis les disques gravés lorsqu'il était Music Director de l'Orchestre symphonique d'Atlanta.
Der Steinwayflügel im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle fühlte sich unter ihren Händen offenbar pudelwohl: Denn die junge Pianistin Anna Vinnitskaya entlockte seinem sonst oft so metallig-kühlen Klang die Wärme eines Bechsteins. Interpretatorische Überraschungen bot ihre Version von Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1, in dem die schöne Russin gemeinsam mit dem SWR-Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (RSO) zu hören war, zwar nicht. Dafür frappierte die unglaubliche Sicherheit, mit der sie die hohen technischen Anforderungen des berühmtesten aller Klavierkonzerte bewältigte.
Anna Vinnitskaya verfügt über ein stupendes virtuoses Potenzial, das weder Unsicherheiten noch haarige Passagen zu kennen scheint. Ob filigrane quecksilbrige Läufe und donnernde Akkordketten, ob schwerblütige melancholische Gedanken oder quirlige Scherze, sie hat die pianistische Feinmotorik derart verinnerlicht, dass ihr noch luxuriös viel Zeit bleibt, um mit dem Orchester und dem Dirigenten zu kommunizieren, impressionistisch mit den Farben zu spielen, jeden Ton, auch den flink vorbeihuschenden, noch mit Emotionen aufzuladen. Sie ist zweifelsohne eine Pianistin, von der man noch viel erwarten darf.
Auch das RSO fühlte sich wohl in Gesellschaft der 27-Jährigen. Es war ja auch nicht das erste Mal, das man zusammenarbeitete: Schon vor drei Jahren hatte die Russin am selben Ort in Sergei Prokofiews 2. Klavierkonzert eine spektakuläre Offenbarung ihres Könnens geboten.
Young Russian pianist Anna Vinnitskaya triumphs in the face of a fearsome technical challenge
Prokofiev's Second Piano Concerto is one of the works (the opera, The Fiery Angel is another) where the composer seems determined to leave the key performer comatose with exhaustion. The first movement's death-dealing cadenza, the breathless scherzo that follows, and the constant, sudden changes of mood and tone of voice throughout make demands calculated to drive any soloist to his limit.
None of this fazes the young Russian pianist Anna Vinnitskaya, who gives the killer concerto a staggering performance here. The technical demands of the work are fearsome, but just as hard to realise are the shifts of character that Prokofiev calls for in the score. Listen to how responsive she is to the composer's dramatic style at the very beginning of the concerto, where a lyrical statement of the main theme by the piano, played by Vinnitskaya in a way that suggests a personal reverie, luxuriates on a cloud-like, iridescent orchestral accompaniment by the strings and winds. Within three minutes the tempo has quickened, the piano has completely shaken off its languor, and the introspective theme heard at the outset is being shrilled out by high woodwinds to very different emotional effect.
Vinnitskaya's ability to shape and contour these changes of scale and atmosphere, backed by her chops as a super-virtuoso, come into full play in the latter part of the movement, where snappy piano writing subsides into a restrained restatement of the opening theme, one that gradually gathers emotional steam, reaching effusiveness as it expands into the huge cadenza. By 9:00 it has been driven into tempestuous musical surroundings where arpeggios race up and down the keyboard and, half a minute later, great chords and hyperactive passagework bring the movement to a spectacular climax that has blown up in a very short time and that should be too grand for a movement that lasts only eight and a half minutes. It works, though, and is awe-inspiringly exciting when played with the perfect balance of control and abandon Vinnitskaya brings to it.
The short second-movement scherzo that follows brings a complete change air. It is one of those hard-driven toccatas that Prokofiev loved, and in Vinnitskaya's hands it maintains a balance of manic joy and edginess as it spins along in its adrenaline-fuelled rush. The recording engineers are also virtuosos here, balancing the piano and the orchestra perfectly so that the winds and solo trumpet add accents of colour to individual notes in the runaway piano line without overwhelming them.
There are moments throughout the concerto where the pianist reveals her deep sympathy with its quirky style. After the stamping heaviness of the opening passage of the Intermezzo, she steers the music skilfully into more delicate emotional territory, then (at around 5:00) opens it out with snappy execution of left-hand figures that have a springy zip reminiscent of the scherzo of the composer's Sixth Piano Sonata. And listen to how Vinnitskaya and conductor Varga allow the weightiness of the opening music of the Finale to scale down to a soulful duet between soloist and cello.
The G stands for Gershwin in Ravel's G-major Concerto, and Vinnitskaya lets herself go with the jazzy touches in the score without going over the top. Listen to her beautifully languid way with the bluesy theme that begins after 1:00 of the opening movement, and to her pinpoint staccato attack in the music after 2:45. The heartbreaker piano solo that opens the second movement, as affecting in its simplicity and emotional depth as the one that begins the central movement of Mozart's K. 488 Piano Concerto, unwinds gorgeously, and the finale is dispatched with perfect precision and great speed, all of Ravel's fluorescent touches, from the clarinet shriek at the beginning until the concluding drum thwack, making their full effect.
Ravel asks a lot from orchestral soloists in this concerto, and the Deutsches Symphonie Orchester under conductor Varga give him everything that he could have wanted. The trumpeter who launches the first movement's high-voltage theme, the harpist who (with the disc's superb engineering) gives such glitter to the harp solo beginning at 4:38 in the first movement, and the rollicking clarinet in the finale are all stars.
I've always regretted that Gary Graffman did not record Prokofiev's Second Piano Concerto with Georg Szell and the Cleveland Orchestra during the 1960s, when he made his peerless recordings of the First and Third concertos. But I don't thing that even they could have surpassed with Vinnitskaya and Varga give us here. For me it goes to the top of the list, despite the excellence of earlier versions by Beloghova (with Ancerl and the Czech Philharmonic, my previous favourite), Ashkenazy, and Kempf The Ravel doesn't eclipse Michelangeli's version, or Collard's, or Zimerman's, but it is in their class. Don't miss this.
She is a wholly exceptional artist, the possessor of a fabulous technique, and her musical understanding is a very rare quality [...] Her playing of the Ravel Concerto is breathtaking [...] I am sure that this is just what Ravel wanted - it really crackles with electricity, her passagework as light and as brilliant as quicksilver. [...] These concertos are very different works, but this young pianist has the measure of them both - in spades.
Himmelstürmend, voll jugendlicher Emotionen, von sinfonischem Ausmaß und zugleich zarten Farben komponierte Johannes Brahms seine frühen Klaviersonaten. Gerade 20 Jahre war er alt, als die mächtige dritte Sonate in f-moll op. 5 entstand und damit Robert Schumanns Begeisterung entfachte.
Die 27-jährige russische Pianistin Anna Vinnitskaya, derzeit „Junge Wilde“ am Konzerthaus, stieg in ihrem zweiten Konzert griffsicher in die mächtige Akkordik des ersten Satz-Beginns ein, maestoso wie gefordert, kraftvoll und spannend. Die Espressivität des folgenden Andante mit dem „Bild“ mondbeschienener Abenddämmerung füllte sie mit erzählerischer Geste, energisch wiederum ging sie das Scherzo an, um dann nach dem verhaltenen Intermezzo im Finale noch einmal mit hoher Virtuosität zu glänzen.
Zuvor hatte sie ihre Hörer mit Tschaikowskys „Die Jahreszeiten“ op. 37A in die Welt der kleinen romantischen Charakterstücke geführt. Zwölf den Monaten entsprechende, verschiedene Stimmungen lässt der Komponist aufklingen, vom beschaulichen „Am Kamin“ des Januar über schwärmerische Mainächte, einer wehmutsvoll dahingleitenden Barcarole (Juni), fröhlichem Erntedank (August) stolzen Jagdfanfaren (September), einem melancholischen Herbstlied bis zum tänzerischem Charme zu „Weihnachten“. Es ist nicht einfach, diesen kurzen Stücken ihren eigenen Charakter und die entspechende Ausstrahlung einzuhauchen, ihre Schlichtheit zu veredeln. Anna Vinnitskaya hat viele Töne zur Verfügung zwischen Brillanz und Verinnerlichung, gleichwohl fällt ihr der „Zugriff“ leichter als das differenzierte Ausmalen intimer Stimmungen. Es macht ihr sichtlich Freude, ihre immense Virtuosität und Attacke zu zeigen. Das tat sie noch einmal in ihrer Zugabe, mit der sie ihr Publikum begeisterte.
This is a seriously impressive recording. The Prokofiev Second Concerto isn't the sort of piece you can make sound easy, but Anna Vin-nitskaya's control at the keyboard is astonishing, and her playing is near enough faultless. Not many pianists would dare programme the work for their orchestral début recording, but it is clearly the right choice for her. And there is subtlety here too: her dynamics range for the barely perceptible to the thundering, and both the gradual dynamics changes and the sudden shifts are handled with expert precision.
Precision and control are words that come to mind with the Ravel too. Like the Prokofiev, it is given a clean no-nonsense reading, and like the Prokofiev it is a work that responds very well to it. She approaches the jazz inflections as one might in Gershwin, with warmth but without any sort of stylistic exaggeration. Much of the passagework in the Ravel is presented with a muscular tone and plenty of rhythm. The piece responds just as well to more wispy and introverted approaches, but played like this it forms the perfect coupling for the Pro-kofiev. And whatever your views on the relative merits of the two composers, the Prokofiev is definitely the main feature of this disc, to the extent that you often feel his presence somewhere in the background of the Ravel. Much of the rhythmic drive in Vinnitskaya's playing comes from the left hand. She never lets the melody lead her, not even in the slow movement of the Ravel, instead keeping a rigorous balance between the two hands. If anything, this makes the virtuosity in the Prokofiev even more impressive, the focused stability of the left hand acting as the perfect complement to the more dazzling passagework of the right.
Naïve are clearly aware of what a huge star they have on their hands, so they've been sure to team her up with a top-class conductor, orchestra and sound team. The Deutsches Symphonie-Orchester Berlin have an excellent recent track-record on disc, and this one is no exception. The orchestra has a busy time of it too, especially in the Ravel, and their performance is up to the same high standard as the soloist. The unity of the string sound is as good as you could want, and the crispness of the various woodwind solos in both concertos perfectly matches the precision of Vinnitskaya's touch. The engineering too is superlative. Even the sound engineers are stretched in this repertoire. Both composers write well for the orches-tra, but they both throw in experimental textures that could easily disrupt the delicate balance between soloist and ensemble. Surprisingly, both the piano and the orchestra are crystal clear throughout.
While the engineers should take much of the credit for this, it is also worth considering what Vinnitskaya's technique offers in this respect. For much of the Prokofiev, it sounds like she is playing full whack, but the fact that so many of the details of the orchestration remain audible suggest that she is achieving this muscular tone at a range of lower dynamics. How does she do it? It's a complete mystery to me, but I can't wait to hear some more.
Nach Mussorgsky gab’s donnerndes Getrampel. Was nur insofern erstaunte, als das gar nicht so kleine Prinzregententheater lausig besetzt war. Doch die Handvoll Klavierfans, die den Weg zu Anna Vinnitskaya gefunden hatte, erlebte an diesem Abend Grandioses.
Einmal, weil die endlos gehörten zehn „Bilder einer Ausstellung“ von trübe gewordenem Belag befreit wurden und an einigen Stellen tatsächlich klangen, als kämen sie frisch vom Restaurator. Sicher, den Mussorgsky-Klassiker hört man selten wirklich schlecht. Aber die 27-jährige Russin, die sich auf Fotos schon mal wie der Pianovamp aus der Hotelbar stilisiert, überraschte mit rhythmischen Raffinessen. Die reichten bis zum schwülen Swing von Gershwins „Rhapsody in Blue“, dazwischen dröhnten die Promenaden in ständig wechselnder Couleur, und aus den düsteren Katakomben drang unvermittelt gellendes Lachen.
Das hatte Thrill bis in die kleinsten Pinselstriche dieser überbordenden Tableaus, doch die eigentliche Großtat der Vinnitskaya, die realiter einen angenehm unprätentiösen, zuweilen backfischhaften Auftritt pflegt, war Brahms’ Opus 5. Wer traut sich schon mit solcher Leidenschaft an diesen Brocken? Welcher Pianist geht noch auf volles Risiko? Wer lässt diese unglaubliche Tiefe aller nur denkbaren Emotionen zu? Und derer gibt’s in der f-moll-Sonate mehr als genug.
Anna Vinnitskaya ist ein Tastenviech, das im Dunkeln den Angriff vorbereitet, die Bässe lodern gefährlich – schon im Allegro maestoso. Fast rotzig wirft sie das Hauptthema, die dominanten Viertongruppen, dazwischen und kann sich jeder Zeit in eine fragile Glasmenagerie katapultieren, die sie fein auf Schumann zuspitzt. Selbst im irrwitzigen Taumel des Scherzos gelingen ihr klare Konturen, wie schwarzer Regen fallen die Akkorde im Intermezzo, und dann galoppiert sie am Ende wie selbstverloren durch ein grandioses Finale, das noch Verzweiflung in die Erlösung webt. Sagenhaft!
Das 2. Klavierkonzert von Sergej Prokofiew brachte Anna Vinnitskaya 2007 den Gewinn des renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel. Schon kurz nach dem Wettbewerb zog sich die Pianistin ein wenig zurück. Nun kehrt sie verstärkt auf die Podien zurück und hat nun auch erstmals eine Konzert-CD eingespielt, neben Ravels G-Dur-Konzert eben mit dem genannten 2. von Prokofiew.
Und genau in diesem Klavierkonzert des Russen merkt man es sofort: Vinntiskaya ist noch einmal gereift, dringt tiefer in die dynamische wie agogische Ausdeutung der Abschnitte und Phrasen ein, verleiht ihnen mehr Plastizität und Transparenz. Nein, der jugendliche Überschwang ist weitgehend verschwunden. Dies soll nicht heißen, dass die immer noch junge Pianistin nicht auch vehement und draufgängerisch werden kann - wie beispielsweise am Ende der Kadenz im 1. Satz. Aber im 2. Satz hat sie sich immens im Griff und lässt sich nicht jagen von der Dramatik. Auf diese Weise gelingt Vinnitskaya - bei aller technischer Brisanz - mit dem versiert und brillant aufspielenden Deutschen Symphonie-Orchester eine durchweg emotionsgeladene Version dieses Konzerts, wie man sie in dieser Qualität schon lange nicht mehr gehört hat.
Und Ravels G-Dur-Konzert? Hier scheinen für die Pianistin die selben Gesetze zu herrschen wie bei Prokofiew. Allerdings vermag sie nun wirklich zu swingen, lasst sich verführen von den Jazz-Einflüssen. Und so farbenreich ist auch ihr Spiel. Eine tiefsinnige wie eigenwillige Pianistin.
Die 27-jährige Wahl-Hamburgerin realisiert die fordernden Solopartien nicht nur ohne die geringsten Schwachstellen, Unschärfen oder Sperrigkeiten, sondern mit geradezu demonstrativ gleichmäßiger und runder Tongebung. Unter Gilbert Vargas Leitung legt das Deutsche Symphonie-Orchester der Pianistin einen luxuriösen, farbkräftigen und fein gewebten Klangteppich aus.
Naturally when one thinks of the words piano concerto and Russian, Rachmaninov comes to mind, but this album proves that Prokofiev is equally adept at composing a masterwork for the piano, the Piano Concerto No. 2, which is made up of four movements. Though the recording quality is a bit too soft at the beginning when the piano enters, the tone is very crisp and bright and perhaps a little too polished-sounding. Prokofiev is less tonal here than in some of his other works, and this certainly makes the concerto a challenge to play. However, Vinnitskaya is more than up to the task, as her elegant, delicate touch moves through runs in the first movement with great precision and handles lively, playful passages in the third movement with great agility. Vinnitskaya's style might be likened to a ballet dancer: supple, strong, but never ungraceful.
Sometimes the phrasing in the first movement sounds mostly horizontal; that is, we get the sense of the flow of the melody, with less emphasis of the vertical chords. However, it is clear that, though she has performed since childhood, she is young and there is still exciting promise to see her growth as an artist. Gilbert Varga sets a rapid tempo with the Deutsches Symphonie-Orchester Berlin in the fourth movement, but the pianist's blooming, majestic arpeggi never lag behind. Prokofiev himself held Maurice Ravel in great admiration, so it is indeed fitting that Ravel's Piano Concerto in G major is the second work on the album. From its shimmering begin-ning with the piano and orchestra in a dialogue together, to the ethereal orchestral passages of beautiful tone color that are un-mistakably Ravellian, Vinnitskaya captures well the spirit of the composer. Overall, the concerto is less of a showcase of the pianist than it is a tightly knit work between the piano and the orchestra, and once again Varga leads the orchestra with great skill while respecting Vinnitskaya's artistry.
Auch wenn drinsteckt, was draufsteht, heißt das noch lange nicht, dass es keine Überraschungen geben kann. Das Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau kam in den hannoverschen Kuppelsaal, spielte zwei der populärsten Werke seines Namenspatrons – und verblüffte dennoch. Aber leider nicht nur angenehm. So bräsig bis lustlos sollte man jedenfalls den fulminanten Auftakt von Peter Tschaikowskys 1. Klavierkonzert nicht intonieren, wenn man als ehemaliges Moskauer Rundfunkorchester ehrenhalber den Namen Tschaikowsky führen darf. Chefdirigent Wladimir Fedossejew konnte seine Musiker drei Sätze lang nicht mitreißen. Für Konturenschärfe sorgte nur Anna Vinnitskaya, die nicht nur die Akkordketten in die Klaviatur meißelte. Die junge Russin spielte so kraftbetont, als wolle sie Martha Argerich entthronen, die bislang als der größte Kerl am Klavier galt (aber bei genauerem Hinhören doch sehr viel mehr Nuancen anbietet). Wenn es gefühlig wird, dann spreizt Vinnitskaya das Tempo schon mal, aber immer wieder juckt es sie in den Fingern, dem Orchester zu zeigen, wo´s langgeht – und wie schnell. Das war exzentrisch, manchmal auch ekstatisch und ein bemerkenswerter Kraftakt der sichtbar hochschwangeren Pianistin: Musikhören soll ja für Ungeborene gut sein.
Nach einer eher romantischen Solo-CD wagt sie sich nun an zwei Konzerte, die der frühen Moderne kräftige Stempel aufgedrückt haben. Prokofjews zweites Klavierkonzert hat bei seiner Uraufführung 1913 einen Skandal entfacht und den Komponisten das Etikett eines brutalen Futuristen eingetragen. Tatsächlich fasziniert auch heute noch die überbordende Energie dieses Werkes. Anna Vinnitskaya überzeugt hier durch eine kluge Dramaturgie, die auch im Rasen noch Steigerungen setzt. Dass sie auch lyrische Feinheiten auskosten kann, zeigt sie in Ravels G-Dur-Konzert, das wie hinter einem Schleier auf Mozart und Saint-Saens zurückblickt. Beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin glänzen besonders die Bläser mit feinen Konturen.
Zwischen Kraftausbruch und Eleganz findet Anna Vinnitskaya den richtigen Ton für zwei Meilensteine des Aufbruchs im 20. Jahrhundert.
Wo Anna Winnizkaja mit 27 Jahren ihre Reife hernimmt, bleibt ein Geheimnis, kein Wunder, dass die Russin in Hamburg bereits eine Professur innehat. Bei der Tschaikowsky-Gala im Kuppelsaal vor 1900 Besuchern wirkte ihr Pianospiel bei Tschaikowskys 1. Klavierkonzert ausgewogen, sensibel, facettenreich.
Ein klasse erster Teil mit dem Tschaikowsky-Symphonieorchester Moskau, durchdacht und emotional zugleich. Auch Wladimir Fjodosejew auf dem Pult wusste, was er wollte.
Winner of the 2007 Queen Elisabeth Competition, Anna Vinnitskaya here takes on some of the most technically and musically demanding pieces in the repertoire and emerges triumphant. Whichever version you choose – Vinnitskaya elects to play the 1931 revision – there is no escaping the less than organic nature of Rachmaninoff´s thinking in the Second Sonata, in which ideas appear to collide rather than grow naturally out of one another. Vinnitskaya´s solution is to use colour and texture (deftly pedalled) as musically binding forces while keeping forward momentum on a fairly tide rein, theirby imparting a strong sense of 'belonging' to the work´s episodical leanings. Her control of dynamics is exemplary, from the gently whispered correspondences of the slow movement to the finale´s primeval eruptions, even if she doesn´t quite rival the emotional intensity of Gordon Fergus-Thompson´s classic account for Kingdom Records.
There is no shortage of electrical surge in Vinnitskaya´s gripping account of Gubaidulina´s 1962 Chaconne, which here emerges as a blinding masterpiece of coruscating invention. The way Vinnitskaya segues from the visceral central climax into the supreme delicacy of what follows and then builds inexorably towards another explosion of hyper-activity is unforgettable. Her ability to focus the listener's attention on the 'big picture' rather than just play for the moment als pays special dividends in the Medtner-Sonata, which posseses a compelling emotional coherence.
Finest of all is the Prokofiev, which Vinnitskaya unleashes with elemental ferocity, underpinned by a heightened structural instinct, which keeps the music pushing forward to its exultant final resolution.
Am vergangenen Freitagabend traten die Lütticher Philharmoniker erstmals im St.Vither Kultur-, Konferenz- & Messe-Zentrum Triangel auf. Beim zweiten Konzert im Rahmen der 18. Auflage des Ostbelgien Festivals blieben im großen Saal kaum Plätze frei.
Unter der Leitung von Louis Langrée präsentierten die Musiker ihr fein ausgearbeitetes Programm. Als Solistin wurde die Pianistin Anna Vinnitskaya, ihres Zeichens Erste Preisträgerin des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs von 2007, engagiert. [...]
Es folgte das heitere Klavierkonzert Nr. 2 in F-Dur des russischen Komponisten und Pianisten Dmitri Schostakowitsch. Er widmete dieses Werk seinem Sohn Maxim, der es auch selbst zur Uraufführung brachte. Es handelt sich um eine Spielmusik in drei Sätzen, bei der der Dialog zwischen Solopiano und Orchester im Mittelpunkt steht. Nach einem virtuos gehaltenen Allegro erklang im Andante pure Romantik, bevor es beim Schluss-Allegro wieder dramatischer zuging.
Die Ausführung des Stückes war ganz besonders geprägt von Anna Vinnitskayas gefühlvollen, aber auch aufregend dramatischen Tönen am Flügel. Das Publikum schien aus der Begeisterung nicht mehr rauszukommen, so dass sich die Solistin zu einem kurzen Tschaikowsky-Stück als Zugabe hinreißen ließ.
As winner of the 2007 Queen Elizabeth International Music Competition and the 2008 Leonard Bernstein Award, Russian-born pianist Anna Vinnitskaya is clearly a name to reckon with. Her imaginatively devised and vividly recorded programme juxtaposes late-Romantic bravura (Rachmaninov and Medtner) with the more acerbic language of Prokofiev’s Seventh Sonata and Gubaidulina’s abrasive Chaconne.
There’s little doubt that she has the measure of each work, demonstrating not only formidable technical control but also a truly remarkable range of tonal colouring. One might quibble that in adopting a more reflective pose in the opening movement of the Rachmaninov (here in the later 1931 version) she doesn’t always convey the composer’s prescribed Allegro agitato. Yet there’s no denying the sheer beauty and richness of her sound, the central movement presented in a particularly haunting manner. The Medtner, too, is spellbinding with a veiled quality that captures the music’s sense of nostalgia as well as its fragility.
Gubaidulina’s rugged Chaconne of 1962, mixing strongly percussive writing with more enigmatic and withdrawn passages, is a highly accessible work played here with tremendous brilliance. Finally Vinnitskaya offers an extremely compelling account of Prokofiev’s Seventh Sonata with a terrifyingly relentless Finale. By opting for an unusually fast and furious tempo for much of the first movement she certainly coveys the music’s sense of unease, though some might argue that in the slow movement her approach is too chilly, somewhat in contradiction to Prokofiev’s marking of Andante caloroso.
Die f-Moll-Sonate von Brahms markierte nicht nur den Höhepunkt zum Abschluss der pianistischen Entwicklung des Komponisten, sondern auch zahlreiche Highlights im Konzert Anna Vinnitskayas.
Die Sonate eröffnete mit einem stürmischen Satz von beträchtlichem Ausmaß, dessen Emotionen von den impulsiven Körperbewegungen und der ausdrucksvollen Mimik der Künstlerin widergespiegelt werden. Im folgenden ausgedehnten Andante, einem der schönsten langsamen Sätze der romantischen Klavierliteratur, erfährt man das Motto der Sonate: „Der Abend dämmert, das Mondlicht scheint/Da sind zwei Herzen in Liebe vereint/Und halten sich selig umfangen.“
Anna Vinnitskayas Finger scheinen nur so über die Tasten zu streicheln, die Musik vermittelt einen Zustand der inneren Ruhe, des Glücks und der Zufriedenheit. Ein sehr kraftvolles, schnelles, teilweise sich überschlagendes Scherzo bildet den Übergang zum Intermezzo und trennt die zwei Teile rigoros. Die eher melancholischen Töne scheinen sich wehmütig an die Liebessehnsucht zu erinnern, das „moll“ der Sonate kommt deutlich zum Vorschein. Das energiegeladene Finale beseitigt schließlich die Zweifel des vorangegangenen Satzes.
Im zweiten Teil des Klavierabends zaubert die Pianistin das ganze Publikum in eine Ausstellung, und schreitet mit ihm von Bild zu Bild. Die „Bilder einer Ausstellung“, ein Werk von Mussorgsky, sind so plastisch überliefert, dass man glaubt, sie sehen zu können. Anna Vinnitskaya erzählt mit ihren Händen die unterschiedlichen Geschichten der Bilder und man hat das Gefühl, dass es sich nicht um zehn, sondern weit mehr Finger handelt, die den Steinway überfliegen.
Vor dem inneren Auge erkennt der Zuhörer den „Gnomus“, der durchs Bild huscht genauso wie „Das alte Schloss“ in seinen wuchtigen Gemäuern oder die lieblichen „Tuillerien“. Die Künstlerin geht vollständig in ihrer Musik auf, sie lebt die Töne der acht Oktaven von C2 bis c5, und die Klaviatur gehorcht ihr ohne weiteres.
Der Besucherstrom, der trotz unwirtlicher Zugangsbedingungen dem kleinen Saal der Musikhalle zustrebte, zeigte: Vinnitskaya - als Meisterschülerin des großen Hamburger Bach-Spielers Evgeni Koroliov just zur Nachfolgerin des emeritierten Klavierprofessors Volker Banfield erkoren - hat sich eine anhängliche Hörergemeinde erspielt. Dass ihre Berufung zeitlich vor dem Konzertexamen stattfand, das sie jetzt im Rang eines Elbphilharmonie-Konzerts ableistete, dürfte ziemlich einzigartig sein.
Allerdings kann auch kaum eine Pianistin mit nur 26 Jahren eine so dekorative Preis-Kollektion aufweisen wie die in der russischen Schwarzmeerstadt Novorossijsk geborene Tochter aus guter Musikerfamilie, die in Rostow am Don studierte, bevor sie an die Elbe zog. Was sie in zwanzig Lebensjahren seit dem Anfangsunterricht bei der Mutter in Fingernerven, Herz und Hirn an pianistischen Formkräften konzentriert hat, ließ sie nun einströmen in die Klavierwelten Ravels und Schumanns - bar jeglichen Künstlergehabes, einzig dem Geist und der Aura der Stücke hingegeben.
Ohne das Podium zu verlassen, band sie ihr Ravel-Programm zur inneren Einheit. Gleich im einleitenden "Nachtfalterstück" des Spiegel-Zyklus' ließ sie - wie in Gedanken an Verlaines Gedicht "Un grand sommeil noir" - unheimliche Gesellen tanzen und taumeln, bevor in der Arabeske der "Traurigen Vögel", beginnend mit einem Amselruf, irisierende Pedalschleier und grundtonferne Harmonie-Rückungen aufschimmerten. Schaumgeborene Melodik, aufspritzende Gischt, einander überlagernde Wellenspiele und Meeresleuchten umsäumten die "Barke auf dem Ozean": Ein impressionistisches Seebild, das der Schwarzmeer-Tochter aus der Seele sprach.
Scharfkantig abgesetzt hiervon die rhythmisch ausgezackte Serenade des spanischen Lustspiel-Narren, der sich in der Morgendämmerung aus seinem Liebesnest stiehlt: "Alborado del Gracioso". Zauberhafter Ausklang des Zyklus' im "Tal der Glocken", in Quart-Intervallen gestimmt - Vorecho zu Debussys "Versunkener Kathedrale". In Ravels "Sonatine" schälte die Pianistin kraft ihrer allmächtigen Fingerfertigkeit den motivischen Kern der drei stimmungsverschiedenen Sätze klar heraus: Abermals die Quarte nebst ihrem Komplementär, der Quint.
Diese Intervalle bilden auch das Rückgrat von Schumanns Klavierzyklus "Kreisleriana", benannt nach E. T. A. Hoffmanns Erzählbündel um den romantisch verwilderten Kapellmeister Kreisler, Hauptfigur des Doppelromans "Kater Murr". Humoristisch, mystisch, exzentrisch verliebt - so deutete Anna Vinnitskaya Schumanns Liebesblicke auf Clara. Recht hat sie!
Anna Vinnitskaya noch einen Geheimtipp unter den Pianistinnen zu nennen wäre verfehlt, denn bei ihrem ersten Klavierabend in der Laeiszhalle war der Kleine Saal nahezu ausverkauft. Insidertipp wäre treffender, denn es waren dort viele bekannte Gesichter aus der Hamburger Musikszene zu sehen: Professorenkollegen, Studenten und Musiker, die eine Künstlerin hören wollten, von der sich offenbar mittlerweile herumgesprochen hat, wie gut sie ist.
Und die 27-Jährige machte ihrem Ruf alle Ehre: Technisch absolut souverän, mit sicherem Stilempfinden und feinem Sinn für Farben und Stimmungen meisterte sie ihr Programm. Das war mit Ravels "Miroirs", "Pavane" und "Sonatine" vor und Schumanns "Kreisleriana" nach der Pause in zwei homogene Blöcke geteilt.
Ravel gibt dem Malerischen ja selbst das Sujet vor. Seine „Miroirs“ sind Gemälde aus der Natur, inspiriert von Empfindungen, die der Komponist deutlich beschreibt. Traurige Vögel erleben einen melancholisch heißen Sommertag, eine Barke treibt im Spiel der Wellen auf dem Ozean. Ganz anders kommt dann morgentrunken der Hofnarr daher, rastlos, komödiantisch, skurril. Und geheimnisvoll hört man wie aus einer anderen Welt die Glocken des „La vallé des cloches“. Sensibel, mit differenzierter Anschlagskultur gibt sich die junge Pianistin den Stimmungen hin, vermag zu rühren mit ihren liebevoll versponnenen impressionistischen Tongespinsten.
Über die „Pavane pour une infante défunte“ führte sie ihre Hörer dann in die Sonatine fis-moll, die keine direkten Bilder heraufbeschwört, aber hier in ihrer Transparenz fast zerbrechlich schön aufklang.
Schumanns „Kreisleriana“ zeichnet keine Bilder, sondern Charaktere, Seelenzustände, Emotionen. Kapellmeister Johannes Kreisler, romantische Romanfigur bei E.T.A Hoffmann, stand Pate bei diesen leidenschaftlichen und intim zurückgenommenen kleinen Stücken, die Vinnitskaya mit Klangdelikatesse gestaltete. Sicher stellte sie sich auf die Stimmungen zwischen Spuk und Traumschatten, Wildheit und Pianissimo-Visionen ein und band sie zu einem großen Ganzen zusammen, eine Meisterin des Leisen und Beseelten, die Klänge sorgsam modelliert und die Brillanz dem Ausdruck unterordnet.
Diese pianistische Power, dieser entfesselte Furor auf dem Klavier erinnert stark an die große Martha Argerich. Was die junge Russin Anna Vinnitskaya auf ihrer Debüt-CD macht, katapultiert sie aus dem Stand in die erste Reihe der spannendsten Klavierspielerinnen der Gegenwart. Anna Vinnitskaya ist dabei viel mehr als nur eine weitere Tastenlöwin aus dem Osten - sie überzeugt nicht nur mit fulminanter Technik, sondern auch mit wunderbar lyrischer Kraft auf den schwarzen und weißen Tasten.
Mit den ersten beherzt angeschlagenen Akkorden öffnet die junge Anna Vinnitskaya das Tor zu Rachmaninows zweitem Klavierkonzert, das ebenso weltberühmt, wie wohl auch geschmäht wurde. Das beständige Fließen süffiger Harmonien, die instrumentalen Fluten des groß besetzten Orchesters mit den effektvoll darauf glitzernden permanenten Klavier-Figurationen entfalten schon im ersten Satz den Kosmos von Rachmaninow, der in Anspielung auf Marcel Prousts Epos als „Suche nach der verlorenen Zeit“ beschrieben wurde. Willig begeben sich die Zuhörer in diese rauschhaften Klangwelten aus süffigen Tonreizen und musikalischer Raffinesse. Mit inniger, an Chopin gemahnender Delikatesse erklingt der zweite Satz im schattigen Licht der sordinierten Streicher, das von vereinzelten Rufen von Flöte und Klarinette erhellt wird und mit einer brillanten Klavierkadenz endet. Nicht nur im virtuosen Finalsatz stellt Anna Vinnitskaya ihr großartiges Können unter Beweis. Erst recht bei der Zugabe, der im positiven Sinne romantischen Bearbeitung eines Praeludiums von J. S. Bach, zeigt sie berückendes Legato-Spiel im feinsten Piano, subtile Anschlagskultur und Ausdrucksvielfalt.
"Die Russin Anna Vinnitskaya [...], 2007 Siegerin beim Brüsseler 'Reine Elisabeth', spielt Rachmaninows zweites Klavierkonzert mit elementarer Musikalität und technischer Fertigkeit, aber aufregend wird ihr Vortrag des spätromantischen Konzerts erst durch ihre musikalische wie pianistische Angriffslust. Die junge Frau ist des Furors mächtig, es gefällt ihr, von den Philharmonikern flexibel-klangstark begleitet, Passagen der Erregung katzenhaft zuzuspitzen, Tempi anzuziehen, im rechten Moment emotional die Pranke zu zeigen. Der Konzertdialog kann zur Kampfsituation werden oder zum lyrischen Höhenflug. Die Kitschfrage stellt sich gar nicht, Rachmaninow schrieb, abseits der Logikkriterien Wiener Klassik, einfache große Musik. Für Blumen und Jubel dankt Vinnitskaya mit einer Rachmaninow-Zugabe. [...]"
POURQUOI ? Si les jeunes pianistes doués ne manquent pas, peu possèdent la maturité d'Anna Vinnitskaya, lauréate du prix Reine-Elisabeth en 2007.
MAIS ENCORE... Son premier disque, consacré à la musique russe du xxe siècle, est un coup de maître. La virtuosité incandescente de la Sonate n° 2 de Rachmaninov et la rage angoissée de la Sonate n° 7 de Prokofiev sont ici rendues avec une assurance confondante. Une révélation. Et une artiste à suivre, déjà.
Plus qu’une carte de visite, le premier disque de la jeune pianiste Anna Vinnitskaya révèle une personnalité accomplie.
Lauréate de plusieurs prix dont celui du Reine Elisabeth en 2007, Anna Vinnitskaya stupéfie par la maturité et la personnalité de son jeu. Le programme lui convient à merveille, non seulement parce qu’elle dispose de moyens techniques impressionnants, mais aussi parce qu’elle caractérise chaque pièce.
Quoi de plus opposé en effet que le romantisme post-brahmsien de la Sonate « Réminiscence » de Medtner, à la verticalité orchestrale et aux déflagrations de la Chaconne de Goubaidoulina ? La première pièce est construite dans l’esprit d’une improvisation ou d’une ballade nimbée de rayons de lumières irisées. La deuxième joue sur la pulsation et une percussivité réjouissantes. Sans raideur, évitant toute sonorité cassée, Anna Vinnitskaya met en relief le foisonnement des idées, mais aussi la beauté sensuelle de la Chaconne. La construction de la pièce bâtie sur une série de variations n’a jamais été aussi bien traduite par ses précédentes interprètes (toutes féminines !), y compris depuis la dédicataire, Marina Mdivani, et jusqu’aux prestations de Diana Baker, Béatrice Rauchs et Marcela Roggeri.
La Sonate n° 2 de Serge Rachmaninov dans sa version révisée de 1931 est toute compacte, d’un élan symphonique. Chaque détail de la partition est mis en valeur avec une sûreté et un goût parfait des contrastes. La Sonate de Prokofiev est tout aussi aboutie.
Même en se doutant qu’il y eut certainement des montages, on est bluffé par la poésie de l’interprétation. Le toucher d’Anna Vinnitskaya est à la fois précis et juste dans l’expression de la liberté du chant ainsi que dans le refus de tout alanguissement dans la valse de l’andante caloroso. Cette version possède une profonde musicalité, un équilibre instinctif entre l’expression de la rage et de l’angoisse. Elle rejoint les références d’Argerich, Ashkenazy, Gavrilov, Kasman, Pollini, Richter, Sofronitzky...
Die junge Pianistin lädt zu einer Reise durch Russland ein. Eine spannende CD, für deren hervorragende Tonqualität Nicolas Bartolomé gesorgt hat.
Die Technikfreaks unter den Melomanen, die sich mit Hightech-Material umgeben, nähren gern die Vorstellung, sie erreichten Konzertsaalqualität. Da spielt es dann keine Rolle mehr, ob die Musik im kühlen Studio mit hochleistungsfähigen Tonanlagen aufgenommen wurde: Sie sind glücklich, wenn sie die Tonmischung als solche wahrnehmen.
Nicolas Bartolomé ist einer jener Toningenieure, die Fehlendes als real Gegebenes hervorzaubern können. Es mag verwundern, dass ich als Erstes von seiner Arbeit spreche, aber die klangliche Schönheit übertrifft in der Tat die der meisten gegenwärtigen Produktionen. Ich weiß nicht, auf was für einem Klavier Anna Vinnitskaya spielt, aber ich würde allzu gern im Konzertsaal ihre Präsenz und ihre nuancierten, neue Räume eröffnenden Interpretationen erleben.
Jeder weiß natürlich, dass technisches Genie nicht ausreicht, um eine gute CD zu machen. Die Konzertillusion entsteht nicht allein durch einen Klanghof, sondern erfordert auch eine bestimmte geistige Disposition, eine Bewegung, ein Programm. Zunächst einmal ist zu würdigen, dass die junge russische Pianistin, die 2007 den Wettbewerb „Reine Élisabeth“ in Brüssel gewann, für diese CD ein Programm zusammengestellt hat, das in sich vollkommen stimmig ist, und nicht nur, wie so oft, bloß äußerlich einheitlich erscheint: Das Verbindende zwischen den oft weit voneinander entfernten Kompositionsstilen stiftet die gemeinsame Kultur der Musiker. Rachmaninows Lyrismus, Gubaidulinas kontrastreiches Schwanken zwischen Begeisterung und Meditation, Medtners sanfte Melancholie und Prokofjews manchmal aggressive Dunkelheit – all das ergänzt sich in bewundernswerter Weise zu einem echten Parcours.
Anna Vinnitskaya hat dieses CD-Programm mit einer Sorgfalt zusammengestellt, wie andere sie nur auf ihr Konzertprogramm verwenden. Es ging ihr darum, den Hörer mit auf eine Reise zu nehmen und ihn etwas intelligenter zurückzulassen: Eröffnet sie doch durch ihr perfekt strukturiertes Spiel die Sicht auf 44 Jahre russische Musik. Um das zu bewirken, begnügt sie sich nicht damit, einen durch stilistische Logik vorgegebenen Weg zu gehen, sondern macht ihr Klavier selbst zum Ort des Ausdrucks. Das setzt voraus, dass sie ihre unvergleichliche Virtuosität in den Dienst einer ebenso rhythmischen wie melodischen Phantasie stellt, so dass diese Werke klingen, als gingen sie aus einem einzigen Körper hervor. Das macht im Grunde das Wesen der Interpretation überhaupt aus.
La jeune pianiste Anna Vinnitskaya nous propose un voyage en terre de Russie. Un disque haut en couleur remarquablement capté par Nicolas Bartolomé.
Les mélomanes férus de technologie, entourés de matériel de pointe, nourrissent généralement le fantasme d’approcher, par le biais de leur chaîne hi-fi, la vérité du concert. Qu’importe si la musique a été captée à l’ombre des studios, qu’importe l’artifice des micros, les bidouillages de la technique : qu’une prise de son s’impose par sa présence, et les voilà heureux.
Nicolas Bartolomé fait partie de ces ingénieurs du son capable d’inventer de toutes pièces une réalité absente. Si je commence par parler de son travail, c’est qu’il dépasse en beauté sonore la majorité des productions actuelles. Je ne sais pas à quoi ressemble le piano d’Anna Vinnitskaya, mais je rêverais d’entendre en concert une telle présence, de telles nuances, un tel espace…
Cela dit, on ne fait pas un disque avec le seul génie de la technique. Cela se saurait ! L’illusion du concert ne se crée pas seulement avec un halo sonore, mais implique un esprit, un mouvement, un programme. Le premier mérite de cette jeune pianiste russe (lauréate en 2007 du Concours Reine Élisabeth de Bruxelles) tient à la conception de son programme qui parvient à conserver une parfaite cohérence tout en évitant le piège de l’unité de façade : la culture commune qui lie les compositeurs entre eux se charge de faire le lien entre des styles assez éloignés. Le lyrisme de Rachmaninov, les contrastes de Gubaidulina qui oscille entre emphase et méditation, la douceur mélancolique de Medtner, la noirceur parfois violente de Prokofiev, tout cela se complète admirablement et forme un véritable parcours.
Anna Vinnitskaya construit son disque comme d’autres leur programme de concert. Le but étant d’emmener l’auditeur quelque part et de le rendre un peu plus intelligent, elle ouvre une perspective sur 44 ans de musique russe en faisant de cette musique un espace parfaitement structuré. Pour cela, elle ne se contente pas de suivre un chemin dicté par une simple logique stylistique, elle fait de son piano le lieu même où cette musique s’exprime. Cela suppose de mettre une virtuosité à toute épreuve au service d’un imaginaire à la fois rythmique et mélodique et de faire sonner ces œuvres comme si elles sortaient d’un même corps. Interpréter, ce n’est au fond rien de plus…
Discipline de Evgueni Koroliov à Hambourg et victorieuse du Concours Reine Elisabeth de Bruxelles en 2007, Anna Vinnitskaya enregistre un premier disque consacre à des compositeurs (Rachmaninov, Goubaidulina, Medtner, Prokofiev) qui font partie de son arbre généalogique. Les dés sont jetés avec le Sonate n.2 (version révisée de 1931) du premier; la soliste s´engage dans un corps à corps intense avec la matière, littéralement sculptée, dans une course à l'abîme maîtrisée par une technique souveraine.
Dans la Chaconne de Sofia Gubaidulina (composée en 1962 à l´âge de trente et un ans), Anna Vinnitskaya fait preuve d´un contrôle rythmique sans faille et d´une virtuosité contrastée, où la légèreté de touche le disput à la puissance sonore. La même impression prévaut avec la Sonate „Réminiscence“ de Medtner (1918), dant les élans les plus véhéments sont contrôlés par une exécution d´une grande poésie, entre fulgurance et méditation.
Le sense de l´architecture est aussi l´apanage de sa vision de la Sonate n.7 de Prokofiev, où le sentiment guerrier (Allegro inquieto) est contrebalancé par des feulements sonores cristallins (Andante caloroso). Le terrifiant finale (Precipato), loin de se réduire à un martèlement vide de contenu, apparaît plus dosé que motorique. Chaque note acquiert un timbre approprié au service pourtant d'une conception systémique. Mieux qu'une carte de visite impressionante, un récital habité, qui, d'entrée de jeu, impose Anna Vinnitskaya parmi les jeunes interprètes appelés à occuper un rôle de premier plan.
War es das hübsche Gesicht der Solistin Anna Vinnitskaya? War es der graue Nobelschopf des Dirigenten Gilbert Varga? Waren es die ´Bilder einer Ausstellung´ des Komponisten Modest Mussorgsky? Die Gründe, die dazu geführt haben, dass das Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters im Berliner Konzerthaus ausverkauft war, bleiben spekulativ. Anna Vinnitskaya hätte es jedenfalls verdient, dass die Leute wegen ihr gekommen wären. Die 26-jährige Russin gibt Anlass zu größten Hoffnungen. Nicht mit einem Schlachtross der Klavierliteratur stellte sie sich erstmals in Berlin mit einem Orchester vor. Sondern mit Sergei Prokofiews sperrigem 2. Klavierkonzert, bei dessen Uraufführung 1913 das Publikum durch Flucht seine rege Anteilnahme zum Ausdruck brachte.
Im Berliner Konzerthaus floh keiner. Zu beeindruckend war es zu sehen und zu hören, wie sich diese junge Pianistin den horrenden Schwierigkeiten des Konzerts stellte und sie überzeugend meisterte. Man hört diese Musik meist, als verwechselte der Pianist das Klavier mit einem Schlagzeug. Vinnitskaya vermied es, das Stück als Leute-Schreck zu präsentieren. Nach 100 Jahren ist dies wohl auch nicht mehr opportun. Schon die einleitenden Passagen nahm sie leicht abgefedert, weich und in den Punktierungen weniger kantig als geschmeidig rund. Auch in der riesenhaften Kadenz des 1. Satzes ließ Vinnitskaya die Musik kein futuristisches Manifest des mechanisierten Zeitalters werden. Mit Bravour bewältigte sie die schier aberwitzigen Sprünge, die der Komponist den Solisten vom untersten bis zum obersten Ende der Klaviatur absolvieren lässt. Es wird von Kritikerseite oft so getan, als sei technische Beherrschung eher ein Mangel als die notwendige Grundlage für jede Interpretation. Dass Vinnitskaya noch nicht in der Lage ist, tausend Farben aus dem Flügel zu zaubern, muss ihr nachgesehen werden. Sie gab der Musik aber Seele, selbst in den rasenden Läufen schien sie bisweilen zu grübeln. Klanglich ordnete sie das Werk irgendwo zwischen der Musik Rachmaninows und Ravels ein. Dass sie als Zugabe Ravels „Pavane pour une enfant défunte“ wählte, war da nur konsequent.
Sie ist eine Meisterin der Nuancenvielfalt, der zartesten Anschläge und der wildesten Tastenritte: Eine Klangmalerin mit enormer Ausdruckskraft. Wenn die 25-jährige Russin Anna Vinnitskaya am Flügel sitzt, dann trägt sie ihr tiefstes Inneres nach außen und lässt die Zuhörer im nahezu voll besetzten Kaminsaal des Schlosses direkt an den Emotionen teilhaben. All diese Tugenden hat die in Novorossijk geborene Pianistin im Kaminsaal des Stadthäger Schlosses am Freitagabend aufs Betörendste vorgeführt.
Mit einer Menge interpretatorischem Gefühl, staunenswerter Fingerfertigkeit und technischer Brillanz versenkte sich die in aller Welt begehrte vielfache Preisträgerin zuerst in Ravels bunt kolorierte „Pavane pour une infante défunte“. Die Aussagen dieses Einspielstückes wurden durch die feinnervige, bis zu äußerster Intensität gespannte Klavierkunst mit wohltuender Lebendigkeit gefüllt.
Während des Vortrags - und erst recht bei den folgenden „Miroirs“ – gab es kein Räuspern, kein raschelndes Bonbonpapier oder Blättern im Programm - nur andächtige Faszination. Bei den „Spiegelbildern“ erweckte die Expertin nämlich den Eindruck, als entstünden die fünf Sätze aus dem Augenblick heraus. Gleich, ob die Arpeggien in der “Barque sur l´océan” oder die tänzerische Lebensfreude in dem mit Akzenten gepfefferten „Alborada del gracioso“ (Morgenständchen eines Narren) ausgekostet wurden – die junge Russin erwies sich als ebenso sensible wie perfekte Anwältin ihres Faches.
Der Schwenk nach der Pause vom Impressionismus zur Romantik glückte bis hin zu den bereits etwas impressionistisch anmutenden Tonschleiern in César Francks „Prélude, Chorale et Fugue“ abermals vorzüglich. Und dann war mit Prokofjews moderner „Klaviersonate Nr.7 in b-Moll“, op. 83, der Teufel los: Die Solistin entfesselte ein pianistisches Feuerwerk sondergleichen. Handelte es sich doch um eine Notendichtung [...], die ihrer Interpretin physisch und mental äußersten Einsatz abverlangte. Und genau diese Forderungen kamen der Virtuosin bewundernswert entgegen. Das Spektrum ihrer Technik und des Anschlags brachte alles mit, was für den Komponisten nötig war, vom knallharten Fortissimo über Läufe, die rasant und scharf wie Kanonenschläge wirkten - bis hin zu zarten, sensiblen Notengirlanden, die man zuvor bereits bei Ravel beobachten konnte.
Die großartige Leistung von Anna Vinnitskaya wurde mit heftigem Jubel gefeiert, dem sich zwei Zugaben anschlossen.
Bei Anna Vinnitskaya, der 26-jährigen russischen Ausnahmepianistin, die in der Oldenburger „Musikfreunde“-Reihe gestern im Kleinen Haus konzertierte, wird man zunächst über Technik sprechen müssen. Schon deshalb, weil sich anders als mit souveränster manueller Beherrschung ein so virtuoses Programm kaum „durchstehen“ lässt.
Das ist eine Technik, der es gelingt, mühelos und geschmeidig Extreme von Zartheit und Kraft zu entfalten, die eine Skala des Anschlags von feinster Leuchtkraft bis hin zum stechenden Martellato erschließt, die Kontraste hart, jedoch ohne alle Verkrampfung gegeneinander zu führen vermag (die Gestaltung aus dem stets lockeren Handgelenk spielt eine hör- und sichtbare Rolle), eine Technik schließlich, die selbst im virtuosesten Ton-Gewebe Motivfloskeln konzis herauspräpariert.
Über all das verfügt Anna Vinnitskaya, und diese scheinbar unbeschränkte Verfügung erlaubt es ihr auch, „auf volles Risiko“ zu spielen: in der Dynamik, im Tempo, das sie gelegentlich – wie in Ravels „Ständchen“ (Alborado del grazioso mit seinen Gitarren-Imitationen) oder dem Precipitato-Finale von Profkofjews Siebter Sonate – schneller nimmt als manche pianistische Konkurrenz.
Dennoch ist Technik bei Anna Vinnitskaya nicht Selbstzweck, vielmehr Fundament einer stets plastischen, spannungs- und ausdrucksgeladenen, bei Ravel zauberisch klangbilderreichen und atmosphärisch dichten Gestaltung. In „Miroirs“ werden Perspektiven aus Vorder- und Hintergründen, Hall und Widerhall geweckt und hörbar gemacht, wird ein ganzes Vexierspiel changierender Klänge und Farben entfaltet, wird die Balance von klarer Struktur und impressionistischen Wertigkeiten eindrucksvoll, ohne Anflug pianistischer Verzärtelung, demonstriert.
Zu solchen Qualitäten gesellte sich in Cesar Francks „Prelude, choral et fugue“, dem gewichtigsten Klavierwerk des deutsch-flämischen Komponisten mit französischer Biographie, die Fähigkeit der Pianistin, wahrhaft großräumig zu disponieren, so dass man die leicht manieristische Komponente des Werkes fast darüber vergaß.
Prokofjews Siebte Sonate setzte den Schlusspunkt, gespielt mit jenem Sinn für Neoklassizismus und Groteske, „a la marcia“-Motorik und Lyrik, Perpetuum-mobile-Spannung und Rhythmik, der dieser publikumswirksamsten aller Klaviersonaten des Komponisten entspricht. Spontaner, jubelnder Beifall.
Wirkungsvoller konnte dieser Konzertabend nicht eingeleitet werden. Sicher eignet César Franck eine gewisse Schwerblütigkeit, aber der pianistische Reichtum, den er in "Prélude, Coral et Fugue" ausbreitet, ohne sich im geringsten an Gesetze irgendeiner Form zu binden, bezwingt sogleich in seinem festlich tiefen Ernst wie in seiner harmonischen Raffinesse. Bei den Freunden der Musik im Landshuter Rathausprunksaal hatte die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya dieses selten gespielte Werk an den Beginn ihres auch im übrigen durchaus ungewöhnlichen Programms gesetzt. Ein Programm nebenbei, das man schon allein seines exorbitant hohen technisch-physischen Anspruchs wegen so wohl nur in der Jugend spielen kann.
Vinnitskaya machte daraus einen Abend der dunklen Farben. Auf Franck ließ sie den Zyklus “Miroirs" von Maurice Ravel folgen. Zu hören, zu erleben waren da fünf Exerzitien in tiefster meditativer Versenkung. Noch die mit kristalliner Prägnanz gespielten Arpeggien waren davon angerührt und die “Oiseaux tristes" rückten zuletzt in die Nähe des Depressiven. Aber wenn Ravel im spanischen Kolorit des “Alborado del gracioso" an die Grenze des pianistisch gerade noch zu realisierenden geht, meistert Vinnitskaya diese Herausforderung mit hämmernder, mit triumphierender Kraft.
Diese so überlegt gebrauchte Kraft verbindet sich bei Anna Vinnitskaya mit einem forschenden Ernst und dadurch findet sie auch die Intimität der “Sonata Reminiscenza" Sonate Nr. 10 von Nikolaj Medtner. Noch in Russland 1920 komponiert, klingt sie weithin wie eine Vorahnung des kommenden Verlustes und in der Tat war Medtner bald darauf im Exil. Seine Sonaten gehören zum selbstverständlichen Repertoire aller großen russischen Pianisten. Im Westen dagegen haben sie sich nicht durchgesetzt.
Ganz anders Sergej Prokofjew. Seine drei großen Sonaten aus den Kriegsjahren 1939 bis 1942 werden auch hier gespielt. Daraus die härteste, also Nr. 7 in B-Dur, war zu hören. Ihre Mitte ist ein “Andante caloroso" voller schmerzlicher Intensität, von berührender Wärme. Obwohl keine genuine Legato-Spielerin, gab Anna Vinnitskaya diesen Satz in tief atmender Weite, eingespannt zwischen die beiden Ecksätze, in denen das Inferno tobt. Die jähe Attacke des Anfangs, die Unruhe als konstante Triebkraft, die immer neu und wild ausbrechenden Eruptionen das alles realisierte Vinnitskaya mit rückhaltloser Hingabe, technisch bravourös und in der Düsternis des heraufziehenden Weltuntergangs.
So war das Ungewohnte an diesem Abend, vermittelt durch eine so sympathische wie faszinierende Künstlerin, zum bedrängenden Ereignis geworden und hatte ein überaus aufnahmebereites Publikum gefunden. Nach stürmischem Beifall zwei Zugaben.
[…] Elschenbroich hat einen wunderbar satten Klang, sein Cello singt herrlich melodiös in der Mittellage; er versteht es, den Ton aufzubauen – nicht nur durch die dynamische Gestaltung, das Anschwellen, sondern auch durch ganz gezielt eingesetzten Aufbau des Klangspektrums, das sich vom glattgestrichenen Ton zum vollen, singenden Vibrato entwickelt.
Anna Vinnitskaya versteht das schwierige Geschäft, den mitunter dicken Brahmschen Klaviersatz elegant und transparent zu halten, so dass ihm einerseits nichts von seiner Sinnlichkeit fehlt, dass er aber andererseits das Cello nicht zudeckt. […]
Der im Programmheft als „akademisch“ … gescholtene Finalsatz gelingt vom Anfang bis zum Ende grandios. Der markante Auftakt des Pianos im Oktavsprung verheißt Dramatik, die Fugatodurcharbeitung erinnert in ihrer Unerbittlichkeit, in ihrer Härte an den späten Beethoven und wird von den Künstlern auch streng durchexerziert. Der Gegensatz zum sanglichen, vom Piano umspielten zweiten Thema könnte nicht größer gestaltet sein. Dass dabei alles voll durchhörbar ist, nichts im Klangbrei untergeht, zeigt die künstlerische Reife der beiden.
Ein Wechselbad der Stimmungen und Gefühle vermitteln sie mit Prokofjews Cellosonate C-Dur. […]
Das Cello hat genügend Raum, seine kantablen Qualitäten auszuspielen, was für Leonard Elschenbroich auf seinem 1693 gebauten Instrument kein Problem ist. Anna Vinnitskaya brilliert im anspruchsvollen Klavierpart, gibt dem Cello den orchestralen Hintergrund, ohne den musikalischen Partner zuzudecken. Herausragend waren der zweite Satz, dessen Scherzo keineswegs heiter war, sondern eine Groteske mit lyrischem Zwischenteil, und der dritte Satz, ein delikates, sinnliches Andante, das den Zuhörer in den Fauteuils der großbürgerlichen Salons versinken ließ. Viel Beifall für zwei Künstler mit Zukunft.
Eigenartigerweise ergänzte sich das Spiel Leonard Elschenbroichs sehr gut mit dem der Pianistin Anna Vinnitskaya: Elschenbroichs in den lyrischen Passagen von viel Sentiment getragenes Spiel im ersten Satz von Brahms´ Cellosonate op. 38 und der trockene Anschlag der Pianistin. Der gebürtige Frankfurter […] wirkte mit der Russin […] im folgendem aber in Übereinstimmung und nicht in sich ergänzendem Gegensatz zusammen: im „Allegretto quasi Menuetto“ kleindimensioniert mit klassizistischer, fast mozartischer Eleganz, im polyphonen Finale sehr bachisch im Ansatz und doch am deutlichsten im zupackenden Brahms-Idiom.
Mit der Cellosonate C-Dur op. 119 von Prokofiew interpretierte das Duo ein sperriges, zur Zerfaserung tendierendes Werk so kohärent wie nur möglich, technisch makellos und teils mit spielerischer Leichtigkeit. Dazu bürsteten sie den selten zu hörenden Gattungsbeitrag von 1949 […] nicht gegen den Strich.
Indirekt auf Brahms zurück verwies die Cellosonate g-Moll op. 19 von Rachmaninow, stilistisch vor allem im Scherzo-Duktus des zweiten Satzes. Auch dank des kraftvollen Vortrags von Anna Vinnitskaya, die ihren dichten Part sehr authentisch nach Art der russischen Schule gestaltete, entfaltete sich ein charakterstarker Klang, der den Pianisten-Komponisten mit seinen spezifischen Gesten ohne Umschweife sprechen ließ – über Emotionen.
Pianist Anna Vinnitskaya, a laureate of a half-dozen major international competitions, made her North American debut in the Kennedy Center's Terrace Theater on Saturday afternoon, meeting high expectations with aplomb. This artist, at 25, is in the full flower of her musical and pianistic abilities. [...]
Vinnitskaya is a true lioness at the keyboard, devouring the most difficult pages of music with adamantine force. She seemed almost to relish the technical thickets, never rushing, never banging, maintaining control of wildly different simultaneous textures (in the Gubaidulina Chaconne) and pacing long buildups with unswerving focus. In this literature, she has everything a top-level artist needs.
But the question of what Vinnitskaya would do in Bach, Mozart or Schubert hung in the air afterward. [...] In the contemplative F-sharp major section of the Liszt, the color and pacing were a little bland, almost as though her interest flagged when the technical challenges went away. But certainly, this was a most auspicious debut of a major talent.
The 2007 first prize winner of the Queen Elisabeth International Music Competition put together a blockbuster program that overwhelmed the senses both by its virtuosity and its musicality.
That someone could find so much music in a program that consisted primarily of Medtner, Rachmaninov, and Liszt and also get (almost) all the notes in this most difficult repertoire was a remarkable achievement. That the musician in question is a still largely unknown (at least on this side of the Atlantic) 20-something made it evident that Vinnitskaya has the potential to be making not only excellent, but extraordinary music in her career. [...] Let us just hope that we will have the chance to hear Vinnitskaya perform again and often.
The program first showcased Vinnitskaya's exciting, hard-fingered pianism with Sofia Gubaidulina's modern updating of the chaconne. With parallelisms, copious dissonance, and other 20th-century harmonic gestures, Gubaidulina explores the historical form and undermines it, notably with a fugal section where the bass repetition disappears completely. It was the only moment of austerity in a generally ear-pleasing program. Nikolai Medtner's music is often as backward-looking and broadly neo-Romantic as that of Sergei Rachmaninov. Vinnitskaya gave Medtner's Sonata Reminiscenza in A Minor (op. 38, no. 1) a smoky nostalgia, shaping it beautifully without indulging in too much of the treacle.
The real meat of the program was the paired sonatas of Rachmaninov and Liszt. The tempestuous opening of Rachmaninov's second sonata, in the composer's own 1931 version, had a few skittish slips that turned out to be a blip in a mind-blowing performance. Even more impressive than the booming sound of Vinnitskaya's power playing was the lacy, dewy soft passages which were poignant yet contained. [...]
Liszt's B minor sonata followed, in one of the more enigmatic, subdued, and yet astonishing performances of the work in my experience. The opening section was truly misterioso, not something puzzling 9to be passed over quickly, and the challenging passages had a magisterial sweep, even if some of the technical demands (octaves especially) could have used a little more polish. Again it was the gossamer touch in the rhapsodic sections that stood out as distinctive, with rubato used with sparing efficacy in both fast and slow sections. Even when large-chord sections reached a manic howl, the voicing of the melody within was etched and shaped.
Löwinnen sind wunderbare Wesen: mutig, klug, verantwortungsbewusst, demokratisch und liebevoll zugleich scheinen sie ihren despotischen und faulen Gatten klar überlegen, die zwar gern laut brüllen, hinter deren Imponiergehabe aber oft nur wenig steckt. Anna Vinnitskaya wurde vor 25 Jahren im Sternzeichen des Löwen geboren und macht ihrem Geschlecht alle Ehre.
Am Sonnabend spielte die Studentin der Hamburger Klavierklasse von Evgeni Koroliov beim SHMF im Kieler Schloss Sergei Rachmaninoffs Zweites Klavierkonzert und erhielt anschließend den mit 10 000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award, gestern wiederholte sie das berühmte Werk auf dem Airbusgelände in Finkenwerder.
Die Kulisse in einer der riesigen Werkshallen zum Bau des Airbus A380 bot eines der mächtigen Flugzeuge selbst, das hinter dem Orchester zumindest visuell das künstlerische Geschehen beflügelte, das technisch auf ungünstige Bedingungen traf, die einen langen Nachhall erzeugten - doch das für einen guten Zweck. So erhielten der Hamburger Verein "Kinder helfen Kindern e.V." und die "Kira Auguste Prinzessin von Preußen Musik und Kultur Stiftung" jeweils eine Spende in Höhe von 45 000 Euro aus den Einnahmen des mit 3 000 Plätzen ausverkauften Konzerts.
Bereits am Vorabend war das gleiche Programm in Kiel zu hören gewesen, wo gleichfalls das NDR Sinfonieorchester die russische Künstlerin begleitete, ihr Landsmann Kirill Petrenko dirigierte. Dabei befand es die Preisträgerin keineswegs für nötig, sich in der eigenen Schönheit zu sonnen oder gar zu demonstrieren, wer sich denn hier mit den lauteren Tönen produzieren könne.
Löwin Vinnitskaya schlich sich stattdessen wie auf Samtpfoten an ihren Rachmaninoff heran, um mit ihm das noble Spiel einer Königin zu treiben. Nicht etwa, um ihn zu bezwingen oder ihn glanzvoll zu überstrahlen, denn diese Tastenlöwin ist eine Romantikerin durch und durch. Ihr natürlich geerdeter Klang ist tief erfühlt und glüht in den impressionistisch sanften Farben einer weitläufigen zartgrünen Savannen-Landschaft. Darin malt sie suggestive Bilder in hintergründigen Pastellfarben, streut darin funkelnde Töne voll pianistischer Imagination ein.
Diese Löwin mit Hang zum leidenschaftlichen Melos hat mütterliche Herzensgüte, erfasst darin Rachmaninoffs Konzert ganz behutsam in seinem Kern. Urteilte doch der Uraufführungskritiker anno 1901: "Es ist voller Poesie, Schönheit, Wärme, wunderbar orchestriert und von gesunder, mitreißender Kraft, schöpferischer Kraft."
Nur spielte die leidenschaftliche Raubtierdame hier ja nicht im Kreise sensibler und auf Gleichberechtigung setzender Geschlechtsgenossinnen, sie schien vielmehr von einem Rudel wilder Raubkatzen umringt, die sich im Kampf zu übertrumpfen suchten: Wer am lautesten brüllt, hat am Ende Recht, dachten die Herren, als da wären: Maestro Kirill Petrenko, der hier den musikalischen Dramatiker gab, der von der hintergründigen Lyrik der Tastenlöwin so gar nichts wissen wollte sowie die Herren - und die nicht minder herrischen Damen - des NDR Sinfonieorchesters, die sich, erst durch so manche Urlaubsaushilfe auf Klangstärke gebracht, der Differenzierungskunst der schönen Löwendame gegenüber als männlich immun erwiesen.
Die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya hat am Mittwoch im Rahmen des Davos Festival Klavierwerke der deutschen Romantik vorgetragen. Nicht nur die Interpretin war beseelt, sondern auch die Musik, die sie vermittelte.
Die etwas gespenstisch anmutende Betitelung eines Klavierrezitals mit «Irrlicht» fördert Assoziationen wie flackernd, klein, verloren oder vorgetäuscht. Beim Davoser Gastspiel der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya wurde jedoch auch die unterschwellige Erwartungshaltung, dass im Konzert beseelte, musikalische Fünkchen gezündet werden und die eigene Seele in metaphysische Tiefen schweife, nicht enttäuscht.
Der Klavierabend fand am Mittwoch im Kongresszentrum Davos im Rahmen des 23. Davos Festival Young Artists in Concert statt. Er wurde angekündigt als ein pianistischer Nachtritt durch die archaischen Ländereien der deutschen Romantik. Die Irrlichter entpuppten sich dabei als ein herrliches Sternengefunkel in kristallklarer Nacht. Und: Der Funke sprang herüber!
Zur Aufführung gelangten die Kreisleriana op.16 von Robert Schumann (1810–1856) sowie die sieben Fantasien op. 116 und die Paganini-Variationen op. 35 von Johannes Brahms (1833–1897). Vinnitskaya, Gewinnerin des Concours Reine Elisabeth 2007, hat dabei als Interpretin im besten Sinne des Wortes Musik vermittelt.
Oft leben Künstler schmachtend mit, um dem Publikum – böse gesagt – zu zeigen, wie die Musik tönen sollte. Gleichzeitig zwingen sie dem Hörer ihre Gefühle auf. Nicht so Vinnitskaya: Sie stellte nicht sich, sondern den Flügel und damit die aus ihm dringende Musik des Komponisten ins Zentrum und überliess das Schmachten den Zuhörern. Zeitweise sass sie am Instrument ohne mit der Wimper zu zucken, den Kopf leicht weggedreht, als ob sie einen Schritt vom Geschehen weg machen wollte. Nur selten kommentierte sie das Spiel mimisch mit einem Lächeln. Es schien, als ob der Flügel von alleine spielte. Die Musik und Vinnitskayas eigene künstlerische Auslegung fanden ihren Raum.
Während die allmählich einsetzende Dämmerung draussen durch plötzlich angegangenes Flutlicht unterbrochen wurde, senkte sich im Konzertsaal der unwirkliche Schleier der Nacht nieder. Immer tiefer liess Vinnitskaya mit ihrem Spiel die Zuhörer während der Kreisleriana in die zerrissene Musik Schumanns eintauchen: leidenschaftlich, bewegt, dämonisch, beklemmend. Die fast ungeheuerliche agogische Logik der Pianistin fügte das atemlose Werk, das einem wie ein Windstoss durchs offene Fenster entgegenwehte, zu einer sensiblen Poesie. Die Stimmung nach diesem musikalischen Ritt in die Nacht passte für Brahms’ energische, düstere, stürmische, melancholische und kraftvolle Musik. Perfekt ausbalancierte Akkorde und Oktaven selbst im Pianissimo schufen innerhalb einer scheinbar zwingenden Interpretation der Fantasien ganz spezielle Klangeffekte. Einzelne Sterne blinkten auf.
Teuflische Schwierigkeiten In den Paganini-Variationen sammelten sich die Sterne zu einem wahren Gefunkel.Vinnitskaya zeigte darin ihre überragenden pianistischen Fähigkeiten. Den Inhalt dieses Virtuosenstücks können sich nach Technik gierende Pianisten auf der Zunge zergehen lassen: Sextenetüden für beide Hände, Konfliktmetren, Repetition und Oktaven, Terzen, zweistimmige Unisoni, synkopische Verschiebungen, Sprünge, Unisono in weiten Intervallen. Da blieb für einmal auch der Kopf der Pianistin nicht mehr ungerührt.
Wie eine junge Katze, die eine Fliege verfolgt, jagte er von rechts nach links und umgekehrt. Die wilde Reiterin steuerte mit wehenden Haaren auf die Zielgerade. Der pianistische Nachtritt fand sein Ende.
Vinnitskaya dankte den grossen Applaus mit zwei Zugaben und sorgte für den obligaten Kommentar im hinausströmenden Publikum: «So sollte man spielen können!»
La pianiste installe d’emblée le climat des Kreisleriana (1838) de Schumann qu’elle parcourt avec une fougue admirablement domptée. Elle confère caractère et rêverie aux différentes pages de cette partition qu’elle conçoit manifestement comme une succession d’instantanés. Pour autant, le discours s’avère hautement élaboré et la technique admirable, en particulier la respiration et la profondeur du toucher. [...]
Anna Vinnitskaya entretient beaucoup d’affinité avec le romantisme allemand, comme en témoigne sa lecture des Fantaisies de l’Opus 116 (1892) de Brahms. Elle en explore la richesse expressive en toute intelligence et sans s’abandonner dans des abîmes d’introspection. Une fois de plus, la beauté du toucher et le galbe des lignes font merveille, autant de qualités manifestées dans la Pavane pour une infante défunte (1899) de Ravel offerte en bis.
Classe, musicalité, maîtrise digitale : voilà une pianiste dont il faut sans nul doute retenir le nom. [Festival de Radio France, Montpellier]
Anna Kartini, Vorsitzende des Vereins "Kammermusik am Hochrhein" stellte die russische Pianistin Anna Vinnitskaya dem Publikum einführend als mehrfach preisgekrönte und sich auf dem Weg in die Weltelite befindende Musikerin vor. Was dann geschah war schier unglaublich. Mit hoher Virtuosität, technisch perfekt und brilliant bot Anna Vinnitskaya dem Gailinger Publikum ein spektakuläres Konzertereignis.
Der Klavierzyklus des diesjährigen Bodenseefestivals ist den "Vätern der Moderne" gewidmet. Beim Gailinger Konzert im Festsaal Hohentwiel der Kliniken Schmider standen demgemäß Kompositionen von Claude Debussy, Maurice Ravel und Johannes Brahms auf dem Programm.
Für Claude Debussy (1862-1918) war die Musik eine ungebunden hervorsprudelnde Kunst, die nur im Freien (Geist) gedeiht. Seine Komposition "Images pour Piano" war in ihrer Entstehungszeit (1906) innovativ und im wahren Wortsinn unerhört. Bewundernswert, wie souverän Vinnitskaya die "Reflets dans l'eau (Reflexe des Wassers) in harfenähnlichen Tönen auf und ab über die Klaviatur und in den kraftvollen "Mouvements spielerisch bewältigte.
Ein weiterer Höhepunkt war Anna Vinnitskayas ausdrucksstarke Interpretation von Maurice Ravels "Gaspard de la nuit", das eine Reihe tiefgründiger Stimmungsbilder enthält. Die drei Sätze sind gespickt mit technischen Hürden, von denen zu Ravels Zeit viele absolut neuartig waren. Die Anschlagsnuancen, mit denen die Pianistin diese schwierigen Akkordgebilde gestaltete, zeugen von höchster musikalischer Sensibilität. Bewundernswert ist ihre Konzentration und die hohe Gedächnisleistung für die ausnahmslos auswendig gespielten Werke.
Die ganze Skala ihrer pianistischen Fähigkeiten konnte Anna Vinnitskaya abschließend bei Brahms Variationen über ein Thema von Paganini zur Geltung bringen: Mitreißende Rasanz und zarte Verträumtheit, überschäumendes Temperament und dezente Zurückhaltung. Vinnitskaya schien ganz aufzugehen in ihrer Musik, lange Passagen spielte sie mit geschlossenen Augen: Im Vordergrund steht nur noch die Musik mit ihren Emotionen.
Die Besucher feierten die Meisterleistung der 24-jährigen Ausnahmepianistin mit langem Beifall.
Wichtigster Mentor von Anna Vinnitskaya ist der russische Bach-Spezialist und Klavier-Intellektuelle Evgeni Koroliov, bei dem sie in Hamburg studiert. Seine künstlerische Ernsthaftigkeit prägt auch ihreI nterpretationen, die sich durch eine ungewöhnlich souveräne Verbindung von zupackender virtuoser Kraft und individueller poetischer Finesse auszeichnen.
Vinnitskayas Recital im Ludwigshafener BASF-Gesellschaftshaus zeigte in der ersten Hälfte eine Brahms-Spielerin von seltenem Format zunächst in den "Paganini-Variationen" opus 35, anschließend mit der späten Fantasien-Sammlung opus 116 und ihren kaum klangschöner umzusetzenden Herzenstönen.
Ein Plädoyer für den zunehmend wiederentseckten Moskauer Spätromantiker Nikolai Medtner gelang der charismatischen Russin mit dessen "Sonata Reminiscenza" opus 38/1, welche sie in wunderbarem Glanz leuchten ließ. Rachmaninows b-Moll-Sonate opus 36 folgte als krönender Höhepunkt dieses gefeierten Ludwigshafen-Debüts, das mit der vielleicht stärksten russischen Klavierbegabung seit Evgeni Kissin bekannt machte.
Plötzlich waren da nur noch Anna Vinnitskaya und ihre Musik. Vergessen der so nüchterne Kleine Sendesaal des NDR, der optisch so wenig Platz für Romantisches bietet. Man saß unter vielen Zuhörern – und fühlte sich doch so, als wären da nur noch Klavierklänge und man selbst. So schlicht und doch so berührend, so melancholisch und voller Intimität interpretierte die russische Pianistin das Intermezzo op. 117 in Es-Dur von Johannes Brahms.
Anna Vinnitskaya hat 2007 den Brüsseler Wettbewerb "Königin Elisabeth“, einen der weltweit bedeutendsten Klavierwettbewerbe, gewonnen. Sie gilt als neuer Geheimtipp und das – wie sie jetzt im Preisträgerkonzert von Pro Musica zeigte – zu Recht. Vinnitskaya ist keine Interpretin, die Virtuosität in den Vordergrund stellt. Die Russin ist eine Klangmalerin, die selbst hinter irrwitzigen Schwierigkeiten in den Brahms-Variationen über ein Paganini-Thema in a-Moll op. 35 noch die Musik suchte – und neben dem tiefsinnigen auch einen überraschend witzigen Brahms fand. Rachmaninows Sonate Nr. 2 b-Moll op. 36 hatte alles, was diese Musik braucht: Eleganz, Leidenschaft, Melodramatik, Klangträumereien.
Eine spektakuläre Offenbarung ihres Könnens bot die russische Pianistin Anna Vinnitskaya, Gewinnerin des ersten Preises beim Concours Reine Elisabeth Brüssel 2007. Die 24-Jährige hatte die enormen technischen Schwierigkeiten des zweiten Klavierkonzertes von Serge Prokofieff - entstanden 1913 - derart verinnerlicht, dass es ihr möglich wurde, sich vom Material souverän distanzieren. Etwas, das diesem Werk zugute kommt. Nicht die Zurschaustellung virtuoser Gesten nämlich war Vinnitskayas Ziel, sondern Integration derselben in das Kollektiv. Zusammen mit dem RSO, das an diesem Abend erstmals wirklich gefordert war und mit der Solistin bestens harmonierte, baute sich Stück für Stück eine dampfende, bedrohlich sich steigernde Klang-Maschinerie auf - durch stampfende Rhythmen vorwärts getrieben, ächzend unter einer sich ständig selbst in Frage stellenden Tonalität. Eine Klangwelt tat sich da auf, in der man Fabrikschornsteine rauchen sah, aber auch Kriegsmaschinerie auffahren hörte.
Soviel Kollektivismus mag dann Vinnitskaya zu einer krass kontrastierenden Zugabe veranlasst haben: zu Maurice Ravels introvertierter „Pavane für eine verstorbene Prinzessin“, die den Tonfall eines leise trauernden Individuums beschwört. Das Publikum aber war nicht erst jetzt begeistert.
Einen einzigartigen Klavierabend hat in der Stadthalle Forum "Alte Werft" die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya geboten. [...]
Robert Schumanns "Kreisleriana" [...] interpretierte die Ausnahmepianistin mit einem Höchstmaß an Leidenschaft und Ausdruck. Diese meisterhafte technische Brillianz war einfach hinreißend. Die stark kontrastierenden Sätze [...] des halbstündigen Werkes interpretierte sie mit Spannung und feinfühliger Dynamik.
Bewundernswert war ihre Konzentration und die hohe Gedächnisleistung bei den gewaltigen Werken, die sie sicher und beherrscht vortrug. Nicoali Medtners "Sonata Reminiscenza" wird eine unhandliche Mehrstimmigkeit nachgesagt, deren motivische Verdichtungen oft nur schwerlich brilliant wirken mögen. Dass Vinnitskaya dieses spätromantische Werk dessen ungeachtet zu einem verzaubernden Klangreigen formierte, zeugte von ihrem großen Gestaltungsvermögen und bravouröser Technik.
Ein weiteres außergewöhnliches Werk war die Sonate Nr. 2 in b-Moll op.36 von Sergej Rachmaninov - eine Mischung aus Kino-Trivialitäten, slawisch-russischem Melodiereichtum und Raffinement spätromantischer Instrumentation. Dieses explosive Werk mit komplexem Satztableau brachte einen krönenden Schluss. [...]
Die Zuhörer honorierten das außergewöhnliche Konzert mit stehendem Applaus.
Een eerste prijs op het Internationale Koningin Elisabeth Concours behalen is natuurlijk een referentie van formaat, toch is het niet altijd een garantie dat de prijswinnaar in kwestie het ook daadwerkelijk gaat maken.
Het verleden heeft uitgewezen dat de laureaat moet beschikken over een enorme persoonlijkheid om de druk en de verwachtingen van het internationale publiek te kunnen trotseren.
Wat men vooral goed moet weten is wie men als mens is en waar men als musicus naar toe wil om na de euforie van de wedstrijd niet in de vergetelheid te geraken.
Misschien is het intuïtie, misschien is het een pure gok, maar volgens mij hebben we met Anna Vinnitskaya te maken met een eerste laureaat die voorbestemd is om de absolute wereldtop te bereiken.
Waarom denk ik dat?
Omdat hetgeen deze Russische pianiste toont, van zulk een puurheid is… alles wat ze doet is eerlijk en komt uit het diepst van haar ziel. En ik denk dat dat facet van muziek maken altijd “succesvol” is. Ik hoorde Anna Vinnitskaya in haar finaleronde op het Elisabeth concours. Mij moest ze uiteraard al niet meer overtuigen, maar het blijft interessant om te zien hoe de winnaar van de Elisabeth wedstrijd de bijzonder zware concertmaanden na het concours doorkomt.
Deze kans kreeg ik dankzij een concert ingericht door de Marnixring Antwerpen Centrum. Vinnitskaya begon haar recital met de Busoni bewerking van Bach’s Chaconne. Ik geef eerlijk toe dat ik niet zo’n fan ben van dit werk omdat het vaak gespeeld wordt als bravourestuk om mee te pronken. Bij Anna Vinnitskaya niets van dat! Muziek van de eerste tot de laatste noot. Techniek heeft ze met overschot, maar die stelt ze nederig ten dienste van de muziek. Als men het stuk zo hoort, dan begrijp ik wat Busoni werkelijk bedoelt heeft. Anna Vinnitskaya neemt het tempo na de expositie van het thema ook niet te snel waardoor de totaalstructuur blijft en de cadans van de chaconne doorheen heel het stuk blijft behouden.
Vervolgens vertolkt ze beide boeken van Brahms’ Paganini-Variaties; op de wedstrijd was dit reeds van een ongelooflijk niveau, op dit recital… pure magie. En opnieuw moet men concluderen hoe een mooie muziek deze variaties eigenlijk zijn.
Net als de Busoni Chaconne te vaak technisch afgerammeld om een gebrek aan zeggingskracht te verdoezelen, de ware aard van deze muziek is echter van een totaal andere orde. Anna Vinnitskaya heeft dit begrepen.
Na de pauze bracht Vinnitskaya nog sonates van de Russische componisten Medtner en Rachmaninov. Ik denk niet dat een westerling deze muziek kan vertolken zoals een echte Rus(sin) dit doet. Men voelt dat deze muziek haar dichter bij het hart licht dan eender welke andere.Het is de muziek die ze moet blijven spelen, de muziek voor de welke ze voor mijn part nu al tot de beste hedendaagse vertolkers mag gerekend worden.
Het recital van Vinnitskaya is een van de grootste recitals waarvan ik ooit getuige mocht zijn. Wanneer ik zo’n artieste moet recenseren besef ik dat de taal te beperkt is voor muziek. Wat ik zou willen zeggen valt enkel door Anna Vinnitskaya op de piano te verklanken.
Am Samstag gastierte Anna Vinnitskaya erstmals im Gewandhaus und legte einen Soloabend hin, der die Herzen von Klaviermusikfreunden höher schlagen ließ. Denn die junge Musikerin vereint auf sich alle Tugenden der russischen Klavierschule: virtuose, makellose, robuste Technik. Erdiger, raumgreifender, brillanter, immer glutvoller Klang und bei alledem die innige Verwachsenheit mit dem Instrument. Vinnitskaya greift nicht in die Tasten, vielmehr saugt sie die Klänge aus dem Flügel und formt sie nach ihrem Bilde.
Ferruccio Busonis Bearbeitung der dmoll-Chaconne von Bach gerät so zur marmorweißen barocken Plastik: formvollendete Kühle in gleißendem Licht. Ganz anders hingegen Schostakowitschs Klaviersonate h-moll op. 64, einem 1942 entstandenen Werk auf Leben und Tod, das von Volksweisen inspiriert ist und selbst in den tröstlichen Abschnitten slawische Melancholie atmet. Hier ist Vinnitskaya zu Hause, verliert das Musikalische die durch ein Regelwerk übergestreifte Bedeutung (Bach-Busoni), fließt das Herzblut noch in die Zweiunddreißigstel-Kapillaren der schnellen Teile. Schostakowitschs Musik ergreift, wühlt auf, geht an die Substanz. Selbst dort, wo sie formal an das Tradierte anknüpft. Anna Vinnitskaya weiß darum. Mehr noch, sie spürt es mit jeder Faser ihres Künstlertums.
Das unterscheidet sie von anderen aufstrebenden Nachwuchspianisten, die fehlenden Tiefgang mit Marketing übertünchen und schwächliche Blässe im Ausdruck mit Exotik zu ersetzen versuchen.
Vinnitskaya gibt sich ganz natürlich, spielt von innen heraus, zaubert in den Images von Claude Debussy glitzernde Wassertropfen über Wellengemurmel (Reflets dans l´eau), malt pastellene Klänge (Hommage à Rameau) und löst aus der verwirrenden Vielzahl rasch vibrierender Töne wie von dritter Hand gespielt eine Melodie heraus (Mouvement).
Dann, als Kontrast zur impressionistischen Kleinteiligkeit, Rachmaninows große b-moll-Sonate op. 36, ein wuchtiges, komplexes Werk, das Rachmaninow nach seiner Flucht aus Russland 1912 in Rom niederschrieb. Vinnitskaya scheint diese Musik wie auf den Leib geschrieben.
Scheinbar mühelos meistert sie die vollgriffigen Akkorde, Ballungen, wilden Ausbrüche. Doch im verträumten Mittelsatz breitet sie die ganze Weite russischer Seele aus, unnachahmlich, wie für die Ewigkeit gemacht. Der Applaus im gut besuchten Mendelssohnsaal rauscht noch, da beugt sie sich schon über die Zugaben, darunter Chopins virtuos auftrumpfende C-Dur-Etüde Nr. 1. Sie spielt immer noch ohne Anzeichen von Müdigkeit. Russische Schule eben. Mehr davon!
Bis zum letzten Platz war das dritte Konzert der Musiktage Salzgitter ausverkauft. ... Was Anna Vinnitskaya leistete, war mentale und körperliche Schwerstarbeit.
Die etwas zierliche 23-Jährige erwies sich als ein Kraftbündel, das zwei Stunden lang die schwierigsten technischen Anforderungen mit Bravour bewältigte. Ihr ganzer Körper war Musik. Mit meist geschlossenen Augen flogen ihre Hände wie in Trance über die Klaviatur, energisch zupackend, oder bei den etwas lyrischeren Passagen Oberkörper und Kopf träumerisch weit zurück gelehnt, um im nächsten Augenblick in wilde Ausbrüche zu explodieren, wie im Schlusspresto der 1922 entstandenen 2. Klaviersonate von Sergej Rachmaninow (1872-1943).
Das Konzert begann mit der Bearbeitung der Chaconne aus der Bach-Klavierpartita (BWV 1004) von Ferrucco Busoni (1866-1924). Selbst wohl der berühmteste Klavierspieler seiner Zeit, hat er daraus ein großartiges Konzertstück mit Haken und Ösen für einen Pianisten gemacht, dessen dreiteiliger letzter Satz nochmals in eine wilden Ciacona endet, mit der die Solistin ihre makellose Virtuosität unter Beweis stellte.
Bewundernswert bei den "Images" von Claude Debussy, wie souverän Vinnitskaya die "Reflets dans l'eau" in Arpeggi auf und ab über die Klaviatur und in den kraftvollen "Mouvements" spielerisch leicht bewältigte.
Die Besucher feierten die Meisterleistung der jungen Pianistin mit langem Beifall.
Une grande virtuosité guidée par une pensée originale et forte font que cette pianiste se profile comme un des espoirs les plus sûrs de la scène musicale internationale. Tour à tour d´une finesse aérienne et limpide ou d´une force teintée d´un dramatisme puissant, elle nous entraîna par ses vastes possibilités expressives, atteignant un sommet dans uns interprétation de Rachmaninov d´une générosité lyrique et d´une poésie incomparable.
Déjà, dans la "Chaconne" de J.S. Bach et F. Busoni, on se rendit compte de son tempérament exceptionelle. [...] La pianiste a rendu le caractère grandiose de la pièce avec ampleur; foisonnements virtuoses et grandes accords sompteux conféraient une intensité presque extatique à certains passages. Force et vélocité... l´expression de l´interprète, toujours bien structurée, a heureusement donné une unité visionaire à la composition qui retrouverait chaque fois ses sources majesteuses. [...]
Ces variations [J. Brahms: op.35 I et II], d´une difficulté pianistique transcendante, démontraient la virtuosité souvent époustouflante d´Anna Vinnitskaya; forte heureusement la technique presque acrobatique exigée par ces variations était ici au service d´une musique riche et intéressante. [...] Si la virtuosité de l´artiste éveillait l´admiration, elle nous enchanta aussi pas des moments d´une délicieuse harmonie. D´une rapidité aérienne ou d´une bravoure flamboyante, on découvrit une jeu frémissant et une technique éblouissante. [...] La pièce se termina en élans rapides et grandes arpèges brillants, joués avec force dans le feu et d´un dynamisme juvénile irrésistible.
C´est dans la deuxième parie du concert, moins centrée sur la virtuosité, que l´on a pu le mieux apprécier le talent interprétatif de la soliste. On écouta d´abord "Images" pour piano - série I de C. Debussy. Evocateur d´impressions visuelles, "Reflets dans l´eau", mouvement aquatique évoluant en sonorité ondoyantes, en effleurements et transparences, était traduit avec une aisance naturelle. L´"Hommage à Rameau", noble et réfléchi, dans un style de sarabande, était rendu avec grande pureté. Vivace, aux trilles claires, aux croches marquées, "Mouvement" captivait par son charme envoûant et sa dynamique fascinante. [...] Elle entraîna le public dans un rêve sonore magique né d´un contact intime avec le clavier.
L´artiste atteignit un sommet interpretatif dans la sonate n.2 en si bémol mineur op.36 de S. Rachmaninov. L´oeuvre, d´une virtuosité de haute voltige, lui donnait l´occasion de montrer un lyrisme passioné et une puissance épique fascinante. Cette pièce exaltée de Rachmaninov trouvait ici une interprète capable de lui donner via dans un jeu fouguex et naturel.
Anna Vinnitskaya a conquis et même séduit le public du Juillet musical d'Aulne. La jeune pianiste russe de 23 ans, qui avait impressionné le jury du Concours Reine Elisabeth en mai dernier, a définitivement marqué les esprits dans notre pays. Spontanée, elle enivre le public par la perfection de son interprétation, mais aussi par les émotions qu'elle parvient à transmettre, que cela soit sur des airs de Mozart, de Ravel ou de Busoni. Sur scène, Anna Vinnitskaya se transforme.
Dès le premier contact avec le piano, la jeune artiste ferme les yeux et semble engloutir la musique, s'en imprégner et l'exprime sur son visage et son corps.
"Mais sans excès", analyse Sabine, musicienne venue savourer cet instant. "Elle est très expressive, mais elle a trouvé la juste mesure. Ces émotions sont authentiques et pures. Il n'y a rien de surfait chez elle. Par ailleurs, elle joue avec une aisance déconcertante les morceaux les plus difficiles". [...]
Au coeur des ruines de l'abbaye d'Aulne, le public, hypnotisé, aura vécu une grande soirée.
Virtuosität war auch nach der Pause gefragt, bei Peter Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll, mit Vinnitskaya in der Solistenrolle. Nach dem, was die 1983 geborene Russin zusammen mit dem OPL [Dirigent: Emmanuel Krivine] darbot, konnte man die Jury und deren Entscheidung nur zu gut verstehen. Natürlich ist das Opus 23 ein Paradetstück für Tastenlöwen, aber es besitzt mehr als nur Fingerakrobatik. Zügige, aber keine überzogenen Tempi, Tastenrausch, aber auch subtile Lyrik bestimmen das Geschehen in einem wohlausgewogenen Verhältnis.
Wohl verdient war der jubelnde Applaus, mit dem die Studentin der Hamburger Hochschule bedacht wurde.
D´une brilliante écriture pianistique, célèbre par son thème grandiose et lyrique, le concerto pour piano no 1 en sib mineur op.23 de Tchaikovsky était traduit dans toute sa splendeur par Anna Vinnitskaya. D´une musicalité enchanteresse, la pianiste se montra profondément engagée et poètique. L´oevre, enivrante par son symphonisme, captivante par des éléments issus du folklore ukrainien, était rendue avec passion; soliste et musiciens s´y montrèrent également inspirés. Exposé par l´orchestre, le thème du premier mouvement, fougueusement rythmé par les accords du piano, créait d´emblée une atmosphère submergeante. Ivresse et apaisement, Anna Vinnitskaya montra les multiples facettes de son talent; puissante, intense, ou ludique et sublime, elle nous émut à chaque instant. On a aimé sa subtilité cristalline dans l´andantino semplice, la vivacité du dialogue entre soliste et orchestre du mouvement final. Voici une soirée que l´on gardera en mémoire pour ses interprètes éblouissantes et pour sa grande musicalité.
Anna Vinnitskaya, rayonnante de confiance, s´assit au piano avec une concentration absolue et se lanca avec ardeur dans l´interprétation d´un des Concertos pour piano les plus populaires, et exigants, qui soient. Elle en releva les défis techniques ave passion, domina l´orchestre sans effort apparent et, telle une grande dame, s´imposa de bout dans une intreprétation soigneusement élaborée. S´appuyant sur une technique inébranlable, melant souplesse et puissance, son éclatante palette d´effets sonores fit merveille dans ce Concerto romantique aussi bien que dans les deux bis qui suivrent.
Bénéficiant, alle aussi d´une technique hautement assurée et d´une variété de toucher des plus encyclopédiques, elle parvient à faire chanter avec émotion et sensualité cette musique [Chostakovitch I].
De lieftallige Russische winnares van de Elisabethwedstrijd heeft vorige zaterdag in het Kursaal van Oostende met het eerste pianoconcerto van Tsaikovsky bewezen dat de jury van de wedstrijd de juiste beslissing genomen heeft.
Nou ja, iedereen in de zaal kwam wel al een beetje bevooroordeeld naar het concert: iedereen kwam om Vinnitskay aan het werk te horen en te zien. Niemand werd bedrogen. Ze speelde het pianoconcerto der pianoconcerto’s op een manier die iedereen aan zijn zetel vastkleefde.
Naast mij zat een mevrouw afkomstig van Kiev die ik af en toe eens een traantje zag wegpinken. Achteraf vertelde dat ze fier was om Russin te zijn toen ze haar bezig hoorde.
Het Nationaal Orkest van België, onder leiding van de jonge Finse dirigent Pietari Inkanen, was een schitterende begeleider voor Fraulein Anna. Ook het voltallige orkest komt alle eer toe.
Het concerto voor piano en trompet von Sjostakovits kende ze door an door: ze speelde het alsof ze het met de moedermelk meekreeg. Vinnitskaya, de winnares van de Elsisabethwedstrijd, deed de piano klateren zonder een zucht agressiviteit in haar uitvoering te leggen.
Enfin, la gagnante de cette édition, la jeune russe Anna Vinnitskaya cloture ce concert. Elle est superbe, elle a une technique impeccable et elle a choisi le premier concerto de Chostakovich. Elle met tout son talent et son humeur dans une oeuvre brilliante, et qu´elle joue avec un plaisir évident.
Vinnitskaya, poised and selfassured, was a commanding presence. She chose Beethoven´s Sonata No. 13, Quasi una fantasia, for her solo effort, with a soft, sure touch in the Andante´s opening measures that gave way to tempestuousness in the Allegro molto e vivace, expresiveness in the Adagio and joyful polyphony in the concluding Allegro. Her rendition of Prokofiev´s Concerto No. 2 went beyond virtuosity, making the work a musical whole.
[...] Pressler also said that the level of this year´s crop of candidates was exceptionally high.
Zowat het eerste dat op het programma werd gekribbeld door onze pen was: Iste prijs! Haar Van Beethoven – Quasi una fantasia – was betoverend. Vol zang, gebondenheid (een absolute must bij Van Beethoven!), klaarheid. Dit was geen wedstrijd meer voor haar, dit was puur recital. Alles, maar dan ook alles wat een piano in zich draagt toverde ze tevoorschijn. Als eerste bracht zu echt inhoud aan het opgelegde Werk van Miguel Galvez-Taroncher. Het werk begon zowaar te leven. Het wer de beste vertolking. En dan het derde concerto van Prokofiev. Dit is een van die legendarische neerzettingen die nog vele jaren zullen besproken worden. Ze versterkte de klang van het orkest dat ze in een teug meezog. Voor de tweede keer hoorden we Prokofiev muziek worden (na de Italiaanse). Slechts zeer weinigen dringen in zijn wereld door en wie dat kan, zoals Vinnitskaya het ons duidelijk maakt, is sowieso een geslaagde muzikant. De jonge Russische deed het, met praal en noblesse. Zij werd een terechte toegejuichte winnares die bij haar vertolking reeds een langdurig en uitbundig applaus kreeg dat ritmisch vijf minuten aanhield. Zo jemand nog overstijgen?
Het andere elektriserende moment was de uitvoering van het Tweede concerto van Prokofiev door Anna Vinnitskaya, die onder meer een mooi gebonden, sensuele Mozart-sonate (Nr. 7) en een krachtige Gaspard de la Nuit had gebracht in de halve finale. Haar concerto klonk verrassend krachtig, ongemeen levendig, zeer ontspannen. Het podium is haar biotoop. Een erg vrouwelijke verschijning ook, zonder de getormenteerde blikken die sommige andere prestaties lichtjes ontsierden. Na de ontketende finale barstte het publiek in een lang applaus los.
Anna Vinnitskaya emporte la session 2007 du Reine Elisabeth avec panache. Dans son classement, le jury intègre les impressions du deuxième tour.
Tous - public, musiciens, professionnels - la mettaient dans le trio de tête: la Russe Anna Vinnitskaya, 23 ans, a obtenu le premier prix du Concours Reine Elisabeth 2007. Une victoire largement méritée et espérée depuis plus de quatre ans si l'on tient compte que la pianiste s'était présentée une première fois en 2003. Dès sa première appartition, la musicienne s'imposa par la plénitude de son jeu - sonorités superbes, technique aboutie, naturelle musicalité - dont elle élargit la portée au fur et à mesure des programmes proposés. Ses "Variations Paganini" de Brahms et plus encore son "Gaspard de la Nuit" de Ravel furent parmi les hauts moments du second tour (notre confère Nicolas Blanmont accepta d'être "changé en piano mécanique si elle ne passait pas en finales", il ne prenait pas de risque). Et à la dite finale, de la sonate op. 27/1 de Beethoven (pourtant très étrangère à l'esprit de concours) au concerto n°2 de Prokofiev, son concert s'inscrivit de bout en bout sous le signe d'une fabuleuse épopée, mêlant idéalement la poésie et la puissance.
Anna Vinnitskaya, un premier prix qui récompense une musicienne de feu: des moyens prodigieux mis au service d'une pensée sans concession qui nous entraîne au coeur même des partitions.
Ce qui frappe dans cette édition 2007, c'est la grande diversité de personnalités entre beaucoup de candidats. Le temps d'une pseudo-objectivité aseptisée qui a desséché tant de talents est désormais révolu. Ces jeunes artistes osent s'exprimer à la première personne sans violer pour autant le texte qu'ils ont décidé de servir. La musique en sort grandie.
La grande gagnante Anna Vinnitskaya, une jeune russe de 23 ans, avait fait forte impression mercredi dernier. Elle avait débuté son programme avec la sonate op. 27/1 de Beethoven et terminé par le 2e concerto de Prokofiev qui avait soulevé un tonnerre d´applaudissements. Elle a imposé son rythme à l´orchestre et montré beaucoup de lyrisme. Une qualité qu´elle a développée au maximum dans le concerto de Prokofiev. Son jeu bondissant, assuré, qui alterne puissance, espièglerie et poésie, avait été salué par une veritable ovation. Le jury a été séduit par cette artiste capable de fongue autant que de sensualité. C´est une conteuse remarquable, capable d´emporter son auditoire dans des atmosphères très variées.
Anna Vinnitskaya, une jeune russe (23 ans) au jeu d´une élégance aérienne que ne contredit pas la puissance. Dès la demifinale, nous avions été séduits par la cohérence de ses interprétations. En finale, aussi bien dans sa Sonate de Beethoven (combinaison réussie d´énergie, de sens des nuances, de lisibilité et de progression), dans un imposé sereinement approprié, que dans un deuxième concerto de Prokofiev dansé-chanté-percuté, elle a fait la preuve de sa belle maturité expressive.
Depuis le début du Concours au fil de ses épreuves succesives, la jeune pianiste russe – elle n´a que vingt-trois ans – a imposé un réel tempérament musical. Remarquable technicienne, virtuose, mais cela ne va-t-il pas de soi de nos joursm elle est „musicienne“. Ainsi, lors de la demi-finale, son interprétation, son appropriation, du vingtième concerto de Mozart nous avait touchés par la densité sensible du propos, la sérénité expressive sont elle avait notamment imprégné la „Romance“. Dans la „Garspard de la nuit“ de Ravel, nous l´avions vue félin prêt à bondir, maîtresse dees sonorités, des couleurs et des atmosphères.
Lors de la finale, dans la Sonate No 13 de Beethoven, elle s´est montrée capable à la fois de force de nuances, de lisibilité et de progression rythmique et sonore. L´imposé, elle l´a fait sienm naîtrisant ses deux composantes, l´hypertechnique et l´élégiaque évanescente, ajout même à son interprétation une sorte de distance ironique, là où d´autres semblaient peiner encore à déchiffrer la redoutable partition. Son deuxième concerto de Prokofiev nous a „emballés“ par sa facon d´imposer son jeu sans négliger le réel dialogue avec l´orchestre. Au clavier, elle est élégante, souriante, aérienne. Vous l´aurez compris, nous – c´est-à-dire le public unanime – avons ratifié le choix du jury.
À Anna Vinnitskaya (Russie), un premier prix qui récompense une musicienne de feu: des moyens prodigieux mis au service d'une pensée sans concession qui nous entraîne au coeur même des partitions. On n'a pas oublié l'incandescence irrépressible de son 2e concerto de Prokofiev, ni la rigueur habitée de sa 13e sonate de Beethoven.
Vinnitskaya zit helemaal „in“ de muziek, beleeft haar en is tot verwonderng in staat. Ze speelt met andere woorden een geslaagt concert, eerde dan een minutieuze wedstijgregie te volgen.
Behalve de mooie psychologie heeft zu alles: het prachtige kluwen van toon, techniek en temperanment dat het beste van de Russische school representeert, en een combinatie van charisma en naturel die kenner noch liefhebber kan ontgaan.
Des artistes séduisent, envoûtent ou interpellent. Anna Vinnitskaya subjugue. Jeudi soir, elle a enchaîné les atmosphères avec bonheur, lors de la finale du Concours Reine Elisabeth.
Son impassibilité d'apparence fascine mais elle dissimule une incroyable force extérieure. Cette technicienne surdouée n'a pas son pareil pour mettre ses énormes moyens au service d'un monde intérieur. Dans la Sonate op. 27/2 de Beethoven, elle enchaîne les atmosphères avec une versatilité en tout point fidèle à son surnom de „quasi una fantasia“. Introduction pensive de l'andante, débordements tumultueux de l'allegro, chant réfléchi de l'intermezzo, fierté altière du finale : tout Beethoven est bien là dans l'insatisfaction perpétuelle de ses aspirations.
Dès les premiers accords de La Luna y la Muerte, on a compris que la candidate a quelque chose à nous dire. Sa sonorité impose d'emblée un climat étrange qui contraste totalement avec la fougue démoniaque avec laquelle elle soulève la partie rapide. Sous ses doigts, la cadence devient une véritable étude sur les attaques et les intensités. Sans parler de sa capacité à tirer un parti aussi varié des effets de résonance qui émaillent la fin de la partition.
Dès le balancement inquiet du début, on saisit que la pianiste ruse a décidé de dominer ce 2e Concerto de Prokofiev et de lui restituer avec une clarté confondante son irrépressible force futuriste. Elle construit ainsi l'imposant andantino qu'elle conduit jusqu'à la terrifiante explosion de l'allegretto. Fugacité lunaire du scherzo, ironie oppressante de l'intermezzo, cette démonstration fascinante n'a pas son pareil pour réintroduire un surprenant instant de quiétude obsessionnelle au coeur d'un finale diaboliquement percutant.
La musique lui traverse tout le corps, la sonorité du piano n´est que plus profonde et Beethoven que plus exceptionnel; il s´agissait de la Sonate Quasi una fantasia qui fuit interprérée avec un caractére inoui.
Celui-ci laissait présager un imposé de grande classe et, à mi-chemin des finales, on a même atteint un sommet sur le plan de la compréhension de l´oeuvre et du message technique et musical qu´elle peut représenter. Quelle sincérité dans la recherche chez la Russe avec comme aboutissement une interprétation des plus captivantes.
Mais que dire du 2e concerto de Prokofiev, l´un des plus périlleux du répertoire, où Anna Vinnitskaya dirige en quelque sorte les opéraions avec une maîtrise totale: celle du clavier et, surtout, celle de ce qu´elle veut exprimer et nous faire partager. C´est comme un combiné d´émotion et d´enthousiasme, partant de la plus authentique sincérité.
Donnée favorite lors des demi-finales, la Russe Anna Vinnitskaya installe sa présence avec douceur et sourires pour la seconde partie de la soirée. Beethoven et sa Sonate n° 13 en mi bémol, op. 27/2 „Quasi una fantasia“ offre un climat de tensions intérieures éclatant. Sonorités rondes et investies s’affirment avec des moyens éblouissants qui coulent d’une source généreuse. Communication et joie du partage, même s’il est parfois douloureux et complexe chez Beethoven, montrent une artiste épanouie dans son art et son intégrité musicale. Vivifiant les tensions intrinsèques à cette Quasi una fantasia, elle en esquisse les aspérités avec fougue et éclat, subtilité et finesse, intelligence et lumière. Continuant avec La Luna y la Muerte de Miguel Galvez-Taroncher, qu’elle joue sans la contribution du tourneur de pages, elle est la première à la restituer avec un tel degré d’imagination et de compréhension mélodiques. Jouant sur l’interactivité des sons feutrés dans leurs séquences propres et avec l’orchestre, elle communique dans l’instant un jeu d’échos rémanent qui semble galvaniser les membres de l’ONB et Gilbert Varga. Rage effrénée et colère du désespoir se mêlent au tissu orchestral d’une partition qui prend ici toute sa substance grâce à l’investissement d’une candidate qui en a intégré les moindres recoins. Le morendo final qui suit une cadence de désespoir et de rage la propulse dans l’assouvissement et l’enchevêtrement de lignes cursives, balancées entre dynamiques et mélodies introspectives jusqu’au contraste d’un infini rêveur et éblouissant. Ce sera sans nul doute l’une des meilleures visions de l’œuvre imposée de ces finales…
Terminant sa prestation avec le Second concerto de Prokofiev en sol mineur, op. 16, elle affirme la plénitude d’un tempérament bien russe avec une incroyable intensité et une redoutable assise technique. Musicienne à l’état pur, elle est l’une des révélations de ce concours grâce à sa joie communicative, à son plein épanouissement de sonorités chaudes, résistantes, inventives et ineffables dont elle se sert pour assurer un véritable spectacle pyrotechnique. Galvanisés par tant d’audace, de probité musicale et de plaisir de l’instant, chef et orchestre ne font plus qu’un avec Anna Vinnitskaya acclamée très vivement à la fin de sa prestation par un public ravi de tenir une personnalité étincelante et étonnamment décontractée!
Quant l'artiste raconte. [...] Les sonorités de la pianiste russe en disent long. Ovation en fin de parcours.
Oui, c'est bien „quasi un fantaisie“ que nous interprète Anna Vinnitskaya pour commencer. La sonate op. 27/1 de Beethoven défile comme le récit d'une vie. La première mélodie, interprétée avec douce innocence dans l'andante, évoque des souvenirs enfouis avant d'éclater avec brio dans l'allegro. Dans le deuxième mouvement, le jeu, déluré et décidé, léger et grave, nous mène jusqu'à l'adagio sur un rythme acharné, soutenu avec fougue.
Contraste d'ambiance très réussi lorsque apparaît une mélodie toute simple d'une fraîcheur et d'un naturel touchants, précédant l'explosion d'un allegro très enlevé, très accompli dans sa forme polyphonique et finement nuancé. Après la brève et nostalgique évocation du thème de l'adagio,c'est l'apothéose: la sonate aura eu belle vie.
Chez Vinnitskaya, c'est d'abord ce son charnu, d'une parfaite plénitude qui impressionne, et cela tout particulièrement dans la partie rythmique de l'imposé. Le jeu est bondissant, dansant, assuré (elle tourne elle-même les pages !). Tendue, la cadence suit le mouvement, portée par une expressivité de chaque instant. Une belle construction s'en dégage, même si les silences demandés par la partition sont oubliés.
La nuance fortissimo domine, y compris „de l'autre côté“ (celui de la mort): avec Anna, la vie résiste jusqu'au dernier moment, grâce au lyrisme qu'elle parvient à dégager de la ligne „mélodique“. L'orchestre entre à pas de loup et Vinnitskaya commence à nous lire, sur un ton grave mais calme, l'histoire du concerto n.2 de Prokofiev dans un récitatif mélodique („narrante“) très soutenu.
La pianiste s'illustre parfaitement dans une musique acrobatique qui cherche les effets spectaculaires autant que la profondeur du discours. Puissance sonore et poésie apportent au discours une ampleur orchestrale impressionnante (passionnante), qui domine dans la gigantesque cadence et conduit à un paroxysme héroïque repris à l'orchestre. Après la tempête, on se retrouve en eaux calmes pour replonger aussitôt en plein scherzo tourbillonnant, trépidant dans un jeu plus que jamais décidé et inventif.
Débarquement de l'intermezzo: Anna devient espiègle, puis conquérante, elle offre au public sa propre épopée symphonique, dotée d'une infinie diversité mélodique. Sarcasmes, tempêtes et berceuses se succèdent dans le dernier mouvement, tour à tour poétique et trépidant. Ovation!
Die assertieve houding speelt ze meesterlijk uit in het tweede concerto van Sergey Prokofiev. Vinnitskaya kiest een pianoconcerto die de uitvoerder tot het uiterste drijft. Het Nationaal Orkest blijft gul spelen en de soliste had geen moeite om stevig weerwerk te bieden. Ook in cadensen blijft de imposante klank van de Russische soepel overeind.
De onverwachtse wendingen tussen lyrische passages en pianistiek slagwerk zijn op maat geschreven van de muzikale kameleon Vinnitskaya. Prokofiev is zowel met sonates als concerto’s een favoriet in het wedstrijdrepertoire. Maar het warmste pleidooi voor Prokofiev kwam tijdens dit concours tot nog toe van Vinnitskaya.
Het publiek bleef na afloop koppig applaudisseren. Maar de pianiste mag, in naam van de wedstrijdneutraliteit, geen tweede keer groeten. Dit concours heeft alvast zijn publiekslieveling gevonden.
Une sonorité travaillée en pleine pâte, mais qui ne perd jamais rien de sa beauté; voilà une artiste capable de fougue autant que de sensualité. C´est une conteuse qui peut nous emporter dans des atmosphères très variées.
Anna Vinnitskaya dans le K. 466 de Mozart: rehaussée par la présence de la Reine, cette dernière àprès-midi de demi-finale commence bien.
La candidate insuffle dans l´allegro sa naturelle musicalité et son tempérament généreux, portés par un jeu rond et brillant et un magnifique legato.
C´est également de Ravel, mais cette fois sous les doigts d´Anna Vinnitskaya (Russie), que nous viendra le grand moment de cet après-midi. Subtil mélange de fébrilité d´immobilisme dans „Ondine“, statisme obsessionnel de „Gibet“, excubérance volcanique de „Scarbo“: son „Gaspard de la nuit“ laisse pantois. A l´instar d´un impérial premier cahier des „Variations Paganini“ de Brahms où, tour à tour obstinée, fantasque, tranchante ou rêveuse, rageuse et impérieuse, lunaire ou espiègle, la pianiste nous livre un véritable festival d´atmosphères.
Anna Vinnitskaya s'acquitte d'abord brillamment de „Dedicatio VI“, qu'elle joue de mémoire. Tour à tour décidée, intense ou ludique, sa sonate K. 309 de Mozart laisse présager un beau concerto en ré mineur samedi. Mais ce naturel suppose, on l'aura deviné, une technique à toute épreuve : une extraordinaire interprétation des brahmsiennes Variations sur un thème de Paganini vient le confirmer, le moins exceptionnel n'étant pas que la candidate réussit en sus à faire de ce monument virtuose un authentique moment de musique, tout comme elle le fera de son „Gaspard de la nuit“, avec une lecture éminemment expressive, charnelle et poétique. Que l'auteur de ces lignes soit changé en piano mécanique si on ne la retrouve pas en finale.
Anna Vinnitskaya, Russe de 23 ans, décline un Bach [WK II/22] linéaire et sage, rélévant au passage un beau toucher, ferme et charnu. Les impressions se confirment dans les études de Chopin et de Debussy, réalisées avec maîtrise, et dans Tirana d´Albeniz, valant, en plus, par un dynamisme bienvenu.
Anna Vinnitskaya meisterte dieses Konzert [Schostakovitsch I] bravourös, in fühlbarer Nähe zur Spätromantik und in tadelloser Balance zum kleinen Streicher-Ensemble. Hier und in Bachs f-Moll Konzert bestachen die langsamen Sätze. Apart, wie sie deren Melodielinien zum Singen brachte, ruhig fliessend und zart melancholisch.
Die Finger auf der Tastatur des Pianos wirken, als wen sie selbstständig agieren würden, keine Grenzen der Technik kennen, selbst schwierige Läufe wirke leicht, einzelne Töne oder Akkorde werden zum atemberaubenden Höhepunkt: Die junge Pianistin Anna Vinnitskaya scheint ein Naturtalent zu sein, ihr beim Spiel am Piano zuzuhören, ict nicht nur Musikgenuss in Reinform, sondern mehr: Sie schafft das, woran oft selbst profilierte Musiker scheitern, nämlich Musik wirklich gefühlsmäßig erleben zu können. [...]
In Erinnerung bleiben wird Anna Vinnitskayas Interpretation von Beethovens Sonate für Klavier E-Dur, ihre akzentuierte Betonung im Wechselspiel zwischen Vivace und Adagio im Eröffnungssatz, ihre leidenschaftliche Hingabe im von Variationen geprägten Andante-Schlusssatz.
Die 21 Kurzmotive aus Robert Schumanns „Carnaval op. 9“ entwickelte sie, ausgestattet mit einer riesigen Gedächtnisleistung und völlig ohne Notenvorlagen, zu einem unglaublichen Gesamtkunstwerk auf musikalischer Grundlage. Getoppt wurde dies allerdings von zwei weiteren Interpretationen, die vermuten lassen, dass Anna Vinnitskayas wahre Vorlieben in Richtung impressionistischen Ausdruck gehen. Beispielsweise in César Francks „Präludium, Choral und Fuge“, mehr allerdings in Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“, das mit seinen tiefgründigen Stimmungsbildern ihr Wirken an der Tastatur fast vergessen ließ. Aber genau dies macht ja den wahren großen Musiker aus: Technische Perfektion erscheint wie bei Anna Vinnitskaya mühelos und bereits nach kurzer Zeit fast selbstverständlich. Im Vordergrund steht nur noch die Musik mit ihren Emotionen.
Vom ersten Ton an [Beethoven op. 109] verzauberte die 23-Jährige die Zuhörer mit ihrer klaren Stimmenführung und den warmen Akkorden. Zu der hervorragenden Musikalität kam beim „Carneval“ Opus 9 von Robert Schumann beeindruckende Virtuosität. In den 21 Szenen des Carnevals präsentierte sie ein Klangfeuerwerk, bunt, lebendig und sprühend vor Energie. Die Facetten reichten von ausgelassen bis sehnsüchtig. Die Zuhörer lauschten mit angehaltenem Atem, wie es schien. Schwindelerregende Tempi bewältigte sie, ohne dabei die Melodie zu trüben oder verschwimmen zu lassen, ihr Spiel zeichnete sich durch ausgezeichnete Klarheit aus. [...] Bereits vor der Pause gab es vereinzelnd erste stehende Ovationen des begeisterten Publikums. [...]
Mit Präludium, Choral und Fuge von César Franck zeigte sie, dass es wunderschöne polyphone Stücke jenseits des Barocks gibt. Berührend und innig interpretierte sie Franck und zeigte eindrücklich, dass Musik so viel mehr sagen kann als Worte.
Spärische Klänge erzeugte Vinnitskaya bei Maurice Ravel. Verzaubert und träumerisch spielte die Pianistin „Gaspard de la nuit“, „Ondine“, „Le Gibet“ und „Scarbo“.
Anna Vinnitskaya schien ganz aufzugehen in ihrer Musik, lange Passagen spielte sie mit geschlossenen Augen. Waren sie geöffnet, unterstrich ihr Mimenspiel die musikalische Botschaft. Und die Pianistin schien in direktem Kontakt zur Musik zu stehen, der Flügel war lediglich das Kommunikationsmedium, das die Gefühle den Zuhörern übermittelte.
Kaum Glaubliches geschah, und den Namen der Pianistin Anna Vinnitskaya wird man sich merken müssen. Unerhört, wie technisch perfekt, wie klar und brillant sie die hohe Virtuosität dieses dreisätzigen Konzerts meisterte. Spielfreude, thematischer Witz und Clownerien, die an die Musik auf Tanzdielen erinnern, dazu die verwirrende Virtuosität: Die Mitglieder der Musikgemeinde dankten der wunderbaren Pianistin mit Bravo- rufen [Schostakovitsch I].
Als Star des Abends entpuppte sich die in Hamburg bei Evgeni Koroliov studierende junge Pianistin Anna Vinnitskaya. Ihre Deutung des Cembalokonzerts f-Moll BWV 1056 von Johann Sebastian Bach fazinierte durch den Versuch, auf dem Flügel mit variablem Anschlag den Klang des Cembalos nachzuahmen.
Zur Sternstunde entwickelte sich das abschließende 1. Klavierkonzert op. 35 von Dimitri Schostakovitsch. [...] Die russische Pianistin entfachte hier ein wahres Feuerwerk. Bravo!
Dass sie eine eminente Virtuosin mit unglaublicher Kraft ist, das wusste man noch. Was wieder verblüffte, war die Leidenschaft, mit der Ann Vinnitskaya zu Werke ging, war die Auseinandersetzung nicht nur mit den Stücken, sondern auch mit den Komponisten. Sie ist eine blitzgescheite Analytikerin, die ihre Intelligenz auch verlustfrei auf die Tasten übertragen kann.So entstehen bei ihr Interpretationen, die nicht nur den Intellekt ansprechen, sondern im hohen Maß auch die Emotion. Leos Janaceks Sonate „1. X. 1905“... zeigt das gleich zu Beginn. Das war nicht nur glänzend gespielte, gute Musik. Sondern plötzlich spürte man in den beiden Sätzen „Vorahnung“ und „Tod“ etwas von der hilflosen Wut und Trauer, die den guten Bürger Janacek veranlasst haben müssen, eine derartige Musik des Protestes zu komponieren.
Glanzstück der Matinee war freilich Robert Schumanns „Carnaval“. [...] Anna Vinnitskaya war jetzt absolut kompromisslos. Und plötzlich hörte man den sattsam bekannten Zyklus mit völlig anderen Ohren. Das war keine Faschingsmusik, das waren auch keine „Scènes mignionnes“, keine „lieblichen Szenen“, sondern das waren messerscharf gezeichnete kleine Psychogramme. Plötzlich saß Robert Schumann am Flügel, der diese Musik in ganz konkreten Lebenssituationen und psychischen Befindlichkeiten geschrieben hat, um Inneres zu verarbeiten. Da hörte man ihn plötzlich in seiner schwierigen Situation zwischen „Chiarina“ oder Clara und „Estrella“ bzw. seiner Verlobten auf Abruf Ernestine von Fricken . Beide Frauen getrennt durch einen ironisierenden Chopin. Da hörte man ihn ringen mit seinen Kopfgeburten Eusebius und Florestan, da spürte man seine Identifikation mit dem (davon-)laufenden Harlekin, der immer wieder von den Füßen geholt wird, sein wütendes Abbrechen quasi mitten im Takt, als er kompositorisch nicht weiterkommt – und schließlich das Unterfangen seiner geistigen Hilfstruppen, der Davidsbündler, dem ganzen Spuk ein Ende zu machen. Einen derart entschiedenen und plausiblen „Carnaval“ bekommt man wirklich nicht alle Tage.
Da war man auch nach der Pause noch beeindruckt, und da hatten es die folgenden Werke schwer, obwohl Anna Vinnitskaya Peter Tschaikowskys Dumka „Ukrainische Dorfszene“ außerordentlich pfiffig spielte. Aber selbst die 2. Sonate von Schostakowitsch tat sich schwer, ihren hohen Eigenwert zu behaupten. Dass sie es letzlich schaffte, lag an der Spannung der Interpretation, die nicht nur die starke, teils beklemmende Motorik herausarbeitete, sondern auch starke emotionale Bilder schuf.
Anna Vinnitskaya ist 22 Jahre jung – und musikalisch clean. Hoffentlich bleibt sie es und verlässt sich auf jene Stimulanz, die Mozart im Klavierkonzert A-Dur KV 414 verabreicht: den Klang- und motivischen Beziehungszauber, der tröpfchenweise den (Musik-)Körper durchdringt. [...] Zwischen pianistischem Funkeln und Feinsinn zieht sie ihre Kreise.
Technisch ist für sie wohl bereits die gesamte Klavierliteratur machbar. Als Interpretin zeigte sie sich dabei vom vollblütigen Typ [...] Indes, auch wenn sie den rustikalen, manchmal fast percussiven Zugriff pflegt und Bach-Busoni sehr motorisch auflädt, das wirkt dennoch nie überladen, verdickt oder wie planlose Effektemacherei. Ganz im Gegenteil. [...] Und nicht nur Weitblick, sondern auch ihr Sinn für Proportionen legt in diese sehr langen Werke einen endlosen Spannungsfaden.
Mit Schostakovitsch tragisch anmutender Sonate Nr. 2 in h-moll, wo ihr mit dem Largo noch einmal überdeutlich ihre geniale Fähigkeit, die Balance zwischen Linker und Rechter allerfeinst und nach Belieben zu gewichten. [...] Ganz etwas anderes dann in der Zugabe: Mit einer Scarlatti-Sonate verblüffte sie als virtuose, totaler Transparenz huldigende Filigranpianistin.
Das war auch bei der vielfach ausgezeichneten Anna Vinnitskaya so, die sich langsam in die vordere Reihe der internationalen Pianisten spielt. Im Moment ist sie mehr virtuose Technikerin als sensible Tastenpoetin, in den Wiedergaben sind aber Temparement u n d Geist zu gleichen Teilen spürbar. [...] Hier war die junge Russin ganz in ihrem Element. Alles war herb abgetönt, gefühlvoll, doch ohne emotionale Übertreibungen gekennzeichnet.
Sie ist trotz ihrer jungen Jahre schon eine Ausnahmepianistin. [...] Hier brannte sie ein Feuerwerk pianistischer Spielkunst ab, dargeboten mit virtuos sanften Tastenanschlag im Wechselspiel mit dynamisch wirkenden Kontrasten.
Im letzten Teil des Konzertvortrages war die Sonate für Klavier Nr. 2 in h-Moll op. 61 von Dimitri Schostakovitsch an der Reihe. Ohne Noten und mit geschlossenen Augen entlockte sie dem Konzertflügel selten gehörte Töne in einem atemberaubenden Tempo.
Ganz in sich versunken beeindruckte die hochtalentierte junge Frau vor allem durch die große Palette ihrer Ausdruckskraft. Mühelos wechselte sie von leisen, einfühlsamen Passagen zu schnellen, dynamischen Partien, die sie mit großer Leidenschaft interpretierte.
Es war wohltuend, dass Anna Vinnitskaya – leider als einzige – ein zeitgenössisches Werk spielte. Aber in den beiden Chaconnes war sie ganz bei sich. Sie hat erstaunlich viel Kraft, die sie auf die Tasten bringen kann, und die setzte sie bei Busoni auch ein, ohne zu überziehen. Aber sie hatte auch verstanden, dass es Busoni bei der Bearbeitung nicht um romantische Vollfettakkorde ging, sondern um harmonische Verdichtung. Und so war das Werk selten so durchhörbar, so auf die thematischen Linien zielend wie bei ihr.
Mit Gubaidulinas Ciacona, ganz im Geiste Bachs komponiert, konnte sie anrühren, weil sie eine gute Verbindung fand von wuchtigen, skelletierten Akkorden, Totentanzelementen und Phasen des Auslassens, des Nachgebens.
Die russische Pianistin Anna Vinnitskaya ist ein echtes Energiebündel. Für ihr Programm beim Klaviersommer des Beethoven-Hauses hatte sie sich einige der größten pianistischen Herausforderungen herausgepickt, die es gibt. Dass nach Maurice Ravels "Gaspard de la nuit", Robert Schumanns "Carnaval" und Mili Balakirevs "Islamey" trotzdem keine Anzeichen von Erschöpfung zu bemerken waren, zeigte sie im Zugabenteil.
Zunächst schien sie zwar das Publikum mit Brahms` Intermezzo in Es-Dur op. 117 sanft und schön in den Schlaf wiegen zu wollen, dann aber weckte sie es mit der virtuosen Kammerfantasie über Bizets "Carmen" von Ferruccio Busoni lautstark wieder auf. [...]
Maurice Ravel wollte mit seinem "Gaspard de la nuit" nach eigener Aussage "für das Klavier Stücke von transzendenter Virtuosität schreiben, die schwieriger sind als ,Islamey`". Tatsächlich sind die drei Sätze gespickt mit technischen Hürden, von denen zu Ravels Zeit viele absolut neuartig waren. Nicht nur die im herkömmlichen Sinne virtuosen Momente haben manche Pianisten schier verzweifeln lassen, sondern auch das Raffinement des Anschlags etwa in „Le Gibet“, wo das ostinate B der Totenglocke in einen Klanggrund aus fahl und unheimlich wirkenden, komplizierten Akkordgebilden eingebettet wird. Die Anschlagsnuancen, mit denen die Pianistin diese Akkorde gestaltete, zeugten von höchster Klangsensibilität.
Schumanns schwärmerische "Scènes mignonnes sur quatre notes", wie der Komponist den Carnaval op. 9 auch überschrieb, spielte sie mit virtuosem Feuer, markant und fantasievoll in der Gestaltung. Abgesehen vom etwas zu gehetzt geratenen Mittelteil der "Préambule" stimmten die Tempi immer, sensibel kam der "Eusebius" daher, wunderbar locker gelang die Handgelenkübung "Reconnaissance", zum Schluss mündete das vielsätzige romantische Klangkaleidoskop in ein wirkungsvoll gestaltetes Finale.
Garandioser Abschluss dann Balakirevs "Islamey", dessen pianistische Artistik beim Publikum im Kammermusiksaal hörbares Entzücken auslöste.
Hier [Beethoven op. 27/1] modulierte Anna Vinnitskaya eindrucksvoll Laut-Leise-Kontraste und ließ im ersten Auf und Ab die Gefühle wirklich explodieren. Es schien, als würde die Interpretation ganz mit Beethovens eigenem zornigen Ausdruckswillen verschmelzen.
Jemand, der sich Busonis Transkriptionen von Bachs Chaconne als Einspielstück auswählt, muß den Teufel im Leib haben! […]
Denn über weite Strecken charakterisieren jugendlicher Gefühlsüberschwang, Sturm und Drang und ein gewisses Draufgängertum diese Musikerin, die gleichwohl einen geradlinigen, schlichten und angemessenen Rahmen der Disziplin um ihren ganzen Reichtum fügt. So wirken ihre Hingabe an das Spiel und ihre Körpersprache immer stimmig, ihre Gesten niemals affektiert.
[…], erlebte man doch atemlos Islamey, Orientalische Fantasie von Balakirev, das als eines der schwierigsten Klavierstücke überhaupt gilt. Mit wesentlich mehr Lokalkolorit als die Skrjabin-Sonate und kaum mehr überbietbarer Virtuosität wurde sie zum wirksamen Höhepunkt des Abends. Was das Konzert aber so wundervoll abrundete, waren die Etüden von Chopin, die das Publikum mit konventionelleren Akkordverbindungen und dem aufregenden Gefühl entließ, ein Highlight der Saison miterlebt zu haben.
Die junge russische Pianistin scheint aus einer unversiegbaren inneren Quelle innerer Bilder zu schöpfen. [...] Ihr interessant und vielseitig zusammengestelltes Programm zeigte nicht nur den Reichtum ihrer Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch eine mühelos beherrschte Technik und eine geradezu bravouröse Virtuosität. [...] Die volle Kraft ihres virtuosen Könnens erlebten die Zuhörer in „Islamey - Orientalische Fantasie für Klavier“ von Mili Balakirew. Mühelos, ja schwerelos führte sie mit dieser Komposition ein temperamentvolles Klangfeuer vor, mit dem sie Bewunderung hervorrief. Der bravourösen Kunst der Künstlerin galt ein stürmischer Applaus.
Die junge Pianistin interessant, ja mutig zu nennen hat viele Gründe. [...]
Dabei markiert sie im Konzertaufbau nur die Vorbereitung auf das Folgende, nämlich Beethovens f-Moll-Sonate op, 57, die „Appasionata“, die Leidenschaftliche. Und gerade diese muss es für die junge, künstlerisch ehrgeizige Pianistin sein, gerade diese für ihre eindeutig maskuline Leidenschaft berühmte Sturm-Sonate mit einem Finale, wie es furioser und hämmernder kaum möglich wäre. Schon zuvor zärtelte die junge Russin nicht, sondern akzentuierte abrupt und betonte jeden Bruch, jede Schroffheit. Mit eigenständiger Dynamik und Rhythmik, ohne dabei den Eindruck von Effekthascherei zu hinterlassen. Und auch ohne jenes Fließen, jenes Strömen auszulassen, wie es etwa für das lichte Dur-Motiv im ersten Satz oder auch das singende Hauptthema im Andante angemessenen scheint, wenn uns kurz Linderung von verzehrender Leidenschaft versprochen wird. Sie spielt es ohnehin so, als wolle sie gar keine Linderung, sondern als stürze sie sich kopfüber in jedes noch so wilde Wüten.
Und schafft so immerhin dreierlei: auf ihre immense Technik aufmerksam zu machen, noch eine Spur anders zu klingen als die vielen berühmten, auf Tonträgern verewigten Interpretationen, die wir von der Appasionata kennen – und, nicht zu vergessen, das Winnender Publikum trotz erneut deutlich hörbarer Raumklang-Tücken zu Jubelstürmen hinzureissen.
Anna Vinnitskaya ließ erkennen, daß eine ausgefeilte Technik erst die Grundlage musikalischen Ausdrucks ist, dessen Maxime aufrichtiges Empfinden ist. Jede Phrase, jeder Ton scheint der akustische Spiegel ihres Seelenlebens zu sein. Ihr Formsinn ist intuitiv. Er verdankt sich einem untrüglichen Gespür für ein stetes Tempo, besser: einen beständigen Puls der Musik, der kein Schwanken und keine Irritation kennt.
Einfühlungsvermögen, gepaart mit klavieristischem Witz zeigt die Vinnitskaya in Ravels drei romatischen Dichtungen 'Gaspard de la nuit'. Und in Sofia Gubaidulinas stilistisch reicher 'Ciacona' zieht sie noch einmal alle Register, die sie als Tastenkünstlerin von Format ausweisen. [...] Unterm Strich bleibt der Eindruck einer Pianistin von enormer Kraft und Virtuosität haften.
Man mag sich nicht so recht entscheiden - und muss es glücklicherweise ja auch nicht - welche der erlebbaren Eigenschaften der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya den prägendsten Eindruck hinterlassen hat. Die Bescheidenheit und doch Selbstsicherheit ihres Auftretens, der fast völlige Verzicht auf die große pianistische Gestik, die artistische Technik oder die fast unglaubliche Gedächtnisleistung und ihre Musikalität wären - jedes für sich - Grund genug, sie nach ihrem Debütkonzert am Freitagabend in bester Erinnerung zu behalten.
Die ganze Skala ihrer pianistischen Fähigkeiten konnte Anna Vinnitskaya hier [Brahms: Variationen über ein Thema von Paganini] zur Geltung bringen: Mitreißende Rasanz und zarte Verträumtheit, überschäumendes Temperament und dezente Zurückhaltung. Getragen von einer manuellen Technik, die an Konzentrationsvermögen und physische Beweglichkeit höchste Anforderungen stellte – und von der Pianistin bravourös gemeistert wurden.
Die junge Dame hatte aber noch einiges mehr zu bieten, obwohl ihre künstlerische Entwicklung noch nicht abgeschlossen sein dürfte: hohes musikalisches Verständnis, Engagement und den kompromisslosen Willen zur Perfektion. [...]
Dazwischen lag eine packende halbe Stunde [Liszt: Sonate h-Moll], zusammengehalten nicht zuletzt durch die interpretatorische Gestaltungskraft einer Solistin außergewöhlichen Ranges.
Let´s not pussyfoot about here, Anna Vinnitskaya is almost certainly one of the potentially great pianists of tomorrow. Tomorrow? Well, maybe that´s a little soon. The girl, after all, has just turned 14. But she is already, on the stream of evidence in her recital yesterday at Hutchesons´ Hall, frighteningly close to being the complete musician. [...]
She plays with a maturity that would have an experienced listener place her at least a decade beyond her years. [...]
She has a physical power beyond her years – capable of delivering the meatiest Rachmaninov with a wallop – and immense lyrical strenghts, allied with a beautifully smooth, virtuosic finger technique and a awesome sommand of dynamic contrasts.
But if there were elements that marked out her near-genious – and I do not exaggerate – they were evident in Prokofiev´s Toccata where her power-driven interpretation of the Russian´s obsessive, motoric rhythms was absolutely sensational, and, at another extreme, in her spell-binding, magical account of Chopin´s minor-key study where the composer spins out the distance between key notes of the melody, leaving the pianist to work miracles in connecting them endlessly-weaving figuration. Vinnitskaya did it wonderfully, with the ease and maturity of a master pianist.