Critiques
Ein Abend der dunklen Farben
Die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya gastierte in Landshut –
Wirkungsvoller konnte dieser Konzertabend nicht eingeleitet werden. Sicher
eignet César Franck eine gewisse Schwerblütigkeit, aber der pianistische
Reichtum, den er in “Prélude, Coral et Fugue” ausbreitet, ohne sich im
geringsten an Gesetze irgendeiner Form zu binden, bezwingt sogleich in
seinem festlich tiefen Ernst wie in seiner harmonischen Raffinesse. Bei den
Freunden der Musik im Landshuter Rathausprunksaal hatte die junge russische
Pianistin Anna Vinnitskaya dieses selten gespielte Werk an den Beginn ihres
auch im übrigen durchaus ungewöhnlichen Programms gesetzt. Ein Programm
nebenbei, das man schon allein seines exorbitant hohen technisch-physischen
Anspruchs wegen so wohl nur in der Jugend spielen kann.
Vinnitskaya machte daraus einen Abend der dunklen Farben. Auf Franck ließ
sie den Zyklus “Miroirs” von Maurice Ravel folgen. Zu hören, zu erleben
waren da fünf Exerzitien in tiefster meditativer Versenkung. Noch die mit
kristalliner Prägnanz gespielten Arpeggien waren davon angerührt und die
“Oiseaux tristes” rückten zuletzt in die Nähe des Depressiven. Aber wenn
Ravel im spanischen Kolorit des “Alborado del gracioso” an die Grenze des
pianistisch gerade noch zu realisierenden geht, meistert Vinnitskaya diese
Herausforderung mit hämmernder, mit triumphierender Kraft.
Diese so überlegt gebrauchte Kraft verbindet sich bei Anna Vinnitskaya mit
einem forschenden Ernst und dadurch findet sie auch die Intimität der
“Sonata Reminiscenza” Sonate Nr. 10 von Nikolaj Medtner. Noch in
Russland 1920 komponiert, klingt sie weithin wie eine Vorahnung des
kommenden Verlustes und in der Tat war Medtner bald darauf im Exil. Seine
Sonaten gehören zum selbstverständlichen Repertoire aller großen russischen
Pianisten. Im Westen dagegen haben sie sich nicht durchgesetzt.
Ganz anders Sergej Prokofjew. Seine drei großen Sonaten aus den Kriegsjahren
1939 bis 1942 werden auch hier gespielt. Daraus die härteste, also Nr. 7 in
B-Dur, war zu hören. Ihre Mitte ist ein “Andante caloroso” voller
schmerzlicher Intensität, von berührender Wärme. Obwohl keine genuine
Legato-Spielerin, gab Anna Vinnitskaya diesen Satz in tief atmender Weite,
eingespannt zwischen die beiden Ecksätze, in denen das Inferno tobt. Die
jähe Attacke des Anfangs, die Unruhe als konstante Triebkraft, die immer neu
und wild ausbrechenden Eruptionen das alles realisierte Vinnitskaya mit
rückhaltloser Hingabe, technisch bravourös und in der Düsternis des
heraufziehenden Weltuntergangs.
So war das Ungewohnte an diesem Abend, vermittelt durch eine so sympathische
wie faszinierende Künstlerin, zum bedrängenden Ereignis geworden und hatte
ein überaus aufnahmebereites Publikum gefunden. Nach stürmischem Beifall
zwei Zugaben.
Pianist Anna Vinnitskaya, a laureate of a half-dozen major international competitions, made her North American debut in the Kennedy Center’s Terrace Theater on Saturday afternoon, meeting high expectations with aplomb. This artist, at 25, is in the full flower of her musical and pianistic abilities. ...
Vinnitskaya is a true lioness at the keyboard, devouring the most difficult pages of music with adamantine force. She seemed almost to relish the technical thickets, never rushing, never banging, maintaining control of wildly different simultaneous textures (in the Gubaidulina Chaconne) and pacing long buildups with unswerving focus. In this literature, she has everything a top-level artist needs.
But the question of what Vinnitskaya would do in Bach, Mozart or Schubert hung in the air afterward. ... . In the contemplative F-sharp major section of the Liszt, the color and pacing were a little bland, almost as though her interest flagged when the technical challenges went away. But certainly, this was a most auspicious debut of a major talent.
Hats Off, Gentlemen...
The 2007 first prize winner of the Queen Elisabeth International Music Competition put together a blockbuster program that overwhelmed the senses both by its virtuosity and its musicality.
That someone could find so much music in a program that consisted primarily of Medtner, Rachmaninov, and Liszt and also get (almost) all the notes in this most difficult repertoire was a remarkable achievement. That the musician in question is a still largely unknown (at least on this side of the Atlantic) 20-something made it evident that Vinnitskaya has the potential to be making not only excellent, but extraordinary music in her career. ... Let us just hope that we will have the chance to hear Vinnitskaya perform again and often.
The program first showcased Vinnitskaya’s exciting, hard-fingered pianism with Sofia Gubaidulina’s modern updating of the chaconne. With parallelisms, copious dissonance, and other 20th-century harmonic gestures, Gubaidulina explores the historical form and undermines it, notably with a fugal section where the bass repetition disappears completely. It was the only moment of austerity in a generally ear-pleasing program. Nikolai Medtner’s music is often as backward-looking and broadly neo-Romantic as that of Sergei Rachmaninov. Vinnitskaya gave Medtner’s Sonata Reminiscenza in A Minor (op. 38, no. 1) a smoky nostalgia, shaping it beautifully without indulging in too much of the treacle.
The real meat of the program was the paired sonatas of Rachmaninov and Liszt. The tempestuous opening of Rachmaninov’s second sonata, in the composer’s own 1931 version, had a few skittish slips that turned out to be a blip in a mind-blowing performance. Even more impressive than the booming sound of Vinnitskaya’s power playing was the lacy, dewy soft passages which were poignant yet contained. ...
Liszt’s B minor sonata followed, in one of the more enigmatic, subdued, and yet astonishing performances of the work in my experience. The opening section was truly misterioso, not something puzzling to be passed over quickly, and the challenging passages had a magisterial sweep, even if some of the technical demands (octaves especially) could have used a little more polish. Again it was the gossamer touch in the rhapsodic sections that stood out as distinctive, with rubato used with sparing efficacy in both fast and slow sections. Even when large-chord sections reached a manic howl, the voicing of the melody within was etched and shaped. ...
Flügelaltar
Löwinnen sind wunderbare Wesen: mutig, klug, verantwortungsbewusst, demokratisch und liebevoll zugleich scheinen sie ihren despotischen und faulen Gatten klar überlegen, die zwar gern laut brüllen, hinter deren Imponiergehabe aber oft nur wenig steckt. Anna Vinnitskaya wurde vor 25 Jahren im Sternzeichen des Löwen geboren und macht ihrem Geschlecht alle Ehre.
Am Sonnabend spielte die Studentin der Hamburger Klavierklasse von Evgeni Koroliov beim SHMF im Kieler Schloss Sergei Rachmaninoffs Zweites Klavierkonzert und erhielt anschließend den mit 10 000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award, gestern wiederholte sie das berühmte Werk auf dem Airbusgelände in Finkenwerder.
Die Kulisse in einer der riesigen Werkshallen zum Bau des Airbus A380 bot eines der mächtigen Flugzeuge selbst, das hinter dem Orchester zumindest visuell das künstlerische Geschehen beflügelte, das technisch auf ungünstige Bedingungen traf, die einen langen Nachhall erzeugten – doch das für einen guten Zweck. So erhielten der Hamburger Verein “Kinder helfen Kindern e.V.” und die “Kira Auguste Prinzessin von Preußen Musik und Kultur Stiftung” jeweils eine Spende in Höhe von 45 000 Euro aus den Einnahmen des mit 3 000 Plätzen ausverkauften Konzerts.
Bereits am Vorabend war das gleiche Programm in Kiel zu hören gewesen, wo gleichfalls das NDR Sinfonieorchester die russische Künstlerin begleitete, ihr Landsmann Kirill Petrenko dirigierte. Dabei befand es die Preisträgerin keineswegs für nötig, sich in der eigenen Schönheit zu sonnen oder gar zu demonstrieren, wer sich denn hier mit den lauteren Tönen produzieren könne.
Löwin Vinnitskaya schlich sich stattdessen wie auf Samtpfoten an ihren Rachmaninoff heran, um mit ihm das noble Spiel einer Königin zu treiben. Nicht etwa, um ihn zu bezwingen oder ihn glanzvoll zu überstrahlen, denn diese Tastenlöwin ist eine Romantikerin durch und durch. Ihr natürlich geerdeter Klang ist tief erfühlt und glüht in den impressionistisch sanften Farben einer weitläufigen zartgrünen Savannen-Landschaft. Darin malt sie suggestive Bilder in hintergründigen Pastellfarben, streut darin funkelnde Töne voll pianistischer Imagination ein.
Diese Löwin mit Hang zum leidenschaftlichen Melos hat mütterliche Herzensgüte, erfasst darin Rachmaninoffs Konzert ganz behutsam in seinem Kern. Urteilte doch der Uraufführungskritiker anno 1901: “Es ist voller Poesie, Schönheit, Wärme, wunderbar orchestriert und von gesunder, mitreißender Kraft, schöpferischer Kraft.”
Nur spielte die leidenschaftliche Raubtierdame hier ja nicht im Kreise sensibler und auf Gleichberechtigung setzender Geschlechtsgenossinnen, sie schien vielmehr von einem Rudel wilder Raubkatzen umringt, die sich im Kampf zu übertrumpfen suchten: Wer am lautesten brüllt, hat am Ende Recht, dachten die Herren, als da wären: Maestro Kirill Petrenko, der hier den musikalischen Dramatiker gab, der von der hintergründigen Lyrik der Tastenlöwin so gar nichts wissen wollte sowie die Herren – und die nicht minder herrischen Damen – des NDR Sinfonieorchesters, die sich, erst durch so manche Urlaubsaushilfe auf Klangstärke gebracht, der Differenzierungskunst der schönen Löwendame gegenüber als männlich immun erwiesen.
Ein furioser Ritt durch musikalisches Sternenfunkeln
Die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya hat am Mittwoch im Rahmen des Davos Festival Klavierwerke der deutschen Romantik vorgetragen. Nicht nur die Interpretin war beseelt, sondern auch die Musik, die sie vermittelte.
Die etwas gespenstisch anmutende Betitelung eines Klavierrezitals mit «Irrlicht» fördert Assoziationen wie flackernd, klein, verloren oder vorgetäuscht. Beim Davoser Gastspiel der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya wurde jedoch auch die unterschwellige Erwartungshaltung, dass im Konzert beseelte, musikalische Fünkchen gezündet werden und
die eigene Seele in metaphysische Tiefen schweife, nicht enttäuscht.
Der Klavierabend fand am Mittwoch im Kongresszentrum Davos im Rahmen des 23. Davos Festival Young Artists in Concert statt. Er wurde angekündigt als ein pianistischer Nachtritt durch die archaischen Ländereien der deutschen Romantik. Die Irrlichter
entpuppten sich dabei als ein herrliches Sternengefunkel in kristallklarer Nacht. Und: Der Funke sprang herüber!
Zur Aufführung gelangten die Kreisleriana op.16 von Robert Schumann (1810–1856) sowie die sieben Fantasien op. 116 und die Paganini-Variationen op. 35 von Johannes Brahms (1833–1897). Vinnitskaya, Gewinnerin des Concours Reine Elisabeth 2007, hat dabei als Interpretin im besten Sinne des Wortes Musik vermittelt.
Oft leben Künstler schmachtend mit, um dem Publikum – böse gesagt – zu zeigen, wie die Musik tönen sollte. Gleichzeitig zwingen sie dem Hörer ihre Gefühle auf. Nicht so Vinnitskaya: Sie stellte nicht sich, sondern den Flügel und damit die aus ihm
dringende Musik des Komponisten ins Zentrum und überliess das Schmachten den Zuhörern. Zeitweise sass sie am Instrument ohne mit der Wimper zu zucken, den Kopf leicht
weggedreht, als ob sie einen Schritt vom Geschehen weg machen wollte. Nur selten kommentierte sie das Spiel mimisch mit einem Lächeln. Es schien, als ob der Flügel von alleine spielte. Die Musik und Vinnitskayas eigene künstlerische Auslegung fanden
ihren Raum.
Während die allmählich einsetzende Dämmerung draussen durch plötzlich
angegangenes Flutlicht unterbrochen wurde, senkte sich im Konzertsaal der unwirkliche Schleier der Nacht nieder. Immer tiefer liess Vinnitskaya mit ihrem Spiel die Zuhörer
während der Kreisleriana in die zerrissene Musik Schumanns eintauchen: leidenschaftlich, bewegt, dämonisch, beklemmend. Die fast ungeheuerliche agogische Logik der Pianistin
fügte das atemlose Werk, das einem wie ein Windstoss durchs offene Fenster entgegenwehte, zu einer sensiblen Poesie. Die Stimmung nach diesem musikalischen Ritt in die Nacht
passte für Brahms’ energische, düstere, stürmische, melancholische und kraftvolle Musik. Perfekt ausbalancierte Akkorde und Oktaven selbst im Pianissimo schufen innerhalb einer
scheinbar zwingenden Interpretation der Fantasien ganz spezielle Klangeffekte. Einzelne Sterne blinkten auf.
Teuflische Schwierigkeiten In den Paganini-Variationen sammelten sich die Sterne zu einem wahren Gefunkel.Vinnitskaya zeigte darin ihre überragenden pianistischen Fähigkeiten. Den Inhalt dieses Virtuosenstücks können sich nach Technik gierende Pianisten auf der Zunge zergehen lassen: Sextenetüden für beide Hände, Konfliktmetren, Repetition und Oktaven, Terzen, zweistimmige Unisoni, synkopische Verschiebungen, Sprünge, Unisono in weiten Intervallen. Da blieb für einmal auch der Kopf der Pianistin nicht mehr ungerührt.
Wie eine junge Katze, die eine Fliege verfolgt, jagte er von rechts nach links und umgekehrt. Die wilde Reiterin steuerte mit wehenden Haaren auf die Zielgerade. Der pianistische Nachtritt fand sein Ende.
Vinnitskaya dankte den grossen Applaus mit zwei Zugaben und sorgte für den obligaten
Kommentar im hinausströmenden Publikum: «So sollte man spielen können!»
La classe d’Anna Vinnitskaya
La pianiste installe d’emblée le climat des Kreisleriana (1838) de Schumann qu’elle parcourt avec une fougue admirablement domptée. Elle confère caractère et rêverie aux différentes pages de cette partition qu’elle conçoit manifestement comme une succession d’instantanés. Pour autant, le discours s’avère hautement élaboré et la technique admirable, en particulier la respiration et la profondeur du toucher. [...]
Anna Vinnitskaya entretient beaucoup d’affinité avec le romantisme allemand, comme en témoigne sa lecture des Fantaisies de l’Opus 116 (1892) de Brahms. Elle en explore la richesse expressive en toute intelligence et sans s’abandonner dans des abîmes d’introspection. Une fois de plus, la beauté du toucher et le galbe des lignes font merveille, autant de qualités manifestées dans la Pavane pour une infante défunte (1899) de Ravel offerte en bis.
Classe, musicalité, maîtrise digitale : voilà une pianiste dont il faut sans nul doute retenir le nom.
[Festival de Radio France, Montpellier]
Mitreißende Rasanz, zarte Verträumtheit
Anna Kartini, Vorsitzende des Vereins “Kammermusik am Hochrhein” stellte die russische Pianistin Anna Vinnitskaya dem Publikum einführend als mehrfach preisgekrönte und sich auf dem Weg in die Weltelite befindende Musikerin vor. Was dann geschah war schier unglaublich. Mit hoher Virtuosität, technisch perfekt und brilliant bot Anna Vinnitskaya dem Gailinger Publikum ein spektakuläres Konzertereignis.
Der Klavierzyklus des diesjährigen Bodenseefestivals ist den “Vätern der Moderne” gewidmet. Beim Gailinger Konzert im Festsaal Hohentwiel der Kliniken Schmider standen demgemäß Kompositionen von Claude Debussy, Maurice Ravel und Johannes Brahms auf dem Programm.
Für Claude Debussy (1862-1918) war die Musik eine ungebunden hervorsprudelnde Kunst, die nur im Freien (Geist) gedeiht. Seine Komposition “Images pour Piano” war in ihrer Entstehungszeit (1906) innovativ und im wahren Wortsinn unerhört. Bewundernswert, wie souverän Vinnitskaya die “Reflets dans l’eau (Reflexe des Wassers) in harfenähnlichen Tönen auf und ab über die Klaviatur und in den kraftvollen “Mouvements spielerisch bewältigte.
Ein weiterer Höhepunkt war Anna Vinnitskayas ausdrucksstarke Interpretation von Maurice Ravels “Gaspard de la nuit”, das eine Reihe tiefgründiger Stimmungsbilder enthält. Die drei Sätze sind gespickt mit technischen Hürden, von denen zu Ravels Zeit viele absolut neuartig waren. Die Anschlagsnuancen, mit denen die Pianistin diese schwierigen Akkordgebilde gestaltete, zeugen von höchster musikalischer Sensibilität. Bewundernswert ist ihre Konzentration und die hohe Gedächnisleistung für die ausnahmslos auswendig gespielten Werke.
Die ganze Skala ihrer pianistischen Fähigkeiten konnte Anna Vinnitskaya abschließend bei Brahms Variationen über ein Thema von Paganini zur Geltung bringen: Mitreißende Rasanz und zarte Verträumtheit, überschäumendes Temperament und dezente Zurückhaltung. Vinnitskaya schien ganz aufzugehen in ihrer Musik, lange Passagen spielte sie mit geschlossenen Augen: Im Vordergrund steht nur noch die Musik mit ihren Emotionen.
Die Besucher feierten die Meisterleistung der 24-jährigen Ausnahmepianistin mit langem Beifall.
Individuelle Klasse
Wichtigster Mentor von Anna Vinnitskaya ist der russische Bach-Spezialist und Klavier-Intellektuelle Evgeni Koroliov, bei dem sie in Hamburg studiert. Seine künstlerische Ernsthaftigkeit prägt auch ihre Interpretationen, die sich durch eine ungewöhnlich souveräne Verbindung von zupackender virtuoser Kraft und individueller poetischer Finesse auszeichnen.
Vinnitskayas Recital im Ludwigshafener BASF-Gesellschaftshaus zeigte in der ersten Hälfte eine Brahms-Spielerin von seltenem Format zunächst in den “Paganini-Variationen” opus 35, anschließend mit der späten Fantasien-Sammlung opus 116 und ihren kaum klangschöner umzusetzenden Herzenstönen.
Ein Plädoyer für den zunehmend wiederentseckten Moskauer Spätromantiker Nikolai Medtner gelang der charismatischen Russin mit dessen “Sonata Reminiscenza” opus 38/1, welche sie in wunderbarem Glanz leuchten ließ. Rachmaninows b-Moll-Sonate opus 36 folgte als krönender Höhepunkt dieses gefeierten Ludwigshafen-Debüts, das mit der vielleicht stärksten russischen Klavierbegabung seit Evgeni Kissin bekannt machte.
Klangträumereien
Plötzlich waren da nur noch Anna Vinnitskaya und ihre Musik. Vergessen der so nüchterne Kleine Sendesaal des NDR, der optisch so wenig Platz für Romantisches bietet. Man saß unter vielen Zuhörern – und fühlte sich doch so, als wären da nur noch Klavierklänge und man selbst. So schlicht und doch so berührend, so melancholisch und voller Intimität interpretierte die russische Pianistin das Intermezzo op. 117 in Es-Dur von Johannes Brahms. Anna Vinnitskaya hat 2007 den Brüsseler Wettbewerb “Königin Elisabeth“, einen der weltweit bedeutendsten Klavierwettbewerbe, gewonnen. Sie gilt als neuer Geheimtipp und das – wie sie jetzt im Preisträgerkonzert von Pro Musica zeigte – zu Recht. Vinnitskaya ist keine Interpretin, die Virtuosität in den Vordergrund stellt. Die Russin ist eine Klangmalerin, die selbst hinter irrwitzigen Schwierigkeiten in den Brahms-Variationen über ein Paganini-Thema in a-Moll op. 35 noch die Musik suchte – und neben dem tiefsinnigen auch einen überraschend witzigen Brahms fand. Rachmaninows Sonate Nr. 2 b-Moll op. 36 hatte alles, was diese Musik braucht: Eleganz, Leidenschaft, Melodramatik, Klangträumereien.
Offenbarung und souveräne Distanz
Eine spektakuläre Offenbarung ihres Könnens bot die russische Pianistin Anna Vinnitskaya, Gewinnerin des ersten Preises beim Concours Reine Elisabeth Brüssel 2007. Die 24-Jährige hatte die enormen technischen Schwierigkeiten des zweiten Klavierkonzertes von Serge Prokofieff – entstanden 1913 – derart verinnerlicht, dass es ihr möglich wurde, sich vom Material souverän distanzieren. Etwas, das diesem Werk zugute kommt. Nicht die Zurschaustellung virtuoser Gesten nämlich war Vinnitskayas Ziel, sondern Integration derselben in das Kollektiv. Zusammen mit dem RSO, das an diesem Abend erstmals wirklich gefordert war und mit der Solistin bestens harmonierte, baute sich Stück für Stück eine dampfende, bedrohlich sich steigernde Klang-Maschinerie auf – durch stampfende Rhythmen vorwärts getrieben, ächzend unter einer sich ständig selbst in Frage stellenden Tonalität. Eine Klangwelt tat sich da auf, in der man Fabrikschornsteine rauchen sah, aber auch Kriegsmaschinerie auffahren hörte.
Soviel Kollektivismus mag dann Vinnitskaya zu einer krass kontrastierenden Zugabe veranlasst haben: zu Maurice Ravels introvertierter „Pavane für eine verstorbene Prinzessin“, die den Tonfall eines leise trauernden Individuums beschwört. Das Publikum aber war nicht erst jetzt begeistert.
Brilliant und ausdrucksstark
Einen einzigartigen Klavierabend hat in der Stadthalle Forum “Alte Werft” die junge russische Pianistin Anna Vinnitskaya geboten. ...
Robert Schumanns “Kreisleriana” ... interpretierte die Ausnahmepianistin mit einem Höchstmaß an Leidenschaft und Ausdruck. Diese meisterhafte technische Brillianz war einfach hinreißend. Die stark kontrastierenden Sätze … des halbstündigen Werkes interpretierte sie mit Spannung und feinfühliger Dynamik.
Bewundernswert war ihre Konzentration und die hohe Gedächnisleistung bei den gewaltigen Werken, die sie sicher und beherrscht vortrug. Nicoali Medtners “Sonata Reminiscenza” wird eine unhandliche Mehrstimmigkeit nachgesagt, deren motivische Verdichtungen oft nur schwerlich brilliant wirken mögen. Dass Vinnitskaya dieses spätromantische Werk dessen ungeachtet zu einem verzaubernden Klangreigen formierte, zeugte von ihrem großen Gestaltungsvermögen und bravouröser Technik.
Ein weiteres außergewöhnliches Werk war die Sonate Nr. 2 in b-Moll op.36 von Sergej Rachmaninov – eine Mischung aus Kino-Trivialitäten, slawisch-russischem Melodiereichtum und Raffinement spätromantischer Instrumentation. Dieses explosive Werk mit komplexem Satztableau brachte einen krönenden Schluss. ... Die Zuhörer honorierten das außergewöhnliche Konzert mit stehendem Applaus.
Anna Vinnitskaya vertelt…
Een eerste prijs op het Internationale Koningin Elisabeth Concours behalen is natuurlijk een referentie van formaat, toch is het niet altijd een garantie dat de prijswinnaar in kwestie het ook daadwerkelijk gaat maken.
Het verleden heeft uitgewezen dat de laureaat moet beschikken over een enorme persoonlijkheid om de druk en de verwachtingen van het internationale publiek te kunnen trotseren.
Wat men vooral goed moet weten is wie men als mens is en waar men als musicus naar toe wil om na de euforie van de wedstrijd niet in de vergetelheid te geraken.
Misschien is het intuïtie, misschien is het een pure gok, maar volgens mij hebben we met Anna Vinnitskaya te maken met een eerste laureaat die voorbestemd is om de absolute wereldtop te bereiken.
Waarom denk ik dat?
Omdat hetgeen deze Russische pianiste toont, van zulk een puurheid is… alles wat ze doet is eerlijk en komt uit het diepst van haar ziel. En ik denk dat dat facet van muziek maken altijd “succesvol” is.
Ik hoorde Anna Vinnitskaya in haar finaleronde op het Elisabeth concours.
Mij moest ze uiteraard al niet meer overtuigen, maar het blijft interessant om te zien hoe de winnaar van de Elisabeth wedstrijd de bijzonder zware concertmaanden na het concours doorkomt.
Deze kans kreeg ik dankzij een concert ingericht door de Marnixring Antwerpen Centrum.
Vinnitskaya begon haar recital met de Busoni bewerking van Bach’s Chaconne.
Ik geef eerlijk toe dat ik niet zo’n fan ben van dit werk omdat het vaak gespeeld wordt als bravourestuk om mee te pronken. Bij Anna Vinnitskaya niets van dat! Muziek van de eerste tot de laatste noot.
Techniek heeft ze met overschot, maar die stelt ze nederig ten dienste van de muziek.
Als men het stuk zo hoort, dan begrijp ik wat Busoni werkelijk bedoelt heeft.
Anna Vinnitskaya neemt het tempo na de expositie van het thema ook niet te snel waardoor de totaalstructuur blijft en de cadans van de chaconne doorheen heel het stuk blijft behouden.
Vervolgens vertolkt ze beide boeken van Brahms’ Paganini-Variaties; op de wedstrijd was dit reeds van een ongelooflijk niveau, op dit recital… pure magie.
En opnieuw moet men concluderen hoe een mooie muziek deze variaties eigenlijk zijn.
Net als de Busoni Chaconne te vaak technisch afgerammeld om een gebrek aan zeggingskracht te verdoezelen, de ware aard van deze muziek is echter van een totaal andere orde. Anna Vinnitskaya heeft dit begrepen.
Na de pauze bracht Vinnitskaya nog sonates van de Russische componisten Medtner en Rachmaninov.
Ik denk niet dat een westerling deze muziek kan vertolken zoals een echte Rus(sin) dit doet.
Men voelt dat deze muziek haar dichter bij het hart licht dan eender welke andere.
Het is de muziek die ze moet blijven spelen, de muziek voor de welke ze voor mijn part nu al tot de beste hedendaagse vertolkers mag gerekend worden.
Het recital van Vinnitskaya is een van de grootste recitals waarvan ik ooit getuige mocht zijn.
Wanneer ik zo’n artieste moet recenseren besef ik dat de taal te beperkt is voor muziek.
Wat ik zou willen zeggen valt enkel door Anna Vinnitskaya op de piano te verklanken.
Aaron Wajnberg
Russische Weite in klingender Seelenlandschaft
Am Samstag gastierte Anna Vinnitskaya erstmals im Gewandhaus und legte einen Soloabend hin, der die Herzen von Klaviermusikfreunden höher schlagen ließ. Denn die junge Musikerin vereint auf sich alle Tugenden der russischen Klavierschule: virtuose, makellose, robuste Technik. Erdiger, raumgreifender, brillanter, immer glutvoller Klang und bei alledem die innige Verwachsenheit mit dem Instrument. Vinnitskaya greift nicht in die Tasten, vielmehr saugt sie die Klänge aus dem Flügel und formt sie nach ihrem Bilde. Ferruccio Busonis Bearbeitung der dmoll-Chaconne von Bach gerät so zur marmorweißen barocken Plastik: formvollendete Kühle in gleißendem Licht. Ganz anders hingegen Schostakowitschs Klaviersonate h-moll op. 64, einem 1942 entstandenen Werk auf Leben und Tod, das von Volksweisen inspiriert ist und selbst in den tröstlichen Abschnitten slawische Melancholie atmet. Hier ist Vinnitskaya zu Hause, verliert das Musikalische die durch ein Regelwerk übergestreifte Bedeutung (Bach-Busoni), fließt das Herzblut noch in die Zweiunddreißigstel-Kapillaren der schnellen Teile. Schostakowitschs Musik ergreift, wühlt auf, geht an die Substanz. Selbst dort, wo sie formal an das Tradierte anknüpft. Anna Vinnitskaya weiß darum. Mehr noch, sie spürt es mit jeder Faser ihres Künstlertums. Das unterscheidet sie von anderen aufstrebenden Nachwuchspianisten, die fehlenden Tiefgang mit Marketing übertünchen und schwächliche Blässe im Ausdruck mit Exotik zu ersetzen versuchen. Vinnitskaya gibt sich ganz natürlich, spielt von innen heraus, zaubert in den Images von Claude Debussy glitzernde Wassertropfen über Wellengemurmel (Reflets dans l´eau), malt pastellene Klänge (Hommage à Rameau) und löst aus der verwirrenden Vielzahl rasch vibrierender Töne wie von dritter Hand gespielt eine Melodie heraus (Mouvement). Dann, als Kontrast zur impressionistischen Kleinteiligkeit, Rachmaninows große b-moll-Sonate op. 36, ein wuchtiges, komplexes Werk, das Rachmaninow nach seiner Flucht aus Russland 1912 in Rom niederschrieb. Vinnitskaya scheint diese Musik wie auf den Leib geschrieben. Scheinbar mühelos meistert sie die vollgriffigen Akkorde, Ballungen, wilden Ausbrüche. Doch im verträumten Mittelsatz breitet sie die ganze Weite russischer Seele aus, unnachahmlich, wie für die Ewigkeit gemacht. Der Applaus im gut besuchten Mendelssohnsaal rauscht noch, da beugt sie sich schon über die Zugaben, darunter Chopins virtuos auftrumpfende C-Dur-Etüde Nr. 1. Sie spielt immer noch ohne Anzeichen von Müdigkeit. Russische Schule eben. Mehr davon!
Ihr ganzer Körper ist Musik
Bis zum letzten Platz war das dritte Konzert der Musiktage Salzgitter ausverkauft. ... Was Anna Vinnitskaya leistete, war mentale und körperliche Schwerstarbeit. Die etwas zierliche 23-Jährige erwies sich als ein Kraftbündel, das zwei Stunden lang die schwierigsten technischen Anforderungen mit Bravour bewältigte. Ihr ganzer Körper war Musik. Mit meist geschlossenen Augen flogen ihre Hände wie in Trance über die Klaviatur, energisch zupackend, oder bei den etwas lyrischeren Passagen Oberkörper und Kopf träumerisch weit zurück gelehnt, um im nächsten Augenblick in wilde Ausbrüche zu explodieren, wie im Schlusspresto der 1922 entstandenen 2. Klaviersonate von Sergej Rachmaninow (1872- 1943). Das Konzert begann mit der Bearbeitung der Chaconne aus der Bach-Klavierpartita (BWV 1004) von Ferrucco Busoni (1866-1924). Selbst wohl der berühmteste Klavierspieler seiner Zeit, hat er daraus ein großartiges Konzertstück mit Haken und Ösen für einen Pianisten gemacht, dessen dreiteiliger letzter Satz nochmals in eine wilden Ciacona endet, mit der die Solistin ihre makellose Virtuosität unter Beweis stellte. Bewundernswert bei den “Images” von Claude Debussy, wie souverän Vinnitskaya die “Reflets dans l’eau” (Reflexe des Wassers) in Arpeggi auf und ab über die Klaviatur und in den kraftvollen “Mouvements” spielerisch leicht bewältigte. Die Besucher feierten die Meisterleistung der jungen Pianistin mit langem Beifall.
Un feu d´artifice pianistique
Une grande virtuosité guidée par une pensée originale et forte font que cette pianiste se profile comme un des espoirs les plus sûrs de la scène musicale internationale. Tour à tour d´une finesse aérienne et limpide ou d´une force teintée d´un dramatisme puissant, elle nous entraîna par ses vastes possibilités expressives, atteignant un sommet dans uns interprétation de Rachmaninov d´une générosité lyrique et d´une poésie incomparable. Déjà, dans la “Chaconne” de J.S. Bach et F. Busoni, on se rendit compte de son tempérament exceptionelle. ... La pianiste a rendu le caractère grandiose de la pièce avec ampleur; foisonnements virtuoses et grandes accords sompteux conféraient une intensité presque extatique à certains passages. Force et vélocité… l´expression de l´interprète, toujours bien structurée, a heureusement donné une unité visionaire à la composition qui retrouverait chaque fois ses sources majesteuses. ... Ces variations [J. Brahms: op.35 I et II], d´une difficulté pianistique transcendante, démontraient la virtuosité souvent époustouflante d´Anna Vinnitskaya; forte heureusement la technique presque acrobatique exigée par ces variations était ici au service d´une musique riche et intéressante. ... Si la virtuosité de l´artiste éveillait l´admiration, elle nous enchanta aussi pas des moments d´une délicieuse harmonie. D´une rapidité aérienne ou d´une bravoure flamboyante, on découvrit une jeu frémissant et une technique éblouissante. ... La pièce se termina en élans rapides et grandes arpèges brillants, joués avec force dans le feu et d´un dynamisme juvénile irrésistible. C´est dans la deuxième parie du concert, moins centrée sur la virtuosité, que l´on a pu le mieux apprécier le talent interprétatif de la soliste. On écouta d´abord “Images” pour piano – série I de C. Debussy. Evocateur d´impressions visuelles, “Reflets dans l´eau”, mouvement aquatique évoluant en sonorité ondoyantes, en effleurements et transparences, était traduit avec une aisance naturelle. L´”Hommage à Rameau”, noble et réfléchi, dans un style de sarabande, était rendu avec grande pureté. Vivace, aux trilles claires, aux croches marquées, “Mouvement” captivait par son charme envoûant et sa dynamique fascinante. ... Elle entraîna le public dans un rêve sonore magique né d´un contact intime avec le clavier. L´artiste atteignit un sommet interpretatif dans la sonate n.2 en si bémol mineur op.36 de S. Rachmaninov. L´oeuvre, d´une virtuosité de haute voltige, lui donnait l´occasion de montrer un lyrisme passioné et une puissance épique fascinante. Cette pièce exaltée de Rachmaninov trouvait ici une interprète capable de lui donner via dans un jeu fouguex et naturel.
Anna, pianiste de l'émotion
Anna Vinnitskaya a conquis et même séduit le public du Juillet musical d’Aulne. La jeune pianiste russe de 23 ans, qui avait impressionné le jury du Concours Reine Elisabeth en mai dernier, a définitivement marqué les esprits dans notre pays. Spontanée, elle enivre le public par la perfection de son interprétation, mais aussi par les émotions qu’elle parvient à transmettre, que cela soit sur des airs de Mozart, de Ravel ou de Busoni. Sur scène, Anna Vinnitskaya se transforme. Dès le premier contact avec le piano, la jeune artiste ferme les yeux et semble engloutir la musique, s’en imprégner et l’exprime sur son visage et son corps. “Mais sans excès”, analyse Sabine, musicienne venue savourer cet instant. “Elle est très expressive, mais elle a trouvé la juste mesure. Ces émotions sont authentiques et pures. Il n’y a rien de surfait chez elle. Par ailleurs, elle joue avec une aisance déconcertante les morceaux les plus difficiles”. ... Au coeur des ruines de l’abbaye d’Aulne, le public, hypnotisé, aura vécu une grande soirée.
Tastenrausch und Poesie
Virtuosität war auch nach der Pause gefragt, bei Peter Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll, mit Vinnitskaya in der Solistenrolle. Nach dem, was die 1983 geborene Russin zusammen mit dem OPL [Dirigent: Emmanuel Krivine] darbot, konnte man die Jury und deren Entscheidung nur zu gut verstehen. Natürlich ist das Opus 23 ein Paradetstück für Tastenlöwen, aber es besitzt mehr als nur Fingerakrobatik. Zügige, aber keine überzogenen Tempi, Tastenrausch, aber auch subtile Lyrik bestimmen das Geschehen in einem wohlausgewogenen Verhältnis. Wohl verdient war der jubelnde Applaus, mit dem die Studentin der Hamburger Hochschule bedacht wurde.
Un évènement pianistique grandiose
D´une brilliante écriture pianistique, célèbre par son thème grandiose et lyrique, le concerto pour piano no 1 en sib mineur op.23 de Tchaikovsky était traduit dans toute sa splendeur par Anna Vinnitskaya. D´une musicalité enchanteresse, la pianiste se montra profondément engagée et poètique. L´oevre, enivrante par son symphonisme, captivante par des éléments issus du folklore ukrainien, était rendue avec passion; soliste et musiciens s´y montrèrent également inspirés. Exposé par l´orchestre, le thème du premier mouvement, fougueusement rythmé par les accords du piano, créait d´emblée une atmosphère submergeante. Ivresse et apaisement, Anna Vinnitskaya montra les multiples facettes de son talent; puissante, intense, ou ludique et sublime, elle nous émut à chaque instant. On a aimé sa subtilité cristalline dans l´andantino semplice, la vivacité du dialogue entre soliste et orchestre du mouvement final. Voici une soirée que l´on gardera en mémoire pour ses interprètes éblouissantes et pour sa grande musicalité.
Anna Vinnitskaya, rayonnante de confiance, s´assit au piano avec une concentration absolue et se lanca avec ardeur dans l´interprétation d´un des Concertos pour piano les plus populaires, et exigants, qui soient. Elle en releva les défis techniques ave passion, domina l´orchestre sans effort apparent et, telle une grande dame, s´imposa de bout dans une intreprétation soigneusement élaborée. S´appuyant sur une technique inébranlable, melant souplesse et puissance, son éclatante palette d´effets sonores fit merveille dans ce Concerto romantique aussi bien que dans les deux bis qui suivrent.
Bénéficiant, alle aussi d´une technique hautement assurée et d´une variété de toucher des plus encyclopédiques, elle parvient à faire chanter avec émotion et sensualité cette musique [Chostakovitch I].
Anna Vinnitskaya kreeg verdiende staande ovatie
De lieftallige Russische winnares van de Elisabethwedstrijd heeft vorige zaterdag in het Kursaal van Oostende met het eerste pianoconcerto van Tsaikovsky bewezen dat de jury van de wedstrijd de juiste beslissing genomen heeft. Nou ja, iedereen in de zaal kwam wel al een beetje bevooroordeeld naar het concert: iedereen kwam om Vinnitskay aan het werk te horen en te zien. Niemand werd bedrogen. Ze speelde het pianoconcerto der pianoconcerto’s op een manier die iedereen aan zijn zetel vastkleefde. Naast mij zat een mevrouw afkomstig van Kiev die ik af en toe eens een traantje zag wegpinken. Achteraf vertelde dat ze fier was om Russin te zijn toen ze haar bezig hoorde. Het Nationaal Orkest van België, onder leiding van de jonge Finse dirigent Pietari Inkanen, was een schitterende begeleider voor Fraulein Anna. Ook het voltallige orkest komt alle eer toe.
Het concerto voor piano en trompet von Sjostakovits kende ze door an door: ze speelde het alsof ze het met de moedermelk meekreeg. Vinnitskaya, de winnares van de Elsisabethwedstrijd, deed de piano klateren zonder een zucht agressiviteit in haar uitvoering te leggen.
Enfin, la gagnante de cette édition, la jeune russe Anna Vinnitskaya cloture ce concert. Elle est superbe, elle a une technique impeccable et elle a choisi le premier concerto de Chostakovich. Elle met tout son talent et son humeur dans une oeuvre brilliante, et qu´elle joue avec un plaisir évident.
Vinnitskaya, poised and selfassured, was a commanding presence. She chose Beethoven´s Sonata No. 13, Quasi una fantasia, for her solo effort, with a soft, sure touch in the Andante´s opening measures that gave way to tempestuousness in the Allegro molto e vivace, expresiveness in the Adagio and joyful polyphony in the concluding Allegro. Her rendition of Prokofiev´s Concerto No. 2 went beyond virtuosity, making the work a musical whole. ... Pressler also said that the level of this year´s crop of candidates was exceptionally high.
Zowat het eerste dat op het programma werd gekribbeld door onze pen was: Iste prijs! Haar Van Beethoven – Quasi una fantasia – was betoverend. Vol zang, gebondenheid (een absolute must bij Van Beethoven!), klaarheid. Dit was geen wedstrijd meer voor haar, dit was puur recital. Alles, maar dan ook alles wat een piano in zich draagt toverde ze tevoorschijn. Als eerste bracht zu echt inhoud aan het opgelegde Werk van Miguel Galvez-Taroncher. Het werk begon zowaar te leven. Het wer de beste vertolking. En dan het derde concerto van Prokofiev. Dit is een van die legendarische neerzettingen die nog vele jaren zullen besproken worden. Ze versterkte de klang van het orkest dat ze in een teug meezog. Voor de tweede keer hoorden we Prokofiev muziek worden (na de Italiaanse). Slechts zeer weinigen dringen in zijn wereld door en wie dat kan, zoals Vinnitskaya het ons duidelijk maakt, is sowieso een geslaagde muzikant. De jonge Russische deed het, met praal en noblesse. Zij werd een terechte toegejuichte winnares die bij haar vertolking reeds een langdurig en uitbundig applaus kreeg dat ritmisch vijf minuten aanhield. Zo jemand nog overstijgen?
Het andere elektriserende moment was de uitvoering van het Tweede concerto van Prokofiev door Anna Vinnitskaya, die onder meer een mooi gebonden, sensuele Mozart-sonate (Nr. 7) en een krachtige Gaspard de la Nuit had gebracht in de halve finale. Haar concerto klonk verrassend krachtig, ongemeen levendig, zeer ontspannen. Het podium is haar biotoop. Een erg vrouwelijke verschijning ook, zonder de getormenteerde blikken die sommige andere prestaties lichtjes ontsierden. Na de ontketende finale barstte het publiek in een lang applaus los.
Anna Vinnitskaya emporte la session 2007 du Reine Elisabeth avec panache. Dans son classement, le jury intègre les impressions du deuxième tour. Tous – public, musiciens, professionnels – la mettaient dans le trio de tête: la Russe Anna Vinnitskaya, 23 ans, a obtenu le premier prix du Concours Reine Elisabeth 2007. Une victoire largement méritée et espérée depuis plus de quatre ans si l’on tient compte que la pianiste s’était présentée une première fois en 2003. Dès sa première appartition, la musicienne s’imposa par la plénitude de son jeu – sonorités superbes, technique aboutie, naturelle musicalité – dont elle élargit la portée au fur et à mesure des programmes proposés. Ses “Variations Paganini” de Brahms et plus encore son “Gaspard de la Nuit” de Ravel furent parmi les hauts moments du second tour (notre confère Nicolas Blanmont accepta d’être “changé en piano mécanique si elle ne passait pas en finales”, il ne prenait pas de risque). Et à la dite finale, de la sonate op. 27/1 de Beethoven (pourtant très étrangère à l’esprit de concours) au concerto n°2 de Prokofiev, son concert s’inscrivit de bout en bout sous le signe d’une fabuleuse épopée, mêlant idéalement la poésie et la puissance.
Le triomphe d'une pianiste de feu
Anna Vinnitskaya, un premier prix qui récompense une musicienne de feu: des moyens prodigieux mis au service d’une pensée sans concession qui nous entraîne au coeur même des partitions. Ce qui frappe dans cette édition 2007, c’est la grande diversité de personnalités entre beaucoup de candidats. Le temps d’une pseudo-objectivité aseptisée qui a desséché tant de talents est désormais révolu. Ces jeunes artistes osent s’exprimer à la première personne sans violer pour autant le texte qu’ils ont décidé de servir. La musique en sort grandie.
"Anna Vinnitskaya, faite pour la musique"
La grande gagnante Anna Vinnitskaya, une jeune russe de 23 ans, avait fait forte impression mercredi dernier. Elle avait débuté son programme avec la sonate op. 27/1 de Beethoven et terminé par le 2e concerto de Prokofiev qui avait soulevé un tonnerre d´applaudissements. Elle a imposé son rythme à l´orchestre et montré beaucoup de lyrisme. Une qualité qu´elle a développée au maximum dans le concerto de Prokofiev. Son jeu bondissant, assuré, qui alterne puissance, espièglerie et poésie, avait été salué par une veritable ovation. Le jury a été séduit par cette artiste capable de fongue autant que de sensualité. C´est une conteuse remarquable, capable d´emporter son auditoire dans des atmosphères très variées.
Anna Vinnitskaya, une jeune russe (23 ans) au jeu d´une élégance aérienne que ne contredit pas la puissance. Dès la demifinale, nous avions été séduits par la cohérence de ses interprétations. En finale, aussi bien dans sa Sonate de Beethoven (combinaison réussie d´énergie, de sens des nuances, de lisibilité et de progression), dans un imposé sereinement approprié, que dans un deuxième concerto de Prokofiev dansé-chanté-percuté, elle a fait la preuve de sa belle maturité expressive.
Energique, aérienne, musicienne
Depuis le début du Concours au fil de ses épreuves succesives, la jeune pianiste russe – elle n´a que vingt-trois ans – a imposé un réel tempérament musical. Remarquable technicienne, virtuose, mais cela ne va-t-il pas de soi de nos joursm elle est „musicienne“. Ainsi, lors de la demi-finale, son interprétation, son appropriation, du vingtième concerto de Mozart nous avait touchés par la densité sensible du propos, la sérénité expressive sont elle avait notamment imprégné la „Romance“. Dans la „Garspard de la nuit“ de Ravel, nous l´avions vue félin prêt à bondir, maîtresse dees sonorités, des couleurs et des atmosphères. Lors de la finale, dans la Sonate No 13 de Beethoven, elle s´est montrée capable à la fois de force de nuances, de lisibilité et de progression rythmique et sonore. L´imposé, elle l´a fait sienm naîtrisant ses deux composantes, l´hypertechnique et l´élégiaque évanescente, ajout même à son interprétation une sorte de distance ironique, là où d´autres semblaient peiner encore à déchiffrer la redoutable partition. Son deuxième concerto de Prokofiev nous a „emballés“ par sa facon d´imposer son jeu sans négliger le réel dialogue avec l´orchestre. Au clavier, elle est élégante, souriante, aérienne. Vous l´aurez compris, nous – c´est-à-dire le public unanime – avons ratifié le choix du jury.
À Anna Vinnitskaya (Russie), un premier prix qui récompense une musicienne de feu: des moyens prodigieux mis au service d’une pensée sans concession qui nous entraîne au coeur même des partitions. On n’a pas oublié l’incandescence irrépressible de son 2e concerto de Prokofiev, ni la rigueur habitée de sa 13e sonate de Beethoven.
Vinnitskaya zit helemaal „in“ de muziek, beleeft haar en is tot verwonderng in staat. Ze speelt met andere woorden een geslaagt concert, eerde dan een minutieuze wedstijgregie te volgen. Behalve de mooie psychologie heeft zu alles: het prachtige kluwen van toon, techniek en temperanment dat het beste van de Russische school representeert, en een combinatie van charisma en naturel die kenner noch liefhebber kan ontgaan.
Merci l´artiste!
Des artistes séduisent, envoûtent ou interpellent. Anna Vinnitskaya subjugue. Jeudi soir, elle a enchaîné les atmosphères avec bonheur, lors de la finale du Concours Reine Elisabeth. Son impassibilité d’apparence fascine mais elle dissimule une incroyable force extérieure. Cette technicienne surdouée n’a pas son pareil pour mettre ses énormes moyens au service d’un monde intérieur. Dans la Sonate op. 27/2 de Beethoven, elle enchaîne les atmosphères avec une versatilité en tout point fidèle à son surnom de „quasi una fantasia“. Introduction pensive de l’andante, débordements tumultueux de l’allegro, chant réfléchi de l’intermezzo, fierté altière du finale : tout Beethoven est bien là dans l’insatisfaction perpétuelle de ses aspirations. Dès les premiers accords de La Luna y la Muerte, on a compris que la candidate a quelque chose à nous dire. Sa sonorité impose d’emblée un climat étrange qui contraste totalement avec la fougue démoniaque avec laquelle elle soulève la partie rapide. Sous ses doigts, la cadence devient une véritable étude sur les attaques et les intensités. Sans parler de sa capacité à tirer un parti aussi varié des effets de résonance qui émaillent la fin de la partition. Dès le balancement inquiet du début, on saisit que la pianiste ruse a décidé de dominer ce 2e Concerto de Prokofiev et de lui restituer avec une clarté confondante son irrépressible force futuriste. Elle construit ainsi l’imposant andantino qu’elle conduit jusqu’à la terrifiante explosion de l’allegretto. Fugacité lunaire du scherzo, ironie oppressante de l’intermezzo, cette démonstration fascinante n’a pas son pareil pour réintroduire un surprenant instant de quiétude obsessionnelle au coeur d’un finale diaboliquement percutant.
La musique lui traverse tout le corps, la sonorité du piano n´est que plus profonde et Beethoven que plus exceptionnel; il s´agissait de la Sonate Quasi una fantasia qui fuit interprérée avec un caractére inoui. Celui-ci laissait présager un imposé de grande classe et, à mi-chemin des finales, on a même atteint un sommet sur le plan de la compréhension de l´oeuvre et du message technique et musical qu´elle peut représenter. Quelle sincérité dans la recherche chez la Russe avec comme aboutissement une interprétation des plus captivantes. Mais que dire du 2e concerto de Prokofiev, l´un des plus périlleux du répertoire, où Anna Vinnitskaya dirige en quelque sorte les opéraions avec une maîtrise totale: celle du clavier et, surtout, celle de ce qu´elle veut exprimer et nous faire partager. C´est comme un combiné d´émotion et d´enthousiasme, partant de la plus authentique sincérité.
Donnée favorite lors des demi-finales, la Russe Anna Vinnitskaya installe sa présence avec douceur et sourires pour la seconde partie de la soirée. Beethoven et sa Sonate n° 13 en mi bémol, op. 27/2 „Quasi una fantasia“ offre un climat de tensions intérieures éclatant. Sonorités rondes et investies s’affirment avec des moyens éblouissants qui coulent d’une source généreuse. Communication et joie du partage, même s’il est parfois douloureux et complexe chez Beethoven, montrent une artiste épanouie dans son art et son intégrité musicale. Vivifiant les tensions intrinsèques à cette Quasi una fantasia, elle en esquisse les aspérités avec fougue et éclat, subtilité et finesse, intelligence et lumière. Continuant avec La Luna y la Muerte de Miguel Galvez-Taroncher, qu’elle joue sans la contribution du tourneur de pages, elle est la première à la restituer avec un tel degré d’imagination et de compréhension mélodiques. Jouant sur l’interactivité des sons feutrés dans leurs séquences propres et avec l’orchestre, elle communique dans l’instant un jeu d’échos rémanent qui semble galvaniser les membres de l’ONB et Gilbert Varga. Rage effrénée et colère du désespoir se mêlent au tissu orchestral d’une partition qui prend ici toute sa substance grâce à l’investissement d’une candidate qui en a intégré les moindres recoins. Le morendo final qui suit une cadence de désespoir et de rage la propulse dans l’assouvissement et l’enchevêtrement de lignes cursives, balancées entre dynamiques et mélodies introspectives jusqu’au contraste d’un infini rêveur et éblouissant. Ce sera sans nul doute l’une des meilleures visions de l’œuvre imposée de ces finales… Terminant sa prestation avec le Second concerto de Prokofiev en sol mineur, op. 16, elle affirme la plénitude d’un tempérament bien russe avec une incroyable intensité et une redoutable assise technique. Musicienne à l’état pur, elle est l’une des révélations de ce concours grâce à sa joie communicative, à son plein épanouissement de sonorités chaudes, résistantes, inventives et ineffables dont elle se sert pour assurer un véritable spectacle pyrotechnique. Galvanisés par tant d’audace, de probité musicale et de plaisir de l’instant, chef et orchestre ne font plus qu’un avec Anna Vinnitskaya acclamée très vivement à la fin de sa prestation par un public ravi de tenir une personnalité étincelante et étonnamment décontractée!
Vinnitskaya où l´épopée concertante
Quant l’artiste raconte… Les sonorités de la pianiste russe en disent long. Ovation en fin de parcours. Oui, c’est bien „quasi un fantaisie“ que nous interprète Anna Vinnitskaya pour commencer. La sonate op. 27/1 de Beethoven défile comme le récit d’une vie. La première mélodie, interprétée avec douce innocence dans l’andante, évoque des souvenirs enfouis avant d’éclater avec brio dans l’allegro. Dans le deuxième mouvement, le jeu, déluré et décidé, léger et grave, nous mène jusqu’à l’adagio sur un rythme acharné, soutenu avec fougue. Contraste d’ambiance très réussi lorsque apparaît une mélodie toute simple d’une fraîcheur et d’un naturel touchants, précédant l’explosion d’un allegro très enlevé, très accompli dans sa forme polyphonique et finement nuancé. Après la brève et nostalgique évocation du thème de l’adagio,c’est l’apothéose: la sonate aura eu belle vie. Chez Vinnitskaya, c’est d’abord ce son charnu, d’une parfaite plénitude qui impressionne, et cela tout particulièrement dans la partie rythmique de l’imposé. Le jeu est bondissant, dansant, assuré (elle tourne elle-même les pages !). Tendue, la cadence suit le mouvement, portée par une expressivité de chaque instant. Une belle construction s’en dégage, même si les silences demandés par la partition sont oubliés. La nuance fortissimo domine, y compris „de l’autre côté“ (celui de la mort): avec Anna, la vie résiste jusqu’au dernier moment, grâce au lyrisme qu’elle parvient à dégager de la ligne „mélodique“. L’orchestre entre à pas de loup et Vinnitskaya commence à nous lire, sur un ton grave mais calme, l’histoire du concerto n.2 de Prokofiev dans un récitatif mélodique („narrante“) très soutenu. La pianiste s’illustre parfaitement dans une musique acrobatique qui cherche les effets spectaculaires autant que la profondeur du discours. Puissance sonore et poésie apportent au discours une ampleur orchestrale impressionnante (passionnante), qui domine dans la gigantesque cadence et conduit à un paroxysme héroïque repris à l’orchestre. Après la tempête, on se retrouve en eaux calmes pour replonger aussitôt en plein scherzo tourbillonnant, trépidant dans un jeu plus que jamais décidé et inventif. Débarquement de l’intermezzo: Anna devient espiègle, puis conquérante, elle offre au public sa propre épopée symphonique, dotée d’une infinie diversité mélodique. Sarcasmes, tempêtes et berceuses se succèdent dans le dernier mouvement, tour à tour poétique et trépidant. Ovation!
Die assertieve houding speelt ze meesterlijk uit in het tweede concerto van Sergey Prokofiev. Vinnitskaya kiest een pianoconcerto die de uitvoerder tot het uiterste drijft. Het Nationaal Orkest blijft gul spelen en de soliste had geen moeite om stevig weerwerk te bieden. Ook in cadensen blijft de imposante klank van de Russische soepel overeind. De onverwachtse wendingen tussen lyrische passages en pianistiek slagwerk zijn op maat geschreven van de muzikale kameleon Vinnitskaya. Prokofiev is zowel met sonates als concerto’s een favoriet in het wedstrijdrepertoire. Maar het warmste pleidooi voor Prokofiev kwam tijdens dit concours tot nog toe van Vinnitskaya. Het publiek bleef na afloop koppig applaudisseren. Maar de pianiste mag, in naam van de wedstrijdneutraliteit, geen tweede keer groeten. Dit concours heeft alvast zijn publiekslieveling gevonden.
Une sonorité travaillée en pleine pâte, mais qui ne perd jamais rien de sa beauté; voilà une artiste capable de fougue autant que de sensualité. C´est une conteuse qui peut nous emporter dans des atmosphères très variées.
Anna Vinnitskaya dans le K. 466 de Mozart: rehaussée par la présence de la Reine, cette dernière àprès-midi de demi-finale commence bien. La candidate insuffle dans l´allegro sa naturelle musicalité et son tempérament généreux, portés par un jeu rond et brillant et un magnifique legato.
C´est également de Ravel, mais cette fois sous les doigts d´Anna Vinnitskaya (Russie), que nous viendra le grand moment de cet après-midi. Subtil mélange de fébrilité d´immobilisme dans „Ondine“, statisme obsessionnel de „Gibet“, excubérance volcanique de „Scarbo“: son „Gaspard de la nuit“ laisse pantois. A l´instar d´un impérial premier cahier des „Variations Paganini“ de Brahms où, tour à tour obstinée, fantasque, tranchante ou rêveuse, rageuse et impérieuse, lunaire ou espiègle, la pianiste nous livre un véritable festival d´atmosphères.
La démonstration de Vinnitskaya
Anna Vinnitskaya s’acquitte d’abord brillamment de „Dedicatio VI“, qu’elle joue de mémoire. Tour à tour décidée, intense ou ludique, sa sonate K. 309 de Mozart laisse présager un beau concerto en ré mineur samedi. Mais ce naturel suppose, on l’aura deviné, une technique à toute épreuve : une extraordinaire interprétation des brahmsiennes Variations sur un thème de Paganini vient le confirmer, le moins exceptionnel n’étant pas que la candidate réussit en sus à faire de ce monument virtuose un authentique moment de musique, tout comme elle le fera de son „Gaspard de la nuit“, avec une lecture éminemment expressive, charnelle et poétique. Que l’auteur de ces lignes soit changé en piano mécanique si on ne la retrouve pas en finale…
Anna Vinnitskaya, Russe de 23 ans, décline un Bach [WK II/22] linéaire et sage, rélévant au passage un beau toucher, ferme et charnu. Les impressions se confirment dans les études de Chopin et de Debussy, réalisées avec maîtrise, et dans Tirana d´Albeniz, valant, en plus, par un dynamisme bienvenu.
Anna Vinnitskaya meisterte dieses Konzert [Schostakovitsch I] bravourös, in fühlbarer Nähe zur Spätromantik und in tadelloser Balance zum kleinen Streicher-Ensemble. Hier und in Bachs f-Moll Konzert bestachen die langsamen Sätze. Apart, wie sie deren Melodielinien zum Singen brachte, ruhig fliessend und zart melancholisch.
Die Finger auf der Tastatur des Pianos wirken, als wen sie selbstständig agieren würden, keine Grenzen der Technik kennen, selbst schwierige Läufe wirke leicht, einzelne Töne oder Akkorde werden zum atemberaubenden Höhepunkt: Die junge Pianistin Anna Vinnitskaya scheint ein Naturtalent zu sein, ihr beim Spiel am Piano zuzuhören, ict nicht nur Musikgenuss in Reinform, sondern mehr: Sie schafft das, woran oft selbst profilierte Musiker scheitern, nämlich Musik wirklich gefühlsmäßig erleben zu können. ... In Erinnerung bleiben wird Anna Vinnitskayas Interpretation von Beethovens Sonate für Klavier E-Dur, ihre akzentuierte Betonung im Wechselspiel zwischen Vivace und Adagio im Eröffnungssatz, ihre leidenschaftliche Hingabe im von Variationen geprägten Andante-Schlusssatz. Die 21 Kurzmotive aus Robert Schumanns „Carnaval op. 9“ entwickelte sie, ausgestattet mit einer riesigen Gedächtnisleistung und völlig ohne Notenvorlagen, zu einem unglaublichen Gesamtkunstwerk auf musikalischer Grundlage. Getoppt wurde dies allerdings von zwei weiteren Interpretationen, die vermuten lassen, dass Anna Vinnitskayas wahre Vorlieben in Richtung impressionistischen Ausdruck gehen. Beispielsweise in César Francks „Präludium, Choral und Fuge“, mehr allerdings in Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“, das mit seinen tiefgründigen Stimmungsbildern ihr Wirken an der Tastatur fast vergessen ließ. Aber genau dies macht ja den wahren großen Musiker aus: Technische Perfektion erscheint wie bei Anna Vinnitskaya mühelos und bereits nach kurzer Zeit fast selbstverständlich. Im Vordergrund steht nur noch die Musik mit ihren Emotionen.
Pianistin in Einklang mit der Musik
Vom ersten Ton an [Beethoven op. 109] verzauberte die 23-Jährige die Zuhörer mit ihrer klaren Stimmenführung und den warmen Akkorden. Zu der hervorragenden Musikalität kam beim „Carneval“ Opus 9 von Robert Schumann beeindruckende Virtuosität. In den 21 Szenen des Carnevals präsentierte sie ein Klangfeuerwerk, bunt, lebendig und sprühend vor Energie. Die Facetten reichten von ausgelassen bis sehnsüchtig. Die Zuhörer lauschten mit angehaltenem Atem, wie es schien. Schwindelerregende Tempi bewältigte sie, ohne dabei die Melodie zu trüben oder verschwimmen zu lassen, ihr Spiel zeichnete sich durch ausgezeichnete Klarheit aus. ... Bereits vor der Pause gab es vereinzelnd erste stehende Ovationen des begeisterten Publikums. ... Mit Präludium, Choral und Fuge von César Franck zeigte sie, dass es wunderschöne polyphone Stücke jenseits des Barocks gibt. Berührend und innig interpretierte sie Franck und zeigte eindrücklich, dass Musik so viel mehr sagen kann als Worte. Spärische Klänge erzeugte Vinnitskaya bei Maurice Ravel. Verzaubert und träumerisch spielte die Pianistin „Gaspard de la nuit“, „Ondine“, „Le Gibet“ und „Scarbo“. Anna Vinnitskaya schien ganz aufzugehen in ihrer Musik, lange Passagen spielte sie mit geschlossenen Augen. Waren sie geöffnet, unterstrich ihr Mimenspiel die musikalische Botschaft. Und die Pianistin schien in direktem Kontakt zur Musik zu stehen, der Flügel war lediglich das Kommunikationsmedium, das die Gefühle den Zuhörern übermittelte.
Bravo-Rufe für eine wunderbare Pianistin
Kaum Glaubliches geschah, und den Namen der Pianistin Anna Vinnitskaya wird man sich merken müssen. Unerhört, wie technisch perfekt, wie klar und brillant sie die hohe Virtuosität dieses dreisätzigen Konzerts meisterte. Spielfreude, thematischer Witz und Clownerien, die an die Musik auf Tanzdielen erinnern, dazu die verwirrende Virtuosität: Die Mitglieder der Musikgemeinde dankten der wunderbaren Pianistin mit Bravo- rufen [Schostakovitsch I].
Zarte Eleganz, Esprit und Humor
Als Star des Abends entpuppte sich die in Hamburg bei Evgeni Koroliov studierende junge Pianistin Anna Vinnitskaya. Ihre Deutung des Cembalokonzerts f-Moll BWV 1056 von Johann Sebastian Bach fazinierte durch den Versuch, auf dem Flügel mit variablem Anschlag den Klang des Cembalos nachzuahmen. Zur Sternstunde entwickelte sich das abschließende 1. Klavierkonzert op. 35 von Dimitri Schostakovitsch … Die russische Pianistin entfachte hier ein wahres Feuerwerk. Bravo!
Mit Schumann am Klavier – Anna Vinnitskaya spielte eine ungewöhnliche Deutung des "Carnaval"
Dass sie eine eminente Virtuosin mit unglaublicher Kraft ist, das wusste man noch. Was wieder verblüffte, war die Leidenschaft, mit der Ann Vinnitskaya zu Werke ging, war die Auseinandersetzung nicht nur mit den Stücken, sondern auch mit den Komponisten. Sie ist eine blitzgescheite Analytikerin, die ihre Intelligenz auch verlustfrei auf die Tasten übertragen kann.So entstehen bei ihr Interpretationen, die nicht nur den Intellekt ansprechen, sondern im hohen Maß auch die Emotion. Leos Janaceks Sonate „1. X. 1905“… zeigt das gleich zu Beginn. Das war nicht nur glänzend gespielte, gute Musik. Sondern plötzlich spürte man in den beiden Sätzen „Vorahnung“ und „Tod“ etwas von der hilflosen Wut und Trauer, die den guten Bürger Janacek veranlasst haben müssen, eine derartige Musik des Protestes zu komponieren. Glanzstück der Matinee war freilich Robert Schumanns „Carnaval“. ... Anna Vinnitskaya war jetzt absolut kompromisslos. Und plötzlich hörte man den sattsam bekannten Zyklus mit völlig anderen Ohren. Das war keine Faschingsmusik, das waren auch keine „Scènes mignionnes“, keine „lieblichen Szenen“, sondern das waren messerscharf gezeichnete kleine Psychogramme. Plötzlich saß Robert Schumann am Flügel, der diese Musik in ganz konkreten Lebenssituationen und psychischen Befindlichkeiten geschrieben hat, um Inneres zu verarbeiten. Da hörte man ihn plötzlich in seiner schwierigen Situation zwischen „Chiarina“ oder Clara und „Estrella“ bzw. seiner Verlobten auf Abruf Ernestine von Fricken . Beide Frauen getrennt durch einen ironisierenden Chopin. Da hörte man ihn ringen mit seinen Kopfgeburten Eusebius und Florestan, da spürte man seine Identifikation mit dem (davon-)laufenden Harlekin, der immer wieder von den Füßen geholt wird, sein wütendes Abbrechen quasi mitten im Takt, als er kompositorisch nicht weiterkommt – und schließlich das Unterfangen seiner geistigen Hilfstruppen, der Davidsbündler, dem ganzen Spuk ein Ende zu machen. Einen derart entschiedenen und plausiblen „Carnaval“ bekommt man wirklich nicht alle Tage. Da war man auch nach der Pause noch beeindruckt, und da hatten es die folgenden Werke schwer, obwohl Anna Vinnitskaya Peter Tschaikowskys Dumka „Ukrainische Dorfszene“ außerordentlich pfiffig spielte. Aber selbst die 2. Sonate von Schostakowitsch tat sich schwer, ihren hohen Eigenwert zu behaupten. Dass sie es letzlich schaffte, lag an der Spannung der Interpretation, die nicht nur die starke, teils beklemmende Motorik herausarbeitete, sondern auch starke emotionale Bilder schuf.
Fast schwerelos – Pianistin zaubert im Kasseler Meisterkonzert
Anna Vinnitskaya ist 22 Jahre jung – und musikalisch clean. Hoffentlich bleibt sie es und verlässt sich auf jene Stimulanz, die Mozart im Klavierkonzert A-Dur KV 414 verabreicht: den Klang- und motivischen Beziehungszauber, der tröpfchenweise den (Musik-)Körper durchdringt. ... Zwischen pianistischem Funkeln und Feinsinn zieht sie ihre Kreise.
Glutvolle Tastendramatikerin
Technisch ist für sie wohl bereits die gesamte Klavierliteratur machbar. Als Interpretin zeigte sie sich dabei vom vollblütigen Typ … Indes, auch wenn sie den rustikalen, manchmal fast percussiven Zugriff pflegt und Bach-Busoni sehr motorisch auflädt, das wirkt dennoch nie überladen, cerdickt oder wie planlose Effektemacherei. Ganz im Gegenteil. ... Und nicht nur Weitblick, sondern auch ihr Sinn für Proportionen legt in diese sehr langen Werke einen endlosen Spannungsfaden. Mit Schostakovitsch tragisch anmutender Sonate Nr. 2 in h-moll, wo ihr mit dem Largo noch einmal überdeutlich ihre geniale Fähigkeit, die Balance zwischen Linker und Rechter allerfeinst und nach Belieben zu gewichten. ... Ganz etwas anderes dann in der Zugabe: Mit einer Scarlatti-Sonate verblüffte sie als virtuose, totaler Transparenz huldigende Filigranpianistin.
Kraftvolle Technik und feuriges Temperament
Das war auch bei der vielfach ausgezeichneten Anna Vinnitskaya so, die sich langsam in die vordere Reihe der internationalen Pianisten spielt. Im Moment ist sie mehr virtuose Technikerin als sensible Tastenpoetin, in den Wiedergaben sind aber Temparement u n d Geist zu gleichen Teilen spürbar. ... Hier war die junge Russin ganz in ihrem Element. Alles war herb abgetönt, gefühlvoll, doch ohne emotionale Übertreibungen gekennzeichnet.
Junge Künstlerin entfacht ein Feuer pianistischer Spielkunst
Sie ist trotz ihrer jungen Jahre schon eine Ausnahmepianistin … Hier brannte sie ein Feuerwerk pianistischer Spielkunst ab, dargeboten mit virtuos sanften Tastenanschlag im Wechselspiel mit dynamisch wirkenden Kontrasten. Im letzten Teil des Konzertvortrages war die Sonate für Klavier Nr. 2 in h-Moll op. 61 von Dimitri Schostakovitsch an der Reihe. Ohne Noten und mit geschlossenen Augen entlockte sie dem Konzertflügel selten gehörte Töne in einem atemberaubenden Tempo.
Junge Pianistin beeindruckt mit ihrer Ausdruckskraft
Ganz in sich versunken beeindruckte die hochtalentierte junge Frau vor allem durch die große Palette ihrer Ausdruckskraft. Mühelos wechselte sie von leisen, einfühlsamen Passagen zu schnellen, dynamischen Partien, die sie mit großer Leidenschaft interpretierte.
Es war wohltuend, dass Anna Vinnitskaya – leider als einzige – ein zeitgenössisches Werk spielte. Aber in den beiden Chaconnes war sie ganz bei sich. Sie hat erstaunlich viel Kraft, die sie auf die Tasten bringen kann, und die setzte sie bei Busoni auch ein, ohne zu überziehen. Aber sie hatte auch verstanden, dass es Busoni bei der Bearbeitung nicht um romantische Vollfettakkorde ging, sondern um harmonische Verdichtung. Und so war das Werk selten so durchhörbar, so auf die thematischen Linien zielend wie bei ihr. Mit Gubaidulinas Ciacona, ganz im Geiste Bachs komponiert, konnte sie anrühren, weil sie eine gute Verbindung fand von wuchtigen, skelletierten Akkorden, Totentanzelementen und Phasen des Auslassens, des Nachgebens.
Die russische Pianistin Anna Vinnitskaya beeindruckt im Bonner Beethoven-Haus
Die russische Pianistin Anna Vinnitskaya ist ein echtes Energiebündel. Für ihr Programm beim Klaviersommer des Beethoven-Hauses hatte sie sich einige der größten pianistischen Herausforderungen herausgepickt, die es gibt. Dass nach Maurice Ravels “Gaspard de la nuit”, Robert Schumanns “Carnaval” und Mili Balakirevs “Islamey” trotzdem keine Anzeichen von Erschöpfung zu bemerken waren, zeigte sie im Zugabenteil. Zunächst schien sie zwar das Publikum mit Brahms` Intermezzo in Es-Dur op. 117 sanft und schön in den Schlaf wiegen zu wollen, dann aber weckte sie es mit der virtuosen Kammerfantasie über Bizets “Carmen” von Ferruccio Busoni lautstark wieder auf. ... Maurice Ravel wollte mit seinem “Gaspard de la nuit” nach eigener Aussage “für das Klavier Stücke von transzendenter Virtuosität schreiben, die schwieriger sind als ,Islamey`”. Tatsächlich sind die drei Sätze gespickt mit technischen Hürden, von denen zu Ravels Zeit viele absolut neuartig waren. Nicht nur die im herkömmlichen Sinne virtuosen Momente haben manche Pianisten schier verzweifeln lassen, sondern auch das Raffinement des Anschlags etwa in „Le Gibet“, wo das ostinate B der Totenglocke in einen Klanggrund aus fahl und unheimlich wirkenden, komplizierten Akkordgebilden eingebettet wird. Die Anschlagsnuancen, mit denen die Pianistin diese Akkorde gestaltete, zeugten von höchster Klangsensibilität. Schumanns schwärmerische “Scènes mignonnes sur quatre notes”, wie der Komponist den Carnaval op. 9 auch überschrieb, spielte sie mit virtuosem Feuer, markant und fantasievoll in der Gestaltung. Abgesehen vom etwas zu gehetzt geratenen Mittelteil der “Préambule” stimmten die Tempi immer, sensibel kam der “Eusebius” daher, wunderbar locker gelang die Handgelenkübung “Reconnaissance”, zum Schluss mündete das vielsätzige romantische Klangkaleidoskop in ein wirkungsvoll gestaltetes Finale. Garandioser Abschluss dann Balakirevs “Islamey”, dessen pianistische Artistik beim Publikum im Kammermusiksaal hörbares Entzücken auslöste.
Da "explodierten" die Gefühle
Hier [Beethoven op. 27/1] modulierte Anna Vinnitskaya eindrucksvoll Laut-Leise-Kontraste und ließ im ersten Auf und Ab die Gefühle wirklich explodieren. Es schien, als würde die Interpretation ganz mit Beethovens eigenem zornigen Ausdruckswillen verschmelzen.
Fetziges Teufelsmädel
Jemand, der sich Busonis Transkriptionen von Bachs Chaconne als Einspielstück auswählt, muß den Teufel im Leib haben! … Denn über weite Strecken charakterisieren jugendlicher Gefühlsüberschwang, Sturm und Drang und ein gewisses Draufgängertum diese Musikerin, die gleichwohl einen geradlinigen, schlichten und angemessenen Rahmen der Disziplin um ihren ganzen Reichtum fügt. So wirken ihre Hingabe an das Spiel und ihre Körpersprache immer stimmig, ihre Gesten niemals affektiert … …, erlebte man doch atemlos Islamey, Orientalische Fantasie von Balakirev, das als eines der schwierigsten Klavierstücke überhaupt gilt. Mit wesentlich mehr Lokalkolorit als die Skrjabin-Sonate und kaum mehr überbietbarer Virtuosität wurde sie zum wirksamen Höhepunkt des Abends. Was das Konzert aber so wundervoll abrundete, waren die Etüden von Chopin, die das Publikum mit konventionelleren Akkordverbindungen und dem aufregenden Gefühl entließ, ein Highlight der Saison miterlebt zu haben.
Die junge russische Pianistin scheint aus einer unversiegbaren inneren Quelle innerer Bilder zu schöpfen….... Ihr interessant und vielseitig zusammengestelltes Programm zeigte nicht nur den Reichtum ihrer Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch eine mühelos beherrschte Technik und eine geradezu bravouröse Virtuosität….... Die volle Kraft ihres virtuosen Könnens erlebten die Zuhörer in „Islamey – Orientalische Fantasie für Klavier“ von Mili Balakirew. Mühelos, ja schwerelos führte sie mit dieser Komposition ein temperamentvolles Klangfeuer vor, mit dem sie Bewunderung hervorrief. Der bravourösen Kunst der Künstlerin galt ein stürmischer Applaus.
Kopfüber ins wilde Wüten gestürzt
Die junge Pianistin interessant, ja mutig zu nennen hat viele Gründe. ... Dabei markiert sie im Konzertaufbau nur die Vorbereitung auf das Folgende, nämlich Beethovens f-Moll-Sonate op, 57, die „Appasionata“, die Leidenschaftliche. Und gerade diese muss es für die junge, künstlerisch ehrgeizige Pianistin sein, gerade diese für ihre eindeutig maskuline Leidenschaft berühmte Sturm-Sonate mit einem Finale, wie es furioser und hämmernder kaum möglich wäre. Schon zuvor zärtelte die junge Russin nicht, sondern akzentuierte abrupt und betonte jeden Bruch, jede Schroffheit. Mit eigenständiger Dynamik und Rhythmik, ohne dabei den Eindruck von Effekthascherei zu hinterlassen. Und auch ohne jenes Fließen, jenes Strömen auszulassen, wie es etwa für das lichte Dur-Motiv im ersten Satz oder auch das singende Hauptthema im Andante angemessenen scheint, wenn uns kurz Linderung von verzehrender Leidenschaft versprochen wird. Sie spielt es ohnehin so, als wolle sie gar keine Linderung, sondern als stürze sie sich kopfüber in jedes noch so wilde Wüten. Und schafft so immerhin dreierlei: auf ihre immense Technik aufmerksam zu machen, noch eine Spur anders zu klingen als die vielen berühmten, auf Tonträgern verewigten Interpretationen, die wir von der Appasionata kennen – und, nicht zu vergessen, das Winnender Publikum trotz erneut deutlich hörbarer Raumklang-Tücken zu Jubelstürmen hinzureissen.
Klang gewordenes Seelenleben - Anna Vinnitskaya brilliert in der Oetkerhalle
Anna Vinnitskaya ließ erkennen, daß eine ausgefeilte Technik erst die Grundlage musikalischen Ausdrucks ist, dessen Maxime aufrichtiges Empfinden ist. Jede Phrase, jeder Ton scheint der akustische Spiegel ihres Seelenlebens zu sein. Ihr Formsinn ist intuitiv. Er verdankt sich einem untrüglichen Gespür für ein stetes Tempo, besser: einen beständigen Puls der Musik, der kein Schwanken und keine Irritation kennt.
Junge Virtuosin beeindruckte im städtischen Kammerkonzert
Einfühlungsvermögen, gepaart mit klavieristischem Witz zeigt die Vinnitskaya in Ravels drei romatischen Dichtungen ‘Gaspard de la nuit’. Und in Sofia Gubaidulinas stilistisch reicher ‘Ciacona’ zieht sie noch einmal alle Register, die sie als Tastenkünstlerin von Format ausweisen. ... Unterm Strich bleibt der Eindruck einer Pianistin von enormer Kraft und Virtuosität haften.
Größen der romantischen Musik einen Abend gewidmet
Man mag sich nicht so recht entscheiden – und muss es glücklicherweise ja auch nicht – welche der erlebbaren Eigenschaften der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya den prägendsten Eindruck hinterlassen hat. Die Bescheidenheit und doch Selbstsicherheit ihres Auftretens, der fast völlige Verzicht auf die große pianistische Gestik, die artistische Technik oder die fast unglaubliche Gedächtnisleistung und ihre Musikalität wären – jedes für sich – Grund genug, sie nach ihrem Debütkonzert am Freitagabend in bester Erinnerung zu behalten. Die ganze Skala ihrer pianistischen Fähigkeiten konnte Anna Vinnitskaya hier [Brahms: Variationen über ein Thema von Paganini] zur Geltung bringen: Mitreißende Rasanz und zarte Verträumtheit, überschäumendes Temperament und dezente Zurückhaltung. Getragen von einer manuellen Technik, die an Konzentrationsvermögen und physische Beweglichkeit höchste Anforderungen stellte – und von der Pianistin bravourös gemeistert wurden.
Feine Verästelungen musikalischer Edelsteine überzeugen
Die junge Dame hatte aber noch einiges mehr zu bieten, obwohl ihre künstlerische Entwicklung noch nicht abgeschlossen sein dürfte: hohes musikalisches Verständnis, Engagement und den kompromisslosen Willen zur Perfektion. ... Dazwischen lag eine packende halbe Stunde [Liszt: Sonate h-Moll], zusammengehalten nicht zuletzt durch die interpretatorische Gestaltungskraft einer Solistin außergewöhlichen Ranges.
Let´s not pussyfoot about here, Anna Vinnitskaya is almost certainly one of the potentially great pianists of tomorrow. Tomorrow? Well, maybe that´s a little soon. The girl, after all, has just turned 14. But she is already, on the stream of evidence in her recital yesterday at Hutchesons´ Hall, frighteningly close to being the complete musician. ... She plays with a maturity that would have an experienced listener place her at least a decade beyond her years. ... She has a physical power beyond her years – capable of delivering the meatiest Rachmaninov with a wallop – and immense lyrical strenghts, allied with a beautifully smooth, virtuosic finger technique and a awesome sommand of dynamic contrastsBut if there were elements that marked out her near-genious – and I do not exaggerate – they were evident in Prokofiev´s Toccata where her power-driven interpretation of the Russian´s obsessive, motoric rhythms was absolutely sensational, and, at another extreme, in her spell-binding, magical account of Chopin´s minor-key study where the composer spins out the distance between key notes of the melody, leaving the pianist to work miracles in connecting them endlessly-weaving figuration. Vinnitskaya did it wonderfully, with the ease and maturity of a master pianist.